„Kick-Off“ für das „Bistumsrahmenhandbuch“ – Einheitlicher Standard mit individuellen Akzenten

Passau/Dommelstadl (can). Um die Qualität der pädagogischen Arbeit in den katholischen Kindertageseinrichtungen in der Diözese Passau fortzuschreiben, entwickelt der Diözesan-Caritasverband jetzt ein Bistumsrahmenhandbuch. Es soll für alle katholischen Kitas ein Standard werden. “Von der Einheit, die Qualität messbar macht, zur Vielfalt, um in jeder unserer Kindertageseinrichtungen die Vielfalt, die Individualität und die christliche Prägung spürbar und lebbar zu machen.“ So stellte Birgit Zachariae das große Vorhaben der Caritas im Fachbereich Frühe Bildung und pädagogische Qualität vor.

Die Abteilung Kindertageseinrichtungen mit dem Fachbereich Frühe Bildung und pädagogische Qualität hat sich jetzt mit Kooperationspartnern aus der Fachberatung, der Kita-Pastoral, den Regionalleitungen, der Pädagogischen Qualitätsbegleitung, der Personalentwicklung und der Prävention in Dommelstadl  zum zweitägigen „Kick-Off“ für dieses Projekt getroffen. Sie informierten sich über das KTK-Bundesrahmenhandbuch (Bundesverband katholischer Kindertageseinrichtungen e.V. – KTK-Bundesverband) und entwickelten die Grundpfeiler für das Bistumsrahmenhandbuches.

Caritasvorstand Diakon Konrad Niederländer betonte dabei: „Damit werden die Vorgaben der bayerischen Regierung und die pädagogischen Qualitätsstandards mit christlichen Werten und dem katholischen Profil verankert. Das Wohl des Kindes und der Familien stehen im Mittelpunkt“. Stefan Seiderer, der Leiter der Abteilung, freute sich auf die neue Aufgabe, mit den Kitas den gemeinsamen Prozess zu starten. Die hohe Fachlichkeit und das Engagement in den einzelnen Einrichtungen weiterzuentwickeln, bringe für beide Seiten Gewinn.

Die Qualitätsentwicklung in Kitas rückte vor allem ab dem Jahr 2005 durch die bundesweite Einführung von Bildungsplänen im frühkindlichen Bereich in den Fokus. Als Teil des Bildungssystems galt es den verschiedenen ministerialen Anforderungen und Kriterien zu entsprechen. Kitas in katholischer Trägerschaft verfolgen darüber hinaus noch weitere Zielsetzungen: insbesondere den Wert des christlichen Glaubens in einer gelebten Gemeinschaft erlebbar und spürbar machen. Der KTK-Bundesverband hat dafür sein Qualitätsmanagement-Handbuch vorgelegt. Nach erfolgreichem Abschluss des Audits gibt es den „KTK-Qualitätsbrief“.

Das zukünftige Passauer Bistumsrahmenhandbuch baut auf dieser Basis auf, wird aber, so Birgit Zachariae, „weitaus mehr sein als nur ein Qualitätsfeststellungsverfahren“. Es soll fortwährend zum Anlass der Weiterentwicklung dienen und Gesprächsmomente aller Beteiligten vor Ort schaffen, um sich im eigenen Tun am Kind, dem Tun am Menschen im Zeichen christlicher Nächstenliebe immer wieder neu zu sensibilisieren und auszurichten. Der Fachbereich Frühe Bildung und pädagogische Qualität entwickelt dafür ein Qualitätsprofil. Es bescheinigt allen Kitas im Bistum Passau dann diese bewusste Auseinandersetzung in diversen Qualitätsbereichen. Nach vollendeter Niederschrift werden die Kitas darin ermutigt und gestärkt, sich vertrauensvoll auf diesen Qualifizierungsprozess einzulassen und aktiv mitzuwirken.

Die Zeitschiene

Nach erfolgreichen Entwicklungs- und Verhandlungsphasen mit dem Bistum Passau und dem KTK-Bundesverband gab es Anfang Mai die klare Zusage der Verantwortlichenden des Bistums: die pädagogische Arbeit der katholischen Kindertageseinrichtungen wird mit der Implementierung des Bistumsrahmenhandbuches nachvollziehbar, messbar und lässt trotz allem Freiraum für die Entwicklung der Kita vor Ort. Es folgte die Kick-Off-Veranstaltung für alle beteiligten Fachfrauen. Bis Ende 2020 entsteht das Bistumsrahmenhandbuch für Passau mit eigener Prägung. „Trotz Corona-Krise und nur kurzfristigen Vorausschaumöglichkeiten, möchten wir in die Zukunft blicken und für die Kitas die Möglichkeit bieten, sich begleitet auf den Weg zu machen“, so Birgit Zachariae. Im Oktober  können sich interessierte Kindertageseinrichtungen in katholischer Trägerschaft anmelden. Ab Herbst 2021 starten sie mit der Erarbeitung eines individuellen Praxishandbuches. Dabei werden sie von den Fachberaterinnen und einem pastoralen Team als geschulte Projektmoderatoren begleitet. Dafür ist ein Zeitrahmen von vier Jahren vorgesehen. Das bereitet die Kitas zum Erwerb des KTK-Qualitätsbriefes vor.

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