Freyung-Grafenau: 79 Prozent mehr Bezieher von „Alters-Hartz-IV“

    Aktuell.

    Jetzt geht’s per App durch die Freiwilligen-Galaxie

    "mach mit" erweitert seinen Service und startet zum Internationalen...

    „Tendenz geht in die richtige Richtung“

    Landrat Gruber hofft auf baldiges Ende der Hotspot-Regelungen Landkreis Freyung-Grafenau....

    Online-Vortrag: „Der erste Löffel Brei“

    Dienstag, 14. Dezember 2021 Passau. Vor und mit der Geburt...

    #werglaubtistnieallein

    Bistum Passau stellt Angebote für Advent & Weihnachten online Passau....

    ‚Experimentierwerkstatt Ländliche Verbraucherpolitik‘ zeigt Verbesserungspotenzielle auf

    Rita Hagl-Kehl, MdB und Parlamentearische Staatssekretärin: "Durch die Experimentierwerkstatt...

    Teilen

    Mehr Altersarmut – NGG fordert Kurswechsel in Rentenpolitik

    Altersarmut auf dem Vormarsch: Die Zahl der Menschen, die im Landkreis Freyung-Grafenau neben ihrer Rente auf Grundversicherung angewiesen sind, ist in den vergangenen zehn Jahren um 79 Prozent gestiegen. 616 Bezieher von „Alters-Hartz-IV“ zählte der Kreis zuletzt. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten mit. Die NGG Niederbayern bezieht sich hierbei auf Angaben des Statistischen Landesamts. NGG-Geschäftsführer Kurt Haberl nennt die Zahlen einen „Weckruf“ und fordert einen Kurswechsel in der Rentenpolitik.

    „Zwar ist die Rentenkasse so gut gefüllt wie lange nicht, aber Geringverdiener profitieren kaum von der nächsten Erhöhung“, so Haberl. Gerade Frauen und Alleinerziehenden bleibe trotz vieler Arbeitsjahre der Gang zum Sozialamt häufig nicht erspart. Verschärfen dürfte sich die Lage in den nächsten zwei Jahrzehnten: Nach einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung wird das Armutsrisiko besonders für die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er- und 1960er-Jahre ansteigen – von aktuell 15 auf 20 Prozent im Jahr 2036. Als armutsgefährdet gilt ein Rentner, dessen Netto-Einkommen unter 958 Euro monatlich liegt.

    Die NGG Niederbayern plädiert für eine Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung. „Das Rentenniveau – also der Anteil der späteren Rente am Netto-Verdienst – muss unbedingt stabilisiert werden. Im Moment sind es 48 Prozent – langfristig müssen wir mindestens auf 50 Prozent kommen“, sagt Gewerkschafter Haberl. Die Politik müsse dringend handeln: Denn die Bundesregierung geht in ihrem aktuellen Rentenversicherungsbericht noch von einem Absinken des Rentenniveaus auf 44,6 Prozent bis zum Jahr 2031 aus.

    „Wichtig ist aber auch die betriebliche Altersvorsorge als Unterstützung der gesetzlichen Rente. Sie kann ein Schutz gegen Altersarmut sein – gerade wenn sie fest im Tarifvertrag verankert ist“, betont Haberl. So hat die NGG eine Tarifrente mit verpflichtenden Unternehmensbeiträgen in vielen Branchen vereinbaren können, etwa in der Brauwirtschaft, dem Fleischerhandwerk, der Getränkeindustrie oder der Milchwirtschaft.

    Immerhin gilt ab Januar: Betriebsrenten dürfen nicht mehr voll auf die Grundversicherung angerechnet werden. Ein neues Gesetz garantiert hier Freibeträge. „Damit haben etwa Beschäftigte im Fleischerhandwerk oder Bäckereien, zumal wenn sie in Teilzeit gearbeitet haben, im Ruhestand deutlich mehr in der Tasche – vorausgesetzt, der Betrieb ist an die Tarifverträge der NGG gebunden“, so Haberl.
    Die Gewerkschaft NGG hat sich für das kommende Jahr vorgenommen, diese tariflichen Renten weiter zu stärken.

    (Bild: Ebbe im Portemonnaie: Immer mehr Menschen im Rentenalter sind von Armut betroffen – und auf Grundversicherung vom Staat („Alters-Hartz-IV“) angewiesen. Die Gewerkschaft NGG fordert eine Stärkung der gesetzlichen Rente. Auch die betriebliche Vorsorge soll ausgebaut werden – Foto: NGG)

    HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

    Hinterlassen Sie bitte einen Kommentar!
    Hier bitte Ihren Namen hinterlassen

    spot_img