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Mittwoch, April 24, 2024

„Es hilft oft schon, einfach nur da zu sein“

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MdL Waschler und MdL Taubeneder besuchen Helfer vor Ort in Tiefenbach

Tiefenbach. „Unser kleiner Mini – das Einsatzfahrzeug – hat einen hohen Bekanntheitsgrad. Entweder wir waren bei den Menschen schon persönlich vor Ort, bei den Nachbarn oder man kennt uns eben vom Hören-Sagen und Sehen“, erzählt Andreas Lindmeier, Leiter der Helfer vor Ort in der Gemeinde Tiefenbach, bei einem Besuch der Landtagsabgeordneten Prof. Dr. Gerhard Waschler und Walter Taubeneder (in dessen Funktion als BRK-Kreisvorsitzender) sowie mit Bürgermeister Christian Fürst. Hintergrund sei, sie die Abgeordneten, eine Aktion der CSU-Landtagsfraktion, die die hohe Wertschätzung gegenüber dem Ehrenamt zum Ausdruck bringen soll.

Den ortsansässigen BRK-Ergänzungsdienst zum üblichen Rettungsdienst gibt es für die Gemeindebereiche Ruderting und Tiefenbach seit 2016. „Wir sind derzeit ein Team von fünf Leuten – klein, aber dafür oder gerade deswegen läuft es richtig gut“, so Lindmeier. Alle Fünf seien bestens ausgebildet. „Das sind wir den Menschen vor Ort, die sich auf uns verlassen, schuldig. Unser Anspruch ist eine gute Ausbildung.“

Das Team hat seit dem Start des Zusatzdienstes vor etwa sieben Jahren rund 1.000 Einsätze gefahren. „Wir werden über die ILS immer mit alarmiert, wenn in unserem Raum ein Rettungseinsatz gemeldet wird. Auch wenn wir für Notfälle gerüstet sind, geht es tatsächlich nicht immer darum Leben zu retten, oft hilft es einfach schon, da zu sein“, blickt der 48-Jährige auf seinen Piepser in der Hostentasche.

Die Kerneinsatzzeit für den HvO liege auf dem Wochenende und werktags zwischen 18 und sechs Uhr morgens. Allein in diesem Jahr hat Andreas Lindmeier mit seinem Team bereits 110 Einsätze gefahren – im Durchschnitt werden die Helfer vor Ort jeden zweiten Tag zu einem Notfall gerufen. „Die Herausforderung ist sicherlich, dass man als Ersthelfer immer in der ersten Reihe steht und tatsächlich gefordert ist“, so Lindmeier, der seit mittlerweile 30 Jahren im Ehrenamt tätig ist. „Als Intensivpflegekraft habe ich gelernt, den Menschen zu helfen, habe mich damals dazu entschlossen, ins Krankenhaus zu gehen und gleichzeitig in die ehrenamtliche Schiene beim BRK einzutreten.“

Die Menschen verlassen sich mittlerweile auf die Helfer vor Ort (HvO). „Wir überbrücken bei Rettungseinsätzen die Zeit bis zum Eintreffen des öffentlich-rechtlichen Rettungsdienstes“, erklärt Lindmeier den Modus weiter. Dabei profitiert das Team von dem Fahrzeug direkt vor der Haustüre. „Man sieht, wie schnell sie da sind – das macht manchmal fünf bis zehn Minuten aus, die für die Erstversorgung entscheidend sein können“, betont auch Bürgermeister Christian Fürst, der in diesem Zusammenhang auch die enge und gute Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und BRK vor Ort betont.

Die große Anzahl an Einsätzen hat die Zeichen der Zeit am bereits gebraucht angeschafften BMW-Mini schnell voranschreiten lassen. So haben die Helfer vor Ort über eine gewitzte Spendenaktion zuletzt für ein neues Auto geworben. „Die Spendenbereitschaft war enorm, und wir haben auf ein halbes Jahr das Geld für ein neues Auto und sogar den dazugehörigen Ausbau mit Blaulicht, Beklebung und Ähnlichem, zusammenbekommen – von Privatleuten, Firmen, aber auch den beiden Kommunen“, ist Lindmeier immer noch schwer begeistert und dankbar für den Zuspruch aus der Bevölkerung – „das spiegelt den Rückhalt unseres Dienstes bei der Bevölkerung wider.“

„Das BRK hat vor allem deswegen einen guten Namen bei den Menschen, weil die Mitarbeiter und Ehrenamtler eine tolle Arbeit machen – hochmotiviert und verlässlich sind“, dankt auch der BRK-Kreisvorsitzende Walter Taubeneder für das Engagement der ehrenamtlichen Helfer. „Für die Menschen vor Ort sind ehrenamtliche Helfer ein großer Mehrwert und wertvoll für das gesamte Sicherheitsgefühl“, so MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler. „Die beste Rückmeldung ist die Rückmeldung von den Menschen. Ich mache es immer noch sehr gern“, dankt Lindmeier für das Interesse der Abgeordneten.

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