Erstmals virtuell: KDFB-Delegiertenversammlung 2021

Die Delegiertenversammlung des KDFB in der Diözese Passau fand wegen der Corona-Pandemie erstmals virtuell statt (Foto: KDFB)

Premiere geglückt: Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) in der Diözese Passau hat seine Delegiertenversammlung aufgrund der anhaltenden Pandemielage erstmals virtuell stattfinden lassen. Per Livestream waren am Samstagnachmittag (20.03.2021) über 200 Delegierte und einige Gäste zugeschaltet

Passau. „Es ist ein eigenartiges Gefühl hier zu stehen, zu Ihnen zu sprechen und in keine Gesichter zu sehen, keine Stimmung zu spüren. Eine persönliche Begegnung mit Ihnen wäre um vieles angenehmer und einfacher“, sagte die Diözesanvorsitzende Bärbel Benkenstein-Matschiner zu Beginn. Doch der Vorstandschaft sei es ein großes Anliegen gewesen, am vereinbarten Termin festzuhalten und die Versammlung nicht ausfallen zu lassen oder zu verschieben, wie es im Vereinsrecht aktuell wegen Corona möglich wäre. Das Konzept für das digitale Format sah vor, dass lediglich Bärbel Benkenstein-Matschiner und ihre Stellvertreterinnen Anne-Marie Ederer, Waltraud Lerchl, Marianne Speckbacher und Gerda Stöfl, wenige Mitarbeiterinnen, die Techniker sowie Dr. Almut Franke-Postberg, Referentin beim KDFB-Landesverband und Moderatorin der Versammlung, im Festsaal St. Valentin in Passau persönlich anwesend waren. Sie alle waren zuvor negativ auf das Corona-Virus getestet worden. Die Delegierten selbst nahmen vom heimischen Bildschirm aus teil. Mit Hilfe von passwortgeschützten Zugängen konnten Abstimmungen via Klicks durchgeführt werden. Zudem hatten die Delegierten dank der Chatfunktion die Chance, Fragen zu stellen oder Kommentare abzugeben.

Vielfältiges Bildungsangebot – trotz Corona

Im Rahmen der Versammlung wurde deutlich, dass die Corona-Krise das Verbandsleben gehörig auf den Kopf gestellt hat. „Der Beratungsbedarf der Zweigvereine war sehr hoch. Die Mitarbeiterinnen in der Geschäftsstelle waren dadurch sehr gefordert, um immer auf dem aktuellsten Stand zu sein und kompetent Auskunft zu geben. Jede Veranstaltung stand auf dem Prüfstand und wurde teilweise mehrmals umgeplant. Es war und ist eine Menge Arbeit“, berichtete Benkenstein-Matschiner. Ebenso deutlich kam allerdings zum Ausdruck, dass dank kreativer Ideen und großer Flexibilität trotz der allgegenwärtigen Einschränkungen sehr viele Veranstaltungen und Angebote in veränderter Form und meist digital stattfinden konnten. „Aus vermeintlichem Stillstand wurde ein wahrhaft emsiges Treiben: absagen, Termine verschieben, informieren, dokumentieren, umplanen, neu ausschreiben, umlernen, dazu lernen, die technische Ausrüstung aufrüsten, Perspektiven wechseln und mutig sein waren angesagt“, sagte Anne-Marie Ederer als Vorsitzende des KDFB-Bildungswerks. Die Devise des Diözesanverbandes: Neues wagen. Und so fiel der Jahresrückblick auf 2020 keineswegs kürzer aus als in den Vorjahren. Bei der Reise durch das vergangene Verbandsjahr ließ die Vorstandschaft gemeinsam mit den Delegierten zahlreiche digitale Angebote, frauenbewegte Gottesdienste und Solidaritäts-Aktionen Revue passieren. Ergänzt wurden die Beiträge um Wortmeldungen von Seiten der Landfrauenvereinigung und des VerbraucherService Bayern im KDFB, deren Vertreterinnen via Zoom zugeschaltet waren und ebenfalls von ihrem Engagement im Corona-Jahr 2020 berichteten. Die Arbeit der Kommissionen wurde von Bildungsreferentin Tanja Kemper geschildert. Einen sehr emotionalen Moment steuerte zudem die geistliche Begleiterin Hildegard Weileder-Wurm bei. Mit bewegenden Worten erinnerte sie an Domkapitular Manfred Ertl, der am 21. Mai 2020 überraschend im Alter von 68 Jahren verstorben war. „Manfred Ertl hat neun Jahre unseren Diözesanverband geistlich begleitet. Dankbar erinnern wir uns an seine Herzlichkeit, Lebensfreude und Mitmenschlichkeit“, so Weileder-Wurm. Wegen coronabedingter Einschränkungen war eine Teilnahme an Beerdigung oder Requiem nur bedingt möglich. Um Manfred Ertl ein ehrendes Andenken zu bewahren, wird zum ersten Sterbetag am 21. Mai 2021 eine Andacht mit Besuch seines Grabes in Lalling stattfinden.

Die Diözesanvorsitzende Bärbel Benkenstein-Matschiner (rechts) und die weiteren Frauen der Vorstandschaft waren im Festsaal St. Valentin zusammengekommen, die Delegierten selbst verfolgten die Versammlung über den Livestream (Foto: Tanja Kemper)

Aufteilung des Mitgliedsbeitrags

Zentraler Tagesordnungspunkt der Delegiertenversammlung war zudem eine Abstimmung zur kontrovers diskutierten Beitragserhöhung auf 30 Euro und der künftigen jährlichen Anpassung um zwei Euro in den kommenden zehn Jahren. Anne-Marie Ederer und Marianne Speckbacher aus der Vorstandschaft erläuterten anschaulich, wie die Beschlussfassung zu Stande kam und welche Rolle hierbei der Bundes- und Landesverband spielen. So machten sie deutlich, dass der bayernweite Mitgliedsbeitrag laut Satzung bei der Landesdelegiertenversammlung abgestimmt wurde – und damit im Rahmen eines demokratischen Vorgehens von gewählten Frauen, die die gesamten Mitglieder vertraten, entschieden worden war. Derartige Beschlüsse sind laut Satzung für die Diözesanverbände und Zweigvereine bindend. Im Diözesanverband Passau selbst konnte die Beitragsaufteilung zwischen dem Diözesanverband und den Zweigvereinen entschieden werden. Dem Vorschlag der Diözesanvorstandschaft wurde hier mit großer Mehrheit von Seiten der Delegierten zugestimmt. Abgestimmt wurde zudem ein Antrag aus den Zweigvereinen Waldkirchen und Wildenranna, der zum Inhalt hat, dass der Diözesanverband Passau bei der Landesdelegiertenversammlung einen Antrag über die Aussetzung der jährlichen Beitragserhöhung stellen soll, damit diese neu gestaltet beziehungsweise neu verhandelt wird. Knapp die Hälfte der Delegierten stimmte dem Antrag zu.

Ausblick auf 2022

Wichtiger Bestandteil einer jeden KDFB-Delegiertenversammlung ist normalerweise auch der Bildungsteil. Geplant war das Thema „Fehldiagnose Frau – Wie Krankheiten sich bei Frauen anders zeigen“ mit Referentin Dr. Anna-Maria Dieplinger. Der Bildungsteil wird im kommenden Jahr bei der Delegiertenversammlung 2022 nachgeholt, die dann hoffentlich wieder in Präsenz stattfinden kann. Sie wird ein wichtiger Termin für den KDFB-Diözesanverband, denn es stehen auch Neuwahlen an. Da drei Frauen aus der bisherigen Vorstandschaft nicht mehr zur Verfügung stehen werden, läuft die Suche nach möglichen Kandidatinnen bereits auf Hochtouren.