Der Bayerische Wald als essbare Landschaft

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    Gelungene „Wald.Wild.Wirtshaus-Tour“ der Genussregion Niederbayern

    Vier Abende lang stand in den letzten Wochen Wildfleisch im Bayerischen Wald im Zentrum der kulinarischen Aufmerksamkeit. Die Genussregion Niederbayern – ein Gemeinschaftsprojekt des Amts für Ländliche Entwicklung Niederbayern und des Bezirks Niederbayern – war mit der Wald.Wild.Wirtshaus-Tour bei vier Köchen zu Gast. Für Projektleiter Lukas Dillinger war diese regionale Genussreise sowie dem Bewusstsein für regionale und innovative Lebens- und Genussmittel in das Licht der Öffentlichkeit zu rücken.

    Diesmal stand das Thema und Lebensmittel Wildbret im Fokus. „Bevor wir nach einem Jahr Entwicklungsarbeit mit der Marke ‚Genussregion Niederbayern‘ und unserem Online-Auftritt live gehen, wollten wir bereits unseren Anspruch nach außen tragen und zeigen, wohin die Reise mit diesem Projekt gehen soll: Mehr Vielfalt und Wertigkeit auf unserem Teller sowie mehr Wertschätzung aller Akteure entlang der Lieferkette für Lebensmittel“, so Dillinger.

    Da die Genussregion in diesem Herbst zum ersten Mal öffentlich in Erscheinung trat, hat sich der Projektleiter etwas ganz Besonderes ausgedacht: eine etwas andere kulinarische und gleichzeitig ernährungsbildende Eventreihe. Bei der Wald.Wild.Wirtshaus-Tour konnte man, während man isst, trinkt und etwas über die Region als essbare Landschaft erfährt, auch die Vielfalt Niederbayerns auf dem Teller wahrnehmen. „Wenn wir erfahren, dass es schmeckt, was aus den heimischen Wäldern der Region kommt und auf welche Art und Weise die Produkte verarbeitet werden, können wir eine neue, stärkere Verbindung zu unserer Identität herstellen – und das mit jedem Bissen.“

    Aus dem Wirtshaus Re(h)serviert in Frauenau; Wildschnitzel (Foto: Sepp Eder)

    Die vier verschiedenen Menüs wurden von Moritz Fliegerbauer vom Bio-Wirtshaus Fliegerbauer in Passau, Vroni Hafner vom Wirtshaus Hafner in Perlesreut, von Marlene Berger vom Re(h)serviert in Frauenau und von Familie Gstettenbauer vom Wildberghof Buchet in Bernried gezaubert. Jedes Menü war für sich eine eigene Interpretation der Wildküche im Bayerischen Wald. Von Rehtataki mit Sanddorn und Hagebutte, über Junghirschbraten in Rotweinsauce und Rehkeule in Kranawitensauce, bis hin zu Waldschwammerlravioli war alles vertreten.

    „Jeder der vier Abende war auf seine eigene Art und Weise besonders und jeweils eine ganz eigene Erfahrung. Immer geprägt durch die Orte und die Philosophie der Menschen selbst. Überall fanden wir außerordentliches Handwerk, und ich bin immer noch von jedem einzelnen Teller begeistert. Die Wild-Küche im Bayerischen Wald wird immer noch sehr vielseitig und mit viel Wissen dahinter angewendet. Diese Tradition, die einen enormen Nachhaltigkeitsanspruch hat, bleibt mit den Wirtshäusern erhalten. Darauf können wir stolz sein. Ein besonderer Dank gilt hierbei der Kochzunft, welche wir mit diesem Projekt ebenfalls herausstellen wollen“, so das positive Fazit des Projektleiters.

    Wirtshaus Hafner, Perlesreut – Rehrücken mit Pinienkernkruste (Foto: Sepp Eder)

    Auch Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, der sich im Re(h)serviert in Frauenau persönlich von der Qualität des heimischen Produkts Wildfleisch überzeugte, zeigte sich begeistert: „Mit dieser Veranstaltungsreihe ist es uns nicht nur gelungen, den Menschen den nachhaltigen Konsum von Wildfleisch aus unseren Wäldern schmackhaft zu machen, sondern wir haben auch die Wirtshäuser und vor allem deren besondere Küchen erlebbar gemacht. Ich freue mich auf viele weitere Aktionen in ganz Niederbayern, die uns Lust auf regionale Lebensmittel machen.“

    Beim Premiereabend in Perlesreut war auch Michael Kreiner, stellvertretender Amtsleiter des ALE in Landau, dabei. „Ein gelungener Auftakt der Genussregion Niederbayern mit vier ausverkauften Veranstaltungen rund um das Thema und Lebensmittel Wildbret“, lautete das zufriedene Fazit des Amtsleiters.

    Übers Mahl wurden die Gäste an allen Abenden auch musikalisch begleitet – und das von zwei Gruppen, die ihre Texte selbst schreiben und mit niederbayerischer Mundart hervorragend ins Konzept der Wald.Wild.Wirtshaus-Tour passten: Die vierköpfige Band „Landluft“ und das Ukulelen-Duo „mUKE“ bereicherten jeweils zwei Menüs mit ihren hintersinnigen Songs.

    Den Gästen hat es rundum geschmeckt, was sie mit ihrem Applaus für die Köche und Musiker gleichermaßen zum Ausdruck brachten. Und angesichts der kulinarischen Kreativität auf den Tellern ist allen klargeworden, dass Wildfleisch viel mehr kann als „nur“ Rehragout und darüber hinaus noch eine der nachhaltigsten Möglichkeiten für Fleischkonsum ist.

    In den folgenden Jahren sind weitere ernährungsbildende Veranstaltungen geplant. Die wilde Kräuter-Küche soll im nächsten Jahr im Mittelpunkt stehen. Zudem befindet sich das Team Genussregion bereits mitten in der Recherche zur Thematik Fisch in Niederbayern.

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