Auch ohne Schnee wurde das Jubiläum des SC Herzogsreut zu einem sportlichen und gesellschaftlichen Höhepunkt – mit Nostalgie, Wettkampfgeist und viel Begeisterung aus der Bevölkerung
Herzogsreut. Mit bald 89 Jahren gehört er zu jener Generation, die nicht unbedingt für große Reden bekannt ist – und erst recht nicht für Lobeshymnen. Nicht nur deshalb ist das schlichte Urteil („a super Sach‘“) aus dem Munde von Walter Heindl nichts anderes als ein Ritterschlag für die Organisatoren. Vor allem, wenn man dabei die Mimik des weitum bekannten Freyungers betrachtet.
Doch der Skipionier des Bayerwaldes strahlte anlässlich der Jubiläumsfeier „130 Jahre Skisport Herzogsreut“ nicht nur äußerlich. Dass sich Heindl in seinem Element fühlte, war ihm deutlich anzumerken – obwohl er nicht auf seinem Lieblingsuntergrund, dem Schnee, unterwegs war.
Ja, die vielen Mühen der Verantwortlichen um Dieter Damasko, Wintersport-Spartenleiter des ausrichtenden Vereins SC Herzogsreut, haben sich am Ende doch noch gelohnt. Erst im dritten Anlauf konnte das Nostalgierennen am Fuße des Haidels ausgetragen werden. Zweimal musste es aufgrund Schneemangels verschoben werden – und auch der tatsächliche Feiertag ging ohne Schnee und somit ohne alpines Geschehen über die Bühne.
Plan B greift: Geselligkeit, Musik und Sport in der Stockhalle
Denn „Plan B“ in Form eines Jokerturniers mit geselliger Umrahmung – allen voran von den Musikern „Waidler-Express“ – in der neuen Stockhalle des SC Herzogsreut wurde kurzerhand in die Tat umgesetzt.
Selbst „Patenonkel“ Eduard Hauenstein, der 1895 eines der ersten Skirennen Deutschlands in Herzogsreut organisiert hatte, wäre da wohl gerne mit dabei gewesen.
Sport ohne Schnee: Schweißtreibende „Trockenübungen“ mit Unterhaltungswer
Zumal auch tatsächlich (Winter-)Sport betrieben worden ist. Zwar ohne weiße Pracht, dafür aber mit ordentlich Schweißperlen auf der Stirn. Denn auch bei den „Trockenübungen“ in Form eines Tandem-Ski-Parcours, eines Milchkannen-Rennens, einer Holzkegelbahn, beim Stelzengehen, beim Zielschießen und beim Holzsägen wurden vor allem jene Partien des Körpers in Anspruch genommen, die auch beim Skifahren gefragt sind.
Kondition, Koordination – und Komik im Mittelpunkt
Kondition und Koordination standen ebenso im Fokus wie bei manchem Teilnehmer auch die Komik – also die Lach- beziehungsweise Bauchmuskeln. Der Spaßfaktor kam jedenfalls nicht zu kurz, sehr zur Freude der zahlreichen Zuschauer.
Die Sieger des Jokerturniers im Überblick
Und wie es sich für einen ordentlichen Wettbewerb gehört, gab es auch Sieger sowie eine Vielzahl an Zweitplatzierten, die von Landrat Sebastian Gruber ausgezeichnet wurden:
- 1. Platz: Die drei Lustigen Vier
- 2. Platz: D’Verwandtschaft
- 3. Platz: Die Rotbachauer
„Genau mein Wetter“: Ein Fest für Sport, Gemeinschaft und Erinnerung
„Leider hat auch dieses Mal das Wetter nicht mitgespielt“, zeigte sich Anton Breit, Sprecher des ausrichtenden SC Herzogsreut, einerseits traurig. Andererseits strahlte der ehemalige Vereinsvorsitzende mit der Sonne um die Wette. Denn das, was er am 28. Dezember erlebt hat, war genau sein Wetter: eine gelungene Mischung aus sportlichem und gesellschaftlichem (Groß-)Ereignis.
Ein Jubiläum, das bleibt – auch ohne weiße Pracht
Alles in allem war es ein Tag, der perfekt war – „nicht nur, um die Erinnerung an einen wichtigen Vorreiter des Skisports zu wahren, sondern auch aufgrund des großen Interesses und der Begeisterung in der Bevölkerung für das Nostalgierennen“.
Walter Heindl zieht, wie eingangs erwähnt, die knackigere Variante der Beurteilung vor – und fasst noch einmal treffend zusammen: „A super Sach‘!“









Fotos: Weigerstorfer/Blöchl




