BRK-Präsident Zellner fordert harten Lockdown zum Schutz der Pflegenden und Pflegebedürftigen

Aufgrund der grassierenden Infektionsentwicklung

München. Im Interview mit der Abendzeitung (heutige Ausgabe, 11.12.2020) fordert BRK-Präsident Theo Zellner angesichts der grassierenden Infektionsentwicklung einen sofortigen Lockdown zum Schutz der Pflegebedürftigen und der Pflegenden.

Dabei sagte BRK-Präsident Theo Zellner wörtlich: „Es war ein sehr anstrengendes Jahr, vor allem deshalb, weil sich die Krise so lange hinzieht. Die Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen des BRK sind es gewohnt, dass sie zwar in schlimme, aber doch relativ kurze Einsätze geschickt werden – zum Beispiel bei einer Schneekatastrophe oder bei Hochwasser. Aber jetzt ist es ein Dauerzustand des Angespanntseins. Ich nenne nur die Pflegerinnen und Pfleger. Ich habe ständig davor gewarnt, dieser Seitwärtsbewegung der Fallzahlenentwicklung zu lange zuzuschauen. Und deswegen brauchen wir jetzt einen Lockdown, der wirklich ein Lockdown ist. Im Frühjahr hat sich gezeigt, dass dann die Zahlen sinken. Und hinzu kommt, dass, wenn wir jetzt einen richtigen Lockdown machen, wir –  wenn es gut läuft – danach in eine Zeit kommen, in der die Impfung da sein sollte. Vor allem geht es aber darum, diejenigen zu schützen, die seit März immer und immer wieder in den Krankenhäusern und Altenheimen unglaublich viel leisten.“

Zur Wirksamkeit des „Lockdown-light“ teilte Präsident Zellner mit: „Ich bin überzeugt, dass die Politik sich mit der Thematik intensiv befasst hat, aber es war schon Mitte November absehbar, dass diese „kleinen“ Maßnahmen nicht ausreichen. Wir sind sehr froh, dass es jetzt zumindest ein Konzept für den Besuch im Altenheim gibt, aber wir brauchen einen schärferen Lockdown. Worauf warten wir noch?“