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Freitag, April 12, 2024

Ein Leitfaden für ökologisch wertvolle Waldflächen

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Nationalpark stellt Interregprojekt in Bayerisch Eisenstein interessierten Fachleuten vor

Bayerisch Eisenstein. Wie kann man Biodiversität fördern und Waldnaturschutzkonzepte für den Böhmerwald entwickeln? Mit dieser Frage beschäftigen sich gerade Forscher und Naturschützer der Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava sowie der Goethe Universität Frankfurt. Das Interregprojekt, das auf deutscher Seite im Bereich der Nationalparkdienststelle Bayerisch Eisenstein durchgeführt wird, konnte nun bei einer Informationsveranstaltung interessierten Fachleuten vorgestellt werden.

Im Rahmen des Projektes wird in der Managementzone des Nationalparks gezielt vielfältiges Totholz gefördert. Auch Maßnahmen zur Förderung von Tannen, Linden und Ulmen sowie die Anzucht und Pflanzung von 200 Eiben inklusive dem Schutz vor Wildverbiss sind in dem Projekt enthalten. „Darüber hinaus läuft ein Monitoring von Flechten, Insekten, Moosen und Pilzen“, erklärt Projektkoordinator Peter Karasch. „Hauptziel ist eine Biotop-Verbesserung in der Managementzone. Insgesamt werden wir 150 Hektar Waldflächen ökologisch aufwerten, an definierten Stellen optimieren und so ideale Lebensräume für Flechten, Moose, Pilze und Insekten schaffen.“

An der Exkursion nahmen Bayerisch Eisensteins Bürgermeister Michael Herzog, Vertreter der Bayerischen Staatsforsten, der Forstverwaltung, der Unteren Naturschutzbehörde, der Universität Prag, des Bund Naturschutz sowie Privatwaldbesitzer teil. „Die bunte Zusammensetzung der Teilnehmer zeugte davon, dass das Thema für die unterschiedlichsten Gruppen interessant ist.“ Besonders beeindruckt waren die Teilnehmer von der Ausbringung von Tannenstämmen und den damit verbundenen Impfversuchen. Auf dem Totholz sollen seltene Pilzarten, wie der Duftende Feuerschwamm, der Tannenstachelbart oder der Heidelbeer-Kammpilz, durch die Ausbringung von Kulturmyzel gezüchtet werden.

An ausgebrachten Tannenstämmen wird im Rahmen des Projektes versucht, den Heidelbeer-Kammpilz zu züchten (Foto: Peter Karasch/Nationalpark Bayerischer Wald)

Die Führung der Exkursion übernahmen Peter Karasch und Revierförsterin Silvia Pflug, die den Teilnehmern die praktische Umsetzung im Gelände vorstellte. „Die Versuchsanordnungen, die für die Forschungen notwendig sind, stellen uns immer wieder vor große Herausforderungen“, erklärte Silvia Pflug. Letztendlich werden nun alle geplanten Verbesserungen auf den unterschiedlichen Flächen umgesetzt. In diesem Zusammenhang bedankte sie sich bei den Mitarbeitern von der Nationalparkdienststelle Bayerisch Eisenstein für ihren Einsatz. Die Übersetzung für die tschechischen Gäste übernahm Pavel Becka.

Auch Professor Claus Bässler von der Goethe Universität Frankfurt stand für Fragen zur Verfügung und gab einen Einblick in die Waldnaturschutzkonzepte, die gerade erarbeitet werden. Zum Jahresende sollen diese in einer Broschüre erscheinen.

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