Klare Position gegen Atommüll-Endlager im Saldenburger Granit

Freyung. Wenige Wochen vor dem Jahrestag des 50-jährigen Bestehens des Nationalparks Bayerischer Wald und der Entscheidung der Staatsregierung über den Vorschlagskatalog des CSU-Kreisverbandes, bekräftigt die Kreisvorstandschaft nochmals ihre Forderungen und Anliegen.

Die CSU Freyung-Grafenau hatte sich gegenüber der Erweiterung des Nationalparks um rund 600 Hektar Waldfläche stets zustimmend positioniert, hierbei jedoch auch die Notwendigkeit der Umsetzung eines damit in Verbindung stehenden Bündels an infrastrukturellen Maßnahmen betont.

Nach Aussage des Kreisvorsitzenden Dr. Olaf Heinrich treffen sowohl der Forderungskatalog des CSU-Kreisverbandes als auch jener der Gemeinde Mauth in der Staatsregierung auf grundsätzliche Zustimmung. „Wir hoffen auf die Erfüllung der Forderungen nach einer signifikanten Verbesserung der Parkplatzsituation im gesamten Nationalparkgebiet und die Umsetzung eines modernen Parkplatzmanagementsystems“, so Heinrich. Der CSU-Vorschlag zur Errichtung eines Naturcampingplatzes im Anschluss an das Freilichtmuseum in Finsterau könne eine wichtige Angebotslücke im Bereich des ältesten, deutschen Nationalparks schließen und einen Beitrag zur Belebung der Nationalparkgemeinde Mauth-Finsterau leisten. „Für mich ist letztendlich weniger entscheidend, ob der Freistaat Bayern selber, ein Zweckverband oder ein Pächter den Naturcampingplatz betreibt. Wichtig ist, dass er errichtet wird“, unterstreicht der CSU-Kreisvorsitzende.

Auch soll nach den Vorstellungen der CSU im Zuge der touristischen Aufwertung des südlichen Nationalparkteils eine Nutzbarmachung der Tummelplatzhütte stattfinden und diese – nach dem Vorschlag von MdL Max Gibis – eventuell auch mit einem kleinen gastronomischen Angebot ergänzt werden. Da es im südlichen Teil des Nationalparks keine Anlaufpunkte mit gastronomischen Angeboten gibt, sollten auch alternative Standorte geprüft werden, heißt es in einer Pressemitteilung des CSU-Kreisverbandes. Hierzu finden genauso noch nähere Abstimmungen zwischen dem Umweltministerium und den regionalen Vertretern statt, wie auch hinsichtlich der CSU-Forderung zur Errichtung eines Aussichtsturms auf dem Wistlberg.

Die CSU-Kreisvorstandschaft ist sich einig, dass die geplante Erweiterung des Nationalparks Bayerischer Wald sowohl touristisch als auch hinsichtlich der Infrastruktur einen Gewinn darstelle, eine forstwirtschaftliche Nutzung von Waldgebieten aber aus vielerlei Gesichtspunkten auch weiterhin sinnvoll und zwingend notwendig sei.

„Eine Schutzgebieterweiterung um 10.000 Hektar, wie sie von anderen politischen Kräften teils gefordert wird, wäre für die gesamte Region hochgradig schädlich“, ist die CSU-Kreisvorstandschaft überzeugt. Auch Kreisrat Ernst Kandlbinder hält es für unverantwortlich, eine noch größere Menge an Holz aus der Nutzung zu nehmen. „Sollte der Holzwirtschaft durch einen weiteren Flächenentzug kein profitables Arbeiten mehr möglich sein, würde dies jegliche Bemühungen zur Verminderung des Anteils fossiler Brennstoffe und sämtliche Umweltschutzbemühungen im Allgemeinen konterkarieren“, so der Bürgermeister der Gemeinde Mauth. Solche Forderungen seien ein Angriff auf alle, die im und vom Bayerischen Wald leben, wie Kreisrat Christoph Weishäupl, Vorsitzender der Jungen Union Freyung-Grafenau, ergänzend bemerkt.

Der stellvertretende Kreisvorsitzende Karlheinz Roth stellte fest, dass Nachhaltigkeit nie alleine auf einer ökologischen Basis stehen könne, sondern immer auch ökonomische und soziale Belangen mit einbinden müsse. In diesem Sinne begrüßte er die sich abzeichnende Entscheidung die Ausweitung des Nationalparks auch mit infrastrukturellen Maßnahmen zu versehen und mit Blick auf den Tourismus weiter aufzuwerten. Günter Obermüller, Kreisvorsitzender der Senioren-Union regte zur touristischen, aber auch zur allgemeinen öffentlichen Nutzung eine Ausweitung und Attraktivitätssteigerung des Busliniennetzes in Richtung Nationalpark an. Weiter verwies der Waldkirchner Stadtrat Manfred Dersch darauf, dass die Zukunft des Nationalparks und seiner Außenwirkung auch von der Entscheidung über die Planungen hinsichtlich einer Atommüllendlagerung in der Region beeinflusst werden könnte.

Der CSU-Kreisverband Freyung-Grafenau stellt sich klar hinter die Position von Landrat Sebastian Gruber sowie die Resolution der niederbayerischen Landräte, welche die Bundesregierung dazu auffordert, wirksam dafür Sorge zu tragen, dass die Entscheidung für einen Endlagerstandort ausschließlich aufgrund sachlicher Gesichtspunkte erfolgt und dahingehend größtmögliche Sicherheit erreicht wird. „Wir fordern, dass alle Endlagerkonzepte klar und umgehend ausgeschlossen werden, bei denen der langzeitsichere Einschluss der radioaktiven Abfälle auf technischen Barrieren beruht wird“, so die stellvertretende Landrätin Helga Weinberger. Der Granit des Bayerischen Waldes gilt als zerklüftet und weist zahlreiche Trennflächen und bewegliche Spalten auf, weshalb die Gesteine nur eine geringe Rückhaltefunktion für radioaktive Substanzen aufweisen. Daher sei dringend und vorbeugend dafür Sorge zu tragen, dass ein ohnehin ungeeignetes Standortzwischenlager nicht faktisch zum Endlager werden könne, so die einvernehmliche Meinung.

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