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Freitag, Mai 24, 2024

Landrat Sebastian Gruber weist Einschätzungen von Verkehrsstudie zurück

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Landkreis Freyung-Grafenau. Für leichte Verwunderung haben Presseberichte zu einer Studie, veröffentlicht vom Eisenbahn-Interessenverband „Allianz pro Schiene“, im Landratsamt Freyung-Grafenau gesorgt. Der Interessensverband, der unter anderem von Eisenbahnverkehrsunternehmen, Bahntechnikproduzenten und Gleisbaufirmen finanziell unterstützt wird, hatte Ergebnisse einer Studie zum öffentlichen Nahverkehr per Pressemitteilung verschickt.

Der Landkreis Freyung-Grafenau landete dabei im Bundesgebiet was die Erreichbarkeit von Bus und Bahn betrifft auf dem letzten Platz. Landrat Sebastian Gruber kritisiert, dass man diese Studie „nicht wirklich ernst nehmen kann, weil sie die Lebenswirklichkeit im ländlichen Raum in keiner Form abbildet und offensichtlich so strukturiert ist, dass sie die Forderungen des Interessenverbands untermauert.“ Auch stamme der Datensatz auf den sich die Studie bezieht aus dem Jahr 2016 und damit aus der Zeit vor der ÖPNV-Offensive, die der Landkreis in den vergangen beiden Jahren initiiert hat.

Es sei schon grundsätzlich ein Problem, wenn hier Flächenlandkreise mit Städten und Ballungszentren verglichen werden. In der Studie ist maßgeblich, wie viele Bürger höchstens 600 Meter Luftlinie von der nächsten Haltestelle oder höchstens 1200 Meter vom nächsten Bahnhof mit jeweils mindestens 20 Fahrtmöglichkeiten am Tag entfernt sind. 20 Fahrmöglichkeiten am Tag bedeutet einen Halbstundentakt in der Zeit zwischen 7 und 17 Uhr.

Einen Halbstundentakt schaffe man in Städten, aber nicht in kleinen Orten am Land. Der Landkreis habe – vor allem in den vergangenen beiden Jahren – das Angebot im Nahverkehr deutlich ausgebaut, die Anzahl der Linien wurde unter der Woche etwas mehr als verdoppelt. Unter der Woche werde damit an viel Stellen ein Ein- bis Zwei-Stundentakt erreicht. Und man arbeite weiter an einer Verbesserung. Dieses Angebot müsse aber auch an die Gegebenheiten vor Ort angepasst sein. An vielen Stellen im Landkreis seien eher flexible Angebote gefragt, wie die Rufbusse, die mittlerweile auch sehr gut angenommen würden. In den Ballungsräumen sei die dichtere Taktung unter anderem auch der Tatsache geschuldet, dass dort eine deutlich größere Anzahl an Menschen transportiert werden müsse.

Über den durchaus nötigen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs dürfe man aber auch den Erhalt und den Ausbau der bestehenden Verkehrs-Infrastruktur nicht vergessen. „Für uns sind neben guten ÖPNV-Anbindungen vor allem auch intakte Straßen und vernünftige Anbindungen an Bundesstraßen und Autobahnen wichtig. Dies ist für viele unserer Landkreisbürger deutlich entscheidender als die Frage, ob untertags an der Haltestelle in ihrem Dorf ein Halbstundentakt gefahren wird.“ Gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land seien ohne Individualverkehr in einem Flächenlandkreis gar nicht denkbar.

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