FRG-Inzidenzwert seit Tagen über 200

Landrat Sebastian Gruber (Foto: MuW/m.wagner)

Landrat Sebastian Gruber gab eine Übersicht über aktuelle Zahlen, Fakten und mögliche Hintergründe

FRG. Vergangenen Freitag fand im Landratsamt Freyung-Grafenau eine gemeinsame Pressekonferenz von Landrat Sebastian Gruber und Vertretern des Schulamts sowie Mitarbeitenden aus der Verwaltung statt. Thema war die aktuelle Situation im Landkreis.

„Wir sind nicht der Spitzenwert und auch nicht der geringste, aber die Entwicklung der letzten Tage ist eindeutig“, so Sebastian Gruber. Seit fast einer Woche (Stand Montag, 26.04.) ist der Inzidenzwert des Landkreises nun über 200. Anlass für den Landrat, die dafür möglichen Hintergründe, Vermutungen und Fakten zu präsentieren. Ein Diagramm zeigte, dass die meisten aktuellen Infektionsfälle in der Alterskategorie 50 bis 59 festzustellen waren (von 21. März bis 22. April, 127 laborbestätigte Fälle in dieser Kategorie). Die benachbarten Alterskategorien der 30 bis 39 Jährigen (97 Fälle) sowie der 40 bis 49 Jährigen (87 Fälle) sind ebenfalls häufig betroffen.

Aufgrund der Impfungen sind in den höheren Altersstufen (über 70 Jahre) deutlich weniger Fälle festzustellen. Nahezu gleich ist die Quote der Infizierten bei Männern und Frauen.

In den rund 180 Klassen der Grund- und Mittelschulen gebe es laut Schulamtsdirektor Walter Kloiber derzeit „kein signifikantes Infektionsgeschehen“. Zum Zeitpunkt der Pressekonferenz waren vier Infektionsfälle bekannt, 22 Klassen befanden sich demnach im Präsenz-, sieben im Wechsel- und der Rest im Distanzunterricht. Gruber zeigte sich in diesem Zusammenhang besorgt um „den immensen psychologischen und auch wirtschaftlichen Druck“ in den Familien durch den Distanzunterricht. Zudem betonte er, dass der Handlungsspielraum des Landratsamts bei den Corona-Regelungen beschränkt ist: „Wir haben wenig Steuerungsmöglichkeiten – bei Handel und Schulen sind die staatlichen Vorgaben streng und stringent.“

Karen Schier vom Landratsamt Gesundheitswesen schilderte, dass die steigenden Infektionsfälle vor allem durch die ansteckendere britische Mutante zu erklären seien. 82 Prozent der aktuellen Laborbestätigungen sind auf diese Variante zurückzuführen. Der Landrat erklärte zum aktuellen Infektionsgeschehen: „Im Prinzip meinen wir nach wie vor – auch wenn es für manche eine unsinnige Aussage ist – dass vieles auf den privaten Bereich zurückzuführen ist. Überall, wo Bewegung und Mobilität stattfindet. Das kann sich in der Regel auch im Arbeitsbereich abspielen.“

Da man sich bei der Kontaktpersonen-Nachverfolgung auf die Angaben der Betroffenen verlassen müsse, könne man laut Gruber zu manchen Vermutungen keine eindeutigen Aussagen treffen.

„Wir wünschen uns alle wieder mehr Normalität, aber die Zeit ist noch nicht reif dafür“, resümierte Landrat Sebastian Gruber. Der Blick in die Zukunft sei jedoch dank der voranschreitenden Impfungen positiv.