Oberbürgermeister Markus Pannermayr: Langfristig denken und besonnen argumentieren

Freyung. Auf Einladung des CSU-Kreisvorsitzenden Dr. Olaf Heinrich sprach der Oberbürgermeister der Stadt Straubing, Markus Pannermayr, am vergangenen Freitag im Kurhaus. Mit rund 230 Gästen war die Veranstaltung trotz mehrerer parallel stattfindender Empfänge gut besucht. In einer engagierten Rede rief der Oberbürgermeister zu politischem Engagement vor Ort und zu langfristigem Denken auf.

Nach einführenden Klängen der Blaskapelle Grainet begrüßte Bezirkstagspräsident Heinrich die zahlreich erschienenen Gäste und verwies darauf, dass „das neue Jahr in einer hektischen Zeit und mit vielen weltweiten Problemen begonnen hat“. Heinrich plädierte dafür, dass sich die Menschen durch internationale Handelskonflikte, Kriegsgefahren wie zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und dem Iran und vielen anderen großen Themen nicht verunsichern lassen sollten. „Wir treffen, jeder einzelne von uns, täglich Entscheidungen, die unsere Welt verändern. So können wir als Ehrenamtliche, in der Nachbarschaft in der wir wohnen, als Konsumenten oder als interessierte Bürger in unserem Ort einen Beitrag dazu leisten, dass sich unser Landkreis positiv entwickelt. Die Überschrift im neuen Jahr müsste daher lauten: Eigenverantwortung, Mut und Zuversicht im Jahr 2020 statt dem Gefühl der Machtlosigkeit und großer Verunsicherung“, so Heinrich.

Markus Pannermayr, Oberbürgermeister der Stadt Straubing, war eingeladen worden (Foto: Privat)

Pannermayr: Digitalisierung wird die Welt massiv verändern

Der seit zwölf Jahren amtierende Oberbürgermeister der kreisfreien Stadt Straubing beleuchtete aus der Sicht eines erfahrenen Kommunalpolitikers die zu erwartenden Entwicklungen im neuen Jahrzehnt. Er prognostizierte, dass die immer schneller voranschreitende Digitalisierung die Welt mindestens genauso stark verändern werde, wie die industrielle Revolution. „Die zentrale Frage wird jedoch sein, wie wir die Veränderung unserer Wirtschaft, unserer Arbeitswelt ja tatsächlich aller Lebensbereiche so gestalten, dass kein Mensch zurückbleibt. Der soziale Ausgleich muss weiterhin gewahrt bleiben, damit es zu keiner größeren Spaltung der Gesellschaft in Gewinner und Verlierer der Digitalisierung kommt.“

Als „große Herausforderung für die gesamte Welt“ bezeichnete Oberbürgermeister Pannermayr die Frage, wie ein Gleichgewicht aus wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit und ökologischer Verantwortung erzielt werden könne. „Es wird niemand mehr ernsthaft bezweifeln, dass wir im Bereich Klimaschutz schnell vorankommen müssen. Gleichzeitig muss aber alles dafür getan werden, dass unsere Arbeitsplätze erhalten bleiben und die deutsche Wirtschaft auch in Zukunft floriert. Denn nur mit einer starken Wirtschaft kann auch der Umbau Deutschlands hin zum Klimaschutz gelingen“, so Pannermayr. 

Was wird vorgeschlagen und vor allem wie?

In einem leidenschaftlichen Appell setzte sich der Festredner dafür ein, dass mehr Menschen Verantwortung in der Kommunalpolitik anstreben. „Es gibt ein wunderbares Zitat von Umberto Eco, welches perfekt in unsere heutige Zeit passt. Der Schriftsteller sagte: es gibt für jede hochkomplizierte Frage eine einfache Antwort. Nur ist diese fast immer falsch!“ so Pannermayr. Er fordert, die hohe Komplexität der heutigen Fragestellungen nicht zu vereinfachen sondern immer auch die langfristigen Folgen jeder Entscheidung im Auge zu halten. „Populistische, einfache Lösungen werden unser Land nicht voranbringen. Letztendlich haben die Populisten noch nicht einmal ein ernsthaftes Interesse daran, Lösungen für Probleme zu finden. Denn durch eine Lösung verlieren sie die Grundlage ihres Wahlerfolgs“, so der Straubinger Oberbürgermeister. Notwendig sei deswegen im Hinblick auf die Kommunalwahl vor allem, dass die Wähler darauf achten, welche Inhalte die Kandidaten vertreten und wie sie diese vortragen. Werde argumentiert und zugehört oder polemisiert und gespalten, diese Frage sei für das Gelingen der nächsten sechs Jahre in jedem kommunalen Parlament von zentraler Bedeutung.

Landrat Sebastian Gruber (Foto: Privat)

Landrat Gruber: wichtige Weichen gestellt

In seinem Schlusswort betonte Landrat Sebastian Gruber, dass der aktuelle Kreistag bereit gewesen sei, schwierige Entscheidungen zu treffen. „Wir hätten uns die letzte Periode allesamt leichter machen können, indem wir beispielsweise die Krankenhausstruktur unverändert gelassen hätten. Doch wer möchte, dass die Krankenhäuser auf Dauer in kommunaler Trägerschaft bleiben und die Arbeitsplätze erhalten bleiben, der musste handeln“, so Sebastian Gruber unter dem großen Applaus der anwesenden Gäste. Er bezeichnete die Frage, wie die Kliniken auch personell zukünftig aufgestellt werden können, als eine der wichtigsten Zukunftsfragen. „Die nächste Generation von Chefärzten sollte aus der Region kommen und am besten auch bei uns ausgebildet worden sein“, so Gruber. Als weiteres Ziel für die nächsten sechs Jahre gab er aus, die Region als Genussregion touristisch zu positionieren. Hier habe es bereits gute Vorarbeit gegeben, zahlreiche slow food Betriebe und erstklassige Beherbergungsbetriebe bilden eine gute Grundlage, dass wir im Tourismus in Zukunft noch erfolgreicher werden“, so Landrat Gruber.

(Foto: Privat)
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