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Sonntag, April 14, 2024

„Hinsehen und Handeln!“ – KDFB Röhrnbach feiert Gottesdienst zum „Tag der Diakonin“

Lesestoff

Mit dem „Tag der Diakonin“, den der Katholische Deutsche Frauenbund seit 1998 am 29. April, dem Gedenktag der Heiligen Katharina von Siena, jährlich feiert, setzt sich der Verband für die Zulassung von Frauen zum diakonischen Dienst in der Kirche ein. Durch Gebete und Gespräche soll das Anliegen bedacht und weitergetragen werden. KDFB-Zweigvereine und KDFB-Diözesanverbände laden an diesem Tag zu Wortgottesdiensten, Meditationen oder Veranstaltungen ein und befassen sich so mit dem Diakonat der Frau.

Auch der Röhrnbacher Frauenbund feiert alljährlich einen Gottesdienst und Vorsitzende Edith Kelnberger bedankte sich ausdrücklich bei Pfarrer Markus Krell, denn nur in wenigen Pfarreien stehen die Priester dem Thema „Frauen in der Kirche“ so aufgeschlossen gegenüber.

Eingangs zitierte Edith Kelnberger aus einem Brief von Katharina von Siena an verschiedene Persönlichkeiten: „Warten Sie nicht auf die Zeit! Denn die Zeit wartet nicht auf Sie!“ Pfarrer Markus Krell begrüßte die Gottesdienstbesucher und meinte, dass diese mahnenden Worte der Heiligen Katharina von Siena mehr denn je aktuell sind: „Katharina von Siena hat die Not ihrer Zeit erkannt, mutig ins Wort und in Briefe gebracht, die sie an Päpste, Kardinäle und Fürsten schrieb. Sie hat sich verausgabt im Dienst an den Armen und Pestkranken. Heute wird sie als Kirchenlehrerin verehrt. Und so ist sie Patin unseres Tags der Diakonin. ‘Warten Sie nicht auf die Zeit! Denn die Zeit wartet nicht auf Sie‘ sagt Katharina und sie bringt damit die Ungeduld zum Ausdruck, die auch uns heute bewegt. Wie lange müssen wir noch warten auf die gleichberechtigte Anerkennung von Frauen im diakonischen Dienst? Sie empfiehlt uns Hingabe und Ausdauer. Vertrauen in Gottes Vorsehung und den Mut, unbequeme Wahrheiten beherzt auszusprechen. In diesem Sinne treten wir heute erneut öffentlich dafür ein, dass Frauen der Zugang zum Diakonat geöffnet wird. Wir verbinden uns dabei mit allen Frauen und Männern, die deutschlandweit für dieses Anliegen betend eintreten!“

Anstelle einer Lesung führte Pfarrer Krell mit einer thematischen Einführung zum diesjährigen Thema hin: „Hinsehen und handeln! Diakonische Verantwortung vor Ort – so heißt in diesem Jahr die Überschrift über dem Tag der Diakonin. So wie das Jahr der Barmherzigkeit unseren Blick auf die konkrete Not richtet, die uns umgibt und uns zum Handeln auffordert, so wollen auch wir genau hinschauen, wer unsere Hilfe braucht. Wer handlungsfähig sein will, darf sich nicht scheuen, anzupacken und sich die Hände schmutzig zu machen; ganz real und im übertragenen Sinn. Frauen tun das immer wieder. Wenn sie Not sehen, packen sie an und versuchen, diese zu lindern, meist ganz pragmatisch. Nicht immer werden sie dafür geliebt und geachtet. Aber dieser Dienst an den Nächsten ist heute wichtiger denn je. In einer Zeit, in der so viele Menschen in unserem Land Schutz und Hilfe suchen, in einer Zeit, in der so viele Menschen innere und äußere Not leiden, braucht es diejenigen, die unbürokratisch hinsehen, die zupacken und beherzt handeln“ und Pfarrer Krell gab das Wort weiter an zwei KDFB-Frauen, Marie-Luise Degenhart und Sieglinde Czegenyi, die von ihrem Dienst an den Mitmenschen erzählten und damit auch diakonisch in der Kirche mitwirken.

„Hinsehen und Handeln – das tut unser Frauenbundzweigverein Röhrnbach seit der Gründung im Jahr 1961 und viele Frauen arbeiten seither für das Allgemeinwohl in unserer Pfarrei und Gemeinde. Dass wir Frauen in all den Jahren diakonischen Dienst leisten, war uns lange nicht bewusst. Als ehemaliges Mitglieder Kommission Glaube und Kirche im Diözesanverband ist es mir wichtig, diesen Gedanken weiter zu geben und durch diesen Gottesdienst darauf aufmerksam zu machen“ so Marie-Luise Degenhart und sie erzählte von ihren diakonischen   Aufgaben während ihrer Zeit als Frauenbundsvorsitzende. „Wir Frauen leisten diakonische Arbeit, in dem wir versuchen, die Lebenssituationen von Frauen hier am Ort, in den verschiedenen Gruppierungen aller Altersstufen und in der Welt zu verbessern. Der Gruß Jesu „Fürchtet euch nicht“ soll uns Zuspruch und Ermutigung sein“ so Marie-Luise Degenhart. Auch Sieglinde Czegenyi hatte viel zu berichten über ihre diakonischen Aufgaben. So leitet sie seit 19 Jahren den Senioren- und Krankenbesuchsdienst St. Michael, ist jahrzehntelang schon Mitglied beim Frauenbund und auch in der Vorstandschaft hatte sie viele Jahre mitgewirkt. „Der Frauenbund hat mich geprägt, hat mir viele Freundschaften geschenkt, hat mir oft Halt gegeben und auch ich durfte und konnte vielen Menschen Freude machen. Diakonie lebt durch Aktivität, Diakonie ist Nächstenliebe. Jetzt, wo ich so viel nachgedacht habe, bin ich eigentlich ganz zufrieden mit meinen diakonischen Diensten – und doch glaube ich, dass immer noch ein Stück mehr geht….“ zeigt sich Sieglinde Czegenyi optimistisch.

Eine kleine Premiere gab es an diesem Abend bei der musikalischen Gestaltung des Gottesdienstes: Unter Leitung von Chorleiter Albert Heindl sangen der Röhrnbach Kirchenchor und der Kumreuter Kirchenchor erstmals zusammen und mit einem kräftigen Applaus bedankten sich die Gottesdienstbesucher am Schluss für diesen musikalischen Genuss.

(Text/Bild: Elisabeth Lorenz)

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