Sie sind dankbar für neun Jahre erfolgreiche Projektpartnerschaft zwischen Passau und Brasilien (v.l.): Hildegard Weileder-Wurm (geistliche Begleiterin des KDFB-Diözesanverbands Passau), Projektleiterin Rosmarie Obermaier und KDFB-Diözesanvorsitzende Bärbel Benkenstein-Matschiner (Foto: KDFB Diözesanverband Passau)

Adeus „Pingi-Pongi“

KDFB-Diözesanverband Passau feiert Abschluss von Brasilienprojekt

Passau. Im Zeichen der weltweiten Frauensolidarität hat der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) in der Diözese Passau in den vergangenen neun Jahren mit „Pingi-Pongi“ ein Projekt der besonderen Art unterstützt. Frauen mit psycho-sozialen Problemen in der brasilianischen Diözese Alagoinhas erhielten die Chance auf mehr Lebensqualität und Selbstbestimmung. Nun war es an der Zeit, Abschied zu nehmen.

Die Partnerschaft zwischen KDFB-Frauen aus der Diözese Passau und den brasilianischen Frauen hat tiefe, prägende Spuren hinterlassen – das war die zentrale Botschaft des Festabends in der Kulturwirtschaft Ottmaring in Buchhofen. Leiterin Rosmarie Obermaier, ohne die das Projekt von Beginn an nicht denkbar gewesen wäre, stellte bei brasilianischer Musik und mit Hilfe zahlreicher Fotos und persönlicher Geschichten heraus, wie vielfältig die Unterstützung des Frauenbundes gewirkt hatte.

„‚Pingi-Pongi‘ hat den Frauen geholfen, ihre Isolation zu lindern. Es war wie eine Selbsthilfegruppe“, sagte Obermaier, die auf insgesamt 25 Jahre missionarischer Tätigkeit in Brasilien zurückblickt. Zur Realisierung des Projekts hatte der Frauenbund zu Beginn der Partnerschaft im Oktober 2012 eine Papierzerreißmaschine finanziert, mit der die Teilnehmerinnen alte Akten vernichteten. Aus den Schnipseln machten sie Pappmaschee. Daraus gestalteten sie kreative Dinge wie Brief- oder Geschenkpapier oder auch Grußkarten. „Dass in der Gruppe, die sich einmal pro Woche traf, nicht nur geredet, sondern auch etwas getan wurde, war sehr wichtig. Das war die eigentliche Therapie“, so Obermaier. Denn so erkannten die Frauen, dass sie etwas schaffen können und sasmmelten Erfolgserlebnisse, was wiederum ihrem Selbstvertrauen einen Schub gab.

Projektleiterin Rosmarie Obermaier (stehend) ließ im Beisein zahlreicher Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter die Erfolge des Projekts „Pingi-Pongi“ Revue passieren (Foto: KDFB Diözesanverband Passau)

Ebenfalls wichtig beim Projekt: Die Partnerschaft sollte keineswegs einseitig ausfallen. Deshalb gingen die Grußkarten und die anderen Erzeugnisse an den KDFB-Diözesanverband Passau zurück. „Wir haben die Karten beispielsweise für die Weihnachtspost verwendet und das Geld, das wir ansonsten für den Kauf der Karten ausgegeben hätten, wieder an ‚Pingi-Pongi‘ gespendet. Auch unseren Zweigvereinen haben wir die Erzeugnisse angeboten“, berichtete die KDFB-Diözesanvorsitzende Bärbel Benkenstein-Matschiner. So entstand das „hin und her“, für das der Projektname „Pingi-Pongi“ steht. „Weil wir auch Frauen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, eine Chance bieten möchten, hat es sehr gut zu uns gepasst, mit psychisch erkrankten Frauen zusammenzuarbeiten“, stellte Benkenstein-Matschiner klar. Möglich sei das aber nur gewesen, weil Rosmarie Obermaier vor Ort die Leitung übernommen hatte. „Das Projekt ist direkt an Rosmarie gebunden. Weil sie nun bald in den Ruhestand geht, es keine Nachfolgerin gibt, die die Leitung übernehmen könnte, und zwischenzeitlich auch die Partnerschaft der Diözesen Alagoinhas und Passau beendet wurde, ist es leider an der Zeit, ‚Pingi-Pongi‘ zu beschließen“, erklärte die Diözesanvorsitzende.

Allerdings bedeutet das nicht das Ende der Eine-Welt-Arbeit des KDFB. Künftig wird mit dem missio-Projekt „Claire Amitié“ ein Bildungszentrum für junge Mädchen und Frauen in Thiès im Senegal unterstützt. Hier werden sie befähigt, ein eigenständiges Leben zu führen. Der offizielle Auftakt der neuen Projektpartnerschaft wird am Freitag, 15. Oktober im Haus der Jugend in Passau gefeiert. Ab 18 Uhr ermöglicht Leiterin Louise Ndione aus Thiès intensive Einblicke in „Claire Amitié“. Interessierte sind zu diesem Kennenlernabend herzlich eingeladen. Eine Anmeldung im KDFB-Büro unter Telefon 0851 36361 oder Email kdfb.passau@bistum-passau.de ist erforderlich.