FDP-Bundestagkandidat Muhanad Al-Halak im Interview

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    Der ’smarte‘ Typ aus dem Bayerischen Wald

    Hutthurm / Grafenau. Muhanad Al-Halak ist 32-jährig, FDP-Kreisvorsitzender im Landkreis Freyung-Grafenau – und er will für den Wahlkreis Deggendorf am 26. September in den Bundestag einziehen. Ist Al-Halak in diesen Tagen und Wochen nicht mit Wahlkampf beschäftigt, so arbeitet er als Abwassermeister in Grafenau. 2019 klappte es nicht mit dem Einzug ins Europaparlament. Ein Jahr darauf bewarb sich Muhanad Al-Halak als Rathauschef in Grafenau, was ihm zwar auch nicht gelang, doch aber der Einzug in den Stadtrat sowie den Kreistag. So kann man den FDPler aus der Bärenstadt durchaus als Senkrechtstarter in der regionalen Politlandschaft bezeichnen.

    Doch wer genau ist der (politische) Mensch Muhanad Al-Halak, der im Jahr 2001 als 11-Jähriger mit seiner Familie nach Deutschland kam und in Niederbayern herzlich (wie er selbst sagt) aufgenommen wurde? Verfolgt man seinen digitalen Wahlkampf, so gibt sich Muhanad Al-Halak stets ’smart‘, offen, freundlich, professionell – aber irgendwie doch zu sachlich, zu nüchtern und verschlossen. Dass auch bei ihm die digitale Erfolgsstory des FDP-Parteivorsitzenden Lindner vor vier Jahren Spuren hinterlassen hat, kann eigentlich nicht von der Hand gewiesen werden.

    Versuchen wir also, auf die eine oder andere Frage auch Antworten zu bekommen – vielleicht auch, den Bundestagskandidaten aus der Reserve zu locken:

    MuW Medienhaus: Herr Al-Halak, eine Erststimme hätte ich noch zu vergeben. Warum sollte ich Sie als Mensch und Persönlichkeit am 26. September wählen?

    Muhanad Al-Halak: Weil Sie sicher sein können, dass ich mein Versprechen halten und mich in Berlin mit ganzer Kraft für meine Heimat und die Anliegen der Menschen hier einsetzen werde.

    MuW Medienaus: Sie selbst bezeichnen sich im Wahlkampf immer wieder gerne als ‚Beispiel für gelungene Integration‘. Ist das ihre persönliche Sichtweise oder die des Staates und einhergehend die (politischen) Rahmenbedingungen?

    Muhanad Al-Halak: Es ist meine persönliche Erfahrung. Ich kam als elfjähriges Kinid aus dem Irak in den Bayerischen Wald, habe die Sprache und einen Beruf erlernt, war bereit, mich in die Gesellschaft einzubringen und bin von ihr sehr positiv aufgenommen worden. Das möchte ich gerne zurückgeben, und deshalb engagiere ich mich in der Politik. Ich setze mich dafür ein, dass Menschen aus anderen Kulturkreisen die Chance bekommen, in unserem Land gut zu leben, wie es mir möglich ist. Mit meiner eigenen Biografie will ich dazu beitragen, bestehende Hindernisse für beide Seiten abbauen zu helfen. Ich wurde gefördert und gefordert, weil ich bereit war, mich zu integrieren. Das will ich weiter vermitteln.

    MuW Medienhaus: Sie schreiben auf Ihrer Website, dass Sie in Niederbayern ’sehr herzlich‘ aufgenommen und über die Jahre hinweg positiv geprägt wurden; können Sie uns da das eine und andere Beispiel dazu nennen?

    Muhanad Al-Halak: Die Kinder in meiner Umgebung haben mich nie als Fremden behandelt. Sie kamen in der Schule unbefangen auf mich zu, ließen mich mitspielen. Um mitreden zu können, musste ich die Sprache lernen. Auch dabei haben sie mir geholfen, und ich habe mich deshalb nie als „anders“ erlebt. Es sind Freundschaften entstanden, die bis heute halten.

    MuW Medienhaus: ‚Vorankommen durch eigene Leistung‘ ist Ihr Lebensmotto: Wie definieren Sie ‚eigene Leistung‘?

    Muhanad Al-Halak: Dass jeder Mensch das Beste aus seinen individuellen Fähigkeiten macht.

    MuW Medienhaus: Als Mitglied der FDP haben Sie, klassisch gesehen, natürlich in erster Linie die Interessen der Wirtschaft und somit der Arbeitgeber zu vertreten – das zeigt sich auch in Ihrem Wahlkampf. Doch; Sie selbst sind ja auch Arbeitnehmer. Haben Sie für diese auch eine politische Botschaft?

    Muhanad Al-Halak: Ich bin Handwerker und ein Beispiel dafür, dass man auch mit einer beruflichen Ausbildung ein gutes Leben führen kann. Ich sage immer: Der Mensch fängt nicht beim Akademiker an! Genau diesen Aspekt will ich in meine politische Arbeit mit einbringen; wenn es gut läuft nach der Wahl am 26. September – auch in Berlin. Ich will ein ‚Anwalt‘ der Handwerker und Facharbeiter sein und mich für den Wert beruflicher Bildung stark machen.

    MuW Medienhaus: 2016 sind Sie in die FDP eingetreten; Alexander Muthmann, Bayerischer Landtagsabgeordneter aus Freyung gilt sozusagen als politischer Ziehvater von Ihnen – sehen Sie das auch so? Können Sie uns dazu etwas mehr verraten?

    Muhanad Al-Halak: Alexander Muthmann steht mir von Anfang an mit Rat und Tat zur Seite. Ich schätze ihn persönlich sehr. Er ist ein ehrlicher und kritischer Begleiter. Auch er praktiziert die Devise „Fördern und Fordern!“ – dafür bin ich ihm dankbar.

    MuW Medienhaus: Gegenüber eines regionalen Online-Magazins haben Sie kürzlich auf die Frage, welches denn die wichtigsten und dringendsten Probleme auf Bundesebene wären, geantwortet: ‚Die Freiheit – jedes Einzelnen‘. Wie wichtig das wäre, hätte man gerade jetzt in der Pandemie gespürt. Was bedeutet für Sie Freiheit? Wie ist diese Aussage zu verstehen?

    Muhanad Al-Halak: Wir Freie Demokraten setzen auf Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Bürgerrechte. Diese müssen auch in Krisenzeiten gelten und dürfen nicht als „Privilegien“ abgetan werden, die man uns nach Belieben zuteilt oder vorenthält. Ich sehe die Freiheit als Fundament unserer Gesellschaft. Deshalb bin ich auch bei der FDP, weil sie auf die Kraft der Eigenverantwortung und der Privatinitiative setzt. Ich bin überzeugt, dass Menschen viel mehr leisten, wenn man sie anspornt und ermuntert. Gängeln lähmt dagegen, führt zu Verdrossenheit, nach dem Motto: „Ich kann ja eh nichts tun.“

    MuW Medienhaus: Am 19. November 2017, kurz vor Mitternacht, brach Ihr Parteivorsitzender die Sondierungsgespräche mit den Worten ‚Es ist besser nicht zu regieren, als falsch zu regieren‘ ab. Wie stehen Sie zu dieser Aussage? Gerade auch wieder im Hinblick auf den 26. September und danach?

    Muhanad Al-Halak: Wir hätten 2017 auf viele Inhalte verzichten müssen, die der FDP wichtig sind. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass die Entscheidung anders kommuniziert worden wäre. Jetzt geht der Blick nach vorne. Unser Ziel ist es, nach der Bundestagswahl so stark zu sein, dass eine Regierungsbildung ohne die FDP nicht möglich ist und die liberale Handschrift klar erkennbar wird.

    MuW Medienhaus: Über Ihr familiäres Umfeld, Freunde, Bekannte oder im Allgemeinen über Ihr privates Leben ist sehr wenig in Erfahrung zu bringen – ist das Ihre (strategische) Absicht?

    Muhanad Al-Halak: Ich wohne in Grafenau, wo auch meine Eltern zuhause sind. Hier bin ich nach den ersten Kindheitsjahren im Irak mit meinen vier Geschwistern aufgewachsen, zwei Brüder und zwei Schwestern. Sie leben alle in der Umgebung, haben Kinder, und wir verstehen uns gut miteinander. Wer mag, kann sich auch in den Sozialen Medien über mich informieren – ich bin da sehr offen.

    MuW Medienhaus: Hass, Hetze, Rechtsradikalismus, Antisemitismus; das scheint die FDP auch heuer im Wahlkampf nicht groß zu interessieren: und Sie?

    Muhanad Al-Halak: Das ist ein völlig falscher Eindruck. Nicht nur für mich, sondern auch für die FDP ist die Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus ein zentrales Thema. Wir stellen uns Diskriminierung und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit aktiv entgegen. Rechtsextreme Vereinigungen müssen konsequent verboten, die Beobachtung rechtsextremer Gefährderinnen und Gefährder zügig intensiviert werden. Für Hass, Hetze, Rechtsradikalismus und Antisemitismus ist kein Platz in der Gesellschaft.

    MuW Medienhaus: Nennen Sie uns drei Punkte aus Ihrem persönlichen Wahlkampf, die Ihnen besonders am Herzen liegen – und nicht im offiziellen FDP-Wahlprogramm nachzulesen sind.

    Muhanad Al-Halak: Für mich persönlich ist es wichtig, bürgernah zu sein und meine Heimat Niederbayern für die Zukunft zu stärken, damit junge Leute nicht in die Ballungszentren abwandern müssen. Ich will, dass Familien hier gut leben können. Berufliche Bildung, Integration und Digitalisierung sind ohnehin meine Herzensthemen.

    MuW Medienhaus: Gibt es drei Punkte, Aussagen oder Statements im offiziellen Wahlprogramm der FDP, die Sie persönlich nicht teilen können bzw. eine differenzierte Meinung vorherrscht?

    Muhanad Al-Halak: Wenn dies der Fall wäre, wäre ich in der falschen Partei. In allen wichtigen Fragen stimme ich mit den Zielen der FDP überein.

    Im Interview mit MuW Medienhaus in Hutthurm: FDP-Bundestagskandidat Muhanad Al-Halak aus Grafenau (Foto: Privat)

    MuW Medienhaus: Herr Al-Halak, wären Sie bitte so nett, die nachfolgenden Aussagen/Sätze zu ergänzen bzw. zu vervollständigen?

    Mein Smartphone ist für mich…
    die Verbindung in die große und die kleine Welt.

    Ich liebe Anzüge und Krawatten, weil…
    ich mich darin wohlfühle und ich schick ausschaue.

    Der Bayerische Wald…
    ist meine Heimat.

    Wenn ich was kochen muss, dann…
    brauche ich Hilfe.

    Musik ist für mich…
    Entspannung.

    Ein Atommüll-Endlager in Saldenburg…
    ist zu verhindern.

    Ein bedingungsloses Grundeinkommen…
    darf die Eigenverantwortung nicht untergraben und ist kaum finanzierbar.

    Digitalisierung an den Schulen…
    braucht noch immer einen gewaltigen Schub.

    Am 27. September 2021 bin ich…
    unterwegs, um mich bei WählerInnen und HelferInnen für ihre Unterstützung zu bedanken, egal wie die Entscheidung am 26. September für mich persönlich ausfällt.

    Gewerkschaften sind…
    die Stützen von Arbeitnehmern.

    Arbeitgeber sind…
    die Motoren für die wirtschaftliche Entwicklung.

    Dieses Interview ist einfach…
    cool.

    Meine größte Schwäche ist…
    schwer ’nein‘ sagen zu können.

    Meine Stärken liegen…
    in der Geduld.


    JA oder NEIN; beantworten Sie uns bitte die nachfolgenden Fragen:

    Soll der Mindestlohn auf mind. 12 Euro angehoben werden?
    Schrittweise

    Sollen die Kita-Gebühren abgeschafft werden?
    Jein

    Sollen Volksentscheide – bei wichtigen Sachfragen – auf Bundesebene eingeführt werden?
    Ja

    Soll das Wahlalter bei Bundestagswahlen auf 16 Jahre gesenkt werden?
    Ja

    Soll eine Vermögenssteuer erhoben werden?
    Nein

    Soll aktive Sterbehilfe in Deutschland erlaubt sein?
    Nein

    Soll der Kohleausstieg bereits 2030 erfolgen (anstatt 2038)?
    Ja

    Sollen zur Bewältigung der Corona-Pandemie Steuern und Abgaben erhöht werden?
    Nein

    Soll die Ausweisung von straffällig gewordenen Ausländern erleichter werden?
    Das kann man nicht mit ja oder nein beantworten

    Soll es ein generelles Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen geben?
    Nein

    Herr Muhanad Al-Halak, wir bedanken uns bei Ihnen ganz herzlich für das Interview!

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