Grusel und Nachtgespenster

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    Abendöffnung im Schloss Wolfstein

    Freyung. Ein ganz besonderes Erlebnis bot die Abendöffnung der Museen im Schloss Wolfstein in Freyung am Abend vor Allerheiligen. Besucherinnen und Besucher hatten die Möglichkeit, das Museum Jagd Land Fluss und die Galerie Wolfstein bei Nacht in außergewöhnlichem Ambiente zu entdecken. Als Höhepunkt des Abends gab es eine „schaurig-schöne Entdeckungsreise durch Geschichten und Sagen der Region“. Schon lange war diese Veranstaltung geplant, und so durfte sie in diesem Herbst bei der Nacht der Museen Anfang Oktober endlich Wirklichkeit werden. Aufgrund der hohen Nachfrage, wurde die Veranstaltung nun am 31. Oktober 2021 wiederholt.

    Nach einer kurzen thematischen Einführung durch Museumsleiterin Marina Reitmaier-Ranzinger, konnte die Tour beginnen. Geführt durch eine geheimnisvolle Gestalt (dargestellt von Gabriela Rauscher) erreichte die Gruppe die erste Station bei der ca. 400 Jahre alten Linde, auf einer kleinen Anhöhe am Rande des Platzes vor dem Schloss. Dort erklärte Judith Süß, was „Rauchnächte“ seien und welche Bewandtnis es mit diesen Nächten auf sich habe. Vor allem die „Wilde Jagd“ ist es, die in den dunklen Nächten draußen in Wald und Feld ihr Unwesen treibt. Jeder Mensch und jedes Tier, das sich zu später Stunde im Freien aufhielt, wird der Sage nach mitgerissen. Aber auch drinnen in der Stube ist man nicht sicher, vor allem die Kinder. Denn dort, wo das Licht der Lampe nicht hin scheint, lauert das Stub’neckluarl. Es passt ganz genau auf, ob die Jüngsten auch wirklich brav sind, denn sonst kann es durchaus schon einmal vorkommen, dass die Kinder abends im Bett spitze Fichtennadeln oder sogar tote Mäuse finden.

    Als nächstes ging es zurück in den Schlosshof. Verborgen in einer Ecke, befindet sich ein Kellergewölbe, in dem Ramona Kesten, umgeben von mystischer Kerzenbeleuchtung, die Besucherinnen und Besucher empfing. Sie erzählte die Geschichte vom „Woidhausmich“, einem bärenstarken Mann von sehr großem Wuchs. Dieser war von den Grafenauer Stadtbürgern beauftragt, ihr Vieh auf den Weiden unter dem Lusen zu hüten. Der Lohn war kärglich und somit besserte der Mich seine Versorgung auf, indem er des Öfteren ein Tier aus der Herde schlachtete. Als Erklärung gab er an, es sei ein Bär gewesen, und als Beweis zeigte er das von einer (eisernen!) Pranke zerfetzte Fell des erlegten Tieres. Doch bald flog der Schwindel auf, und der Hirte floh auf Nimmerwiedersehen in die dichten Lusenwälder.

    Vom „Woidhausmich“ gibt es verschiedene Geschichten und Darstellungen, so auch eine des Künstlers und Schriftstellers Josef Fruth (1910-1994) in Gedichtform. Allerdings werden darin die Tiere von einem Werwolf gerissen. Wie man sich diesen vorstellen kann, zeigt eine sehr ausdrucksvolle Illustration von ihm, die in Kopie an diesem Abend im Schloss Wolfstein ausgestellt war.

    Unter den Arkaden vor der Türe des ehemaligen Bayerischen Bezirksamtes sorgte Laternenlicht für eine heimelige Stimmung. Judith Süß ist als Ehefrau des Wilderes im Vordergrund zu sehen, während die geheimnisvolle Gestalt (dargestellt von Gabriela Rauscher) im Hintergrund einen wachsamen Blick auf die Gäste hat (Foto: Landratsamt Freyung-Grafenau)

    Unter den Arkaden vor der Tür des ehemaligen Bayerischen Bezirksamts, schlüpfte Süß in die Rolle der Ehefrau des Wilderers Hans Jemetz. Eindrucksvoll schilderte sie das beschwerliche Dasein eines Wilderers. Schließlich gelangte die Gruppe in das historische Gemäuer der Schlosstaverne, wo Maria Krüger mit einer weiteren Erzählung aufwartete. Die Taverne, einst Treffpunkt verschiedenster Leute aus weit entlegenen Gebieten, könnte die Erklärung sein, warum Geschichten von Drachen auch in Regionen des Bayerischen Waldes zu finden waren, so auch die Geschichte vom letzten Walddrachen. Denn auch damals galt: Wo Menschen zusammenkommen, werden Geschichten erzählt.

    Den Abschluss bildete eine richtige Gruselgeschichte, mit der Ramona Kesten die Zuhörer voll in ihren Bann zog und die am Ende mit einer Art Schockerlebnis diese wieder ruckartig zurück in die Realität katapultierte. Nach diesem „Rausschmiss“ aus der Anderswelt, lud Marina Reitmaier-Ranzinger die Gäste ein, noch die Ausstellung im Schloss zu besuchen, mit dem Hinweis, dort alle Themen, die Teil der Geschichten waren, finden zu können.

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