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Freitag, Mai 24, 2024

Die Windräder in Wiesenfelden

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Infofahrt und Besichtigung

Wiesenfelden (Landkreis Straubing-Bogen). Zu einer Infofahrt zu den nächstgelegenen Windrädern in Wiesenfelden hatte kürzlich Deggendorfs Landrat Bernd Sibler geladen. Aus aktuellem Anlass der Energiekrise und der Energiewende, wie der Landkreischef sagt. Deshalb organisierte er die Infofahrt per Bus für seine Landratsstellvertreter, die Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen, die Mitglieder des Planungsausschusses, die zuständige Bauabteilungsleiterin sowie für die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Landkreiskommunen.

Die rund vierzig Teilnehmenden umfassete Gruppe erlebte die derzeit bestehenden zwei Windräder im Windpark Schiederhof in der Gemeinde Wiesenfelden direkt vor Augen und war beeindruckt vom schon bereitliegenden Spezialkran, der mit einer Arbeitshöhe von ca. 150 Meter demnächst das dritte Windrad errichten wird.

Die Windräder stehen auf privaten Waldflächen der Fürstenfamilie Thurn und Taxis, ebenso sind die Zubringer-Forstwege im Eigentum dieser größten privaten Waldbesitzerin in Deutschland. Wiesenfeldens Bürgermeister Andreas Urban begrüßte direkt vor Ort und Stelle der Windräder die kommunalen Amtsträgerinnen und -trägern und schilderte den politischen und verfahrenstechnischen Weg von der Idee bis zum Bau der beiden Windräder. Er sprach dabei den anfänglichen Gegenwind aus der Bevölkerung an, der sich aber relativ schnell gelegt habe sowie auch naturschutzfachliche Aspekte, wie beispielsweise den Schutz der Haselmaus und des Schwarzstorches. Für Urban fördert eine offene Kommunikation von Seiten der Kommune und der Betreibergesellschaft die Standortakzeptanz bei der Bevölkerung. Willkommen sind ihm natürlich auch die nach dem EEG der Kommune zufallenden Beträge.

Mit Sepp Bauer stand ein Fachmann der Betreiber-Gruppe OSTWIND den interessierten Kommunalvertretern Rede und Antwort. Ostwind hat in Bayern bislang 57 Windenergieanlagen mit 167 MW Leistung auf Forstflächen realisiert. In Wiesenfelden wurden zwei Windenergieanlagen vom Typ Vestas mit 3,45 MW bzw. 4,2 MW Leistung errichtet. Die Nabenhöhe liegt bei 125 Metern bzw. 149 Metern: Die Rotordurchmesser liegen einmal bei 136 Metern sowie einmal bei 150 Metern. Die Fundamente reichen zehn Meter tief in den Boden, die voraussichtliche Bauzeit für ein Windrad beträgt in der Regel zwei bis drei Monate. Schwierig ist die Anlieferung der Windradflügel mit jeweils über 70 Metern Länge, die mit Spezialfahrzeugen – wie den Telesattel oder Selbstfahrer – transportiert werden.

Diese für das Binnenland entwickelten Anlagetypen stehen für mehr Effizienz, stärkere Erträge und niedrigere Geräuschemissionen. Bei relativ geringem Wind hörte die Besuchergruppe unmittelbar beim Windrad stehend, kaum ein Geräusch. Die beiden Vestas-Windräder erzeugen nach Betreiberangaben sauberen Ökostrom ohne den Wald in seinen zentralen Funktionen zu beeinträchtigen.

Die Teilnehmenden diskutierten lebhaft mit den anwesenden Experten die rechtlichen, technischen, umweltmäßigen und wirtschaftlichen Fragen zur Errichtung und zum Betrieb von Windrädern. Mit den künftig drei Windrädern im Landkreis Straubing-Bogen, kurz vor der Grenze zur Oberpfalz, hat Niederbayern drei „Prototypen“ mit hoher Akzeptanz vor Ort.

Die Teilnehmenden zeigten sich durchaus beeindruckt von den Windkraftanlagen im heimischen Umfeld. Der Regionale Planungsverband Donau-Wald aktualisiert derzeit seine Raumplanungen zu geeigneten Standorten für Windkraftanlagen, insbesondere heimatliche Höhenlagen könnten dafür in Frage kommen. Insofern kann durchaus Windkraft auch im Landkreis Deggendorf vielleicht ein Thema werden.

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