14 Gourmet-Sterne strahlen 2021 an Ostbayerns Feinschmecker-Himmel

ählt zu Ostbayerns besten kulinarischen Adressen: "Johanns" Sternerestaurant im Bayerischen Wald. Foto: obx-news/Garhammer Waldkirchen

Haute Cuisine, High-End-Sushi und seelenschmeichelndes Soulfood: Die Region zwischen Regensburg und Passau erlebt eine „kulinarische Revolution“. Auch die Restaurant-Tester des Guide Michelin entdecken zunehmend die Reize der ostbayerischen Küche

Regensburg (obx) – Eigentlich ist eher deftig-bodenständige Kost das kulinarische Markenzeichen Altbayerns: Preßsack und Bauchstechala, Schweinebraten oder Karpfen Blau zählen traditionell zum gelegentlich sehr kalorienreichen Pflichtprogramm ostbayerischer Köche. Seit einigen Jahren ändern sich die Zeiten: Zahlreiche Gastronomen der Region sind in der jüngsten Vergangenheit in den kulinarischen Sternehimmel abgehoben. In ihren neuen Bestenlisten lassen die weltweit bedeutendsten Restaurant-Kritiker des Guide Michelin 14 Gourmet-Sterne über Ostbayern aufgehen – vier mehr als 2020 und fast doppelt so viele wie noch vor zwei Jahren, als die Region acht Sterne zählte.

Die Oberpfalz überrascht mit acht Sterneköchen mit in Summe neun der begehrten „étoiles Michelin“: Zu ihnen zählt – auch 2021 mit zwei Sternen dekoriert – Hubert Obendorfer mit seinem Restaurant „Eisvogel“ im Landhotel Birkenhof in Neunburg vorm Wald (Kreis Schwandorf). Auch der einst jüngste Sternekoch Deutschlands steht in der Oberpfalz am Herd. In seinem Restaurant „Storstad“ kreiert Anton Schmaus hoch über den Dächern von Regensburg nordisch inspirierte Gerichte. Die 2.000-jährige Stadt an der Donau freut sich in diesem Jahr über gleich zwei Neuzugänge: Im Sushi Restaurant Aska in Regensburg zaubert Meister Atsushi Sugimoto authentische Sushi-Gerichte voller Finesse. Maximilian Schmidt jun. kreiert im Roten Hahn in Regensburg neben Klassikern modern interpretierte und geschmacksintensive Gaumenfreuden mit skandinavischen und asiatischen Einflüssen. 
Bereits seit 2015 verteidigen Michael Laus und Christine Hess erfolgreich ihren Michelin Stern im „SoulFood“ in Auerbach (Kreis Amberg-Sulzbach), das Spitzenküche zu kleinen Preisen bietet. Zum wiederholten Mal ausgezeichnet wurde aktuell auch Gregor Hauers „Emotionale Küche“ im Restaurant „Gregor“s“ in Rötz (Kreis Cham) im Bayerischen Wald.  Zum Casual Fine Dining auf Sterne-Niveau lädt Stephan Brandl im Restaurant „Leo“s“ im Bayerwaldhof in Bad Kötzting (ebenfalls Landkreis Cham) ein. In entspannter und gemütlicher Atmosphäre genießen Gourmets dort französische „Haute Cuisine“. Neu in der Reihe der Oberpfälzer Sterneküchen: das „Cheval Blanc“ in Illschwang (Kreis Amberg-Sulzbach), wo Christian Fleischmann die Kritiker mit seinen „raffinierten Menüs mit moderner, frischer Note“ begeisterte. 

Ostbayern entwickelt sich immer mehr zum Paradies für Feinschmecker, wie hier im Bild im Gasthof „Zum Goldenen Kreuz“ in Saubersrieth im Oberpfälzer Wald. Foto: obx-news/Tourismusverband Ostbayern

Über Niederbayern strahlen 2021 fünf Michelin-Sterne: Alt und neu verbindet die Küche von Mathias Achatz im „Restaurant Buchner Welchenberg“ in Niederwinkling (Kreis Straubing-Bogen). Der junge Küchenchef mit internationaler Erfahrung wurde für seine „Küche voller Finesse“ mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Die ebenfalls vom Guide Michelin prämierte „Oswalds Gourmetstube“ ist Teil des Landromantik Wellnesshotels Oswald in Kaikenried (Kreis Regen). Dort bringt Thomas Gerber mit großem Können klassische Kompositionen auf die Teller. 

Mit Blick auf die Berge des Bayerischen Waldes speisen Feinschmecker im Restaurant „Johanns“ in Waldkirchen (Kreis Freyung-Grafenau). Der Küchenchef Michael Simon Reis setzt auf moderne Bayerwaldküche und wurde dafür erneut mit einem Stern geadelt. Seinen 2020 erstmals errungenen Stern verteidigt hat auch Michael Ammon, Küchenchef und Inhaber des kleinen urigen Restaurants „Jakob“ in Perasdorf (Kreis Straubing-Bogen). „Hohes Niveau mit angenehmer Bodenhaftung“, würdigten die Tester. Erstmals mit einem Stern ausgezeichnet haben die Michelin-Kritiker das „Kook36“ (Kreis Deggendorf) unter Leitung von Daniel Klein.