Dedicated to Steve

Steve Grossman beim INNtöne-Festival im Jahr 2015 (Foto: Tom Mesic)

Erinnerungskonzert für den lange in Europa lebenden Saxophonisten Steve Grossman

(von Tobias Schmidt)

Wenn man Jazzfreunde auf stilprägende Musiker des Hardbop-Revivals in den 1980er Jahren anspricht, fallen meist die Namen Wynton und Branford Marsalis und natürlich Sonny Rollins. Gern vergessen, wird dabei der aus Brooklyn stammende Saxophonist Steve Grossman. Trotz etwa 25 seit 1973 veröffentlichter Soloalben und zahlreicher Kollaborationen unter anderem mit Lonnie Liston Smith, Cedar Walton, Michel Petrucchiani, McCoy Tyner und natürlich seinem musikalischen Ziehvater Elvin Jones. Es mag daran liegen, dass er sich gerade in den frühen Jahre auf heute durchaus zum Wiederhören empfohlenen Alben wie „Some Shapes to Come“ oder „Terra Firma“ dem Fusion-Genre widmete und sich vor allem damals einen Namen machte.

Hineingeraten in dieses musikalische Fahrwasser war er 1969 mit gerade 18 Jahren, als ihn Miles Davis als Nachfolger von Wayne Shorter (der mit der Gründung von Weather Report zu tun hatte) in seine Band holte. Zweimal konnten Besucher des INNtöne Jazzfestivals den vielgeschätzten Musiker live erleben: 2010 mit eigenem Quintett, was für ihn ein Farewell-Gig nach zwanzig Jahren Leben in Europa war; und nochmals 2015 gemeinsam mit dem Trio von Prof. Martin Sasse. Da war Grossman bereits erkrankt.

Im vergangenen August starb er 69-jährig in New York. Nach ähnlichen Projekten zum Beispiel im Frankfurter Jazzkeller haben sich nun vier Schüler und Begleiter Steve Grossmans zu einem „Dedicated to Steve“ (dt. „Steve gewidmet“) betiteltem Erinnerungskonzert zusammen gefunden, welches das Passauer Café Museum als Livestream ausspielen wird:  

Piero Odorici, Saxophonist und Schülers Steve Grossmans aus Bologna, Pianist Andrea Pozza und Bassist Aldo Zunino, beide fast 30 Jahre lang Tourneebegleiter Grossmans auf seinen Tourneen. Der Österreicher Bernd Reiter saß 2010 beim erwähnten Inntöne-Konzert am Schlagzeug. In Frankreich, wo Grossman lange lebte, holte er bei Konzerten immer wieder gern einen, damals noch nicht so bekannten Trompeter und Flügelhornisten (mit bestechend schönem Ton!) auf die Bühne:

Stephane Belmondo wird diese Passauer Erinnerungsformation zum Quintett ergänzen. Das Konzert findet am Dienstag, 2. März um 20 Uhr statt, der Livestream ist dann unter www.cafe-museum.de im Internet abrufbar.  

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