Sanierung, Umbau und Erweiterung als konventionelles (Inklusions-) Bad – oder vielleicht doch ein Naturerlebnisbad?

Perlesreut. Unter dem Motto “Gemeinsam diskutieren, abwägen und entscheiden“ fand gestern Abend in der Turnhalle im ‚Haus der Kinder‘ eine weitere Bürgerversammlung statt – der Einladung folgten zahlreiche Perlesreuter, was nicht sonderlich erstaunte, ist doch das Thema ‚Familienbad‘ schon über Monate hinweg reger Diskussionsstoff in und rund um den Markt Perlesreut.

Erinnern wir uns kurz zurück: Im vergangenen Jahr wurde das Hallenbad geschlossen und kurzerhand zu einer temporären Flüchtlingsunterkunft umfunktioniert. Manch einer sprach von einer ‚Nacht- und Nebelaktion‘, ohne vorher über diese Pläne informiert worden zu sein. Viele der Perlesreuter störte das gewaltig. Aber weniger, was die Schließung an und für sich anbelangt, sondern vielmehr die etwas dürftige Kommunikation seitens der Kommunalverwaltung. Darüber hinaus machten sich die Einwohner von Perlesreut auch intensiv Gedanken darüber, wie es wohl mit dem (angrenzenden) Freibad weitergehen würde – war auch hier eine Stilllegung unumgänglich?

So war es im weiteren Verlauf um die Zukunft des Freibad der Gemeinde Perlesreut, allen voran Bürgermeister Manfred Eibl, ein wichtiges Anliegen, die Bürger regelmäßig über den weiteren Verlauf zu informieren und auch so viele Perlesreuter wie möglich mit ins Boot zu holen, um gemeinsam darüber zu diskutieren, wohin die Reise gehen könnte. Dazu diente auch diese Bürgerversammlung, die einerseits zum Ziel hatte aufzuzeigen, dass das Freibad in seiner jetzigen Form und in absehbarer Zeit aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr aufrechterhalten werden kann; aber auch der Bevölkerung Lösungsansätze zu präsentieren.

Zu Beginn der Veranstaltung ging Eibl auf die Geschichte und die Entwicklung des Freibad ein und präsentierte ebenso harte Fakten wie die massiven Unterhaltskosten und immer wiederkehrenden baulichen Reparaturen, die die Gemeinde in den letzten Jahren zu tragen hatte, um den weiteren Fortbestand des Bades zu garantieren (siehe Bild 1).

(Bild 1) Investitionen, die regelmäßig ins Freibad Perlesreut getätigt werden müssen (Quelle: Markt Perlesreut)

 

Im Anschluss präsentierten zwei Unternehmen, spezialisiert auf Bau sowie Umbau von Freibädern, ihre Varianten in detaillierter Form; dazu gehörte auch eine optische Aufarbeitung, weshalb man sich ein sehr gutes Bild machen konnte, wie ein erneuertes Freibad tatsächlich ausschauen könnte.

Es folgte danach die Podiumsdiskussion, in dessen Verlauf die beiden Firmenvertreter, wie auch Bürgermeister Eibl, diverse Fragen aus dem Publikum beantworteten.

So ergeben sich jetzt für die unmittelbare Zukunft des Familienbades drei Varianten:

Variante I
Das Freibad wird auch zum Inklusionsbad und modernisiert, teils ausgebaut, und auch das Hauptgebäude (Eingang, Kiosk etc.) würde modernisiert und weiteren baulichen Maßnahmen unterzogen werden – das alles im Rahmen eines barrierefreien Zugangs (Bild 2).

(Bild 2) Variante I

 

Variante II
Es entsteht ein Naturerlebnisbad (ebenso barrierefrei). Die bisherige Infrastruktur (Becken usw.) würde größtenteils belassen und den Anforderungen eines Naturbades angepasst werden. Das Hauptgebäude bleibt in seiner Form bestehen (siehe Bild 3).

(Bild 3) Variante II

 

Variante III
Das Familienbad wird es nicht mehr geben.

Jetzt waren die Perlesreuter gefragt! Es wurde jedem Anwesenden in der Turnhalle ein Zettel ausgehändigt (Bild 4) – in anonymisierter Form konnte sich jeder Bürger über die drei zur Diskussion stehenden Varianten äußern. Eibl wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es sich bei dieser ‚Abstimmung‘ lediglich um ein ‚Stimmungs-Barometer‘ handle und keinesfalls um einen definitiven (Mehrheits-) Beschluss, was die weitere Zukunft des Freibad anbelangt. Und um es nochmals auf den Punkt zu bringen und festzuhalten: Ob nun die eine oder andere Variante, für den Erhalt eines Freibad, zum Zuge kommt; beide Lösungsansätze sind mit zusätzlichen und hohen finanziellen Investitionskosten verbunden, die gleichzeitig auch zur Folge hätten, dass viele andere geplante Dinge und Projekte der Marktgemeinde nicht mehr realisiert werden könnten, hinten anstehen müssen oder gar ersatzlos gestrichen werden.

(Bild 4) Die Perlesreuter konnten sich am Ende über die möglichen Varianten äußern (Foto: MuW/c.niggli)

 

Das Ergebnis dieser Umfrage soll in absehbarer Zeit auch öffentlich gemacht werden – wir können also gespannt sein!

Zum Schluss erfolgte durch den Bürgermeister noch der Hinweis, dass auch im kommenden Sommer geplant sei, das Freibad den Gästen zugänglich zu machen, trotz einem weiteren finanziellen Kraftaufwand, der getätigt werden muss.

(Titelbild: Architekt Guntram Loher, Coplan AG (links), Claus Schmitt, WasserWerkstatt (Mitte) sowie Bürgermeister Manfred Eibl stellten sich den zahlreichen Fragen aus dem Publikum – Foto: MuW/c.niggli)