Diana Scheibelberger oder Gerhard Poschinger – wer macht das Rennen?

Perlesreut. 17 Jahre war Manfred Eibl Bürgermeister von Perlesreut. Nach seiner Wahl in den Landtag sind nun Neuwahlen erforderlich. Diese finden am 27. Januar 2019 statt. Bei einer Podiumsdiskussion – organisiert von der PNP und moderiert von Doris Löw – präsentierten sich Diana Scheibelberger (CFWU) und Gerhard Poschinger (parteilos) als Kandidaten. Als Veranstaltungsort wählte man die Aula der Schule.

Großes Interesse

Das Interesse der Bürger war groß. Statt der erwarteten 200 Besucher kamen weit über 300. Moderatorin Doris Löw freute sich über den großen Andrang. Start der Diskussion war die Frage: „Was unterscheidet Sie von Ihrem Gegenkandidaten?“ Zeitvorgabe drei Minuten.
Diana Scheibelberger stellte sich persönlich vor und führte drei Punkte ins Feld. Zum einen habe sie mehrere Jahre Erfahrung im Gemeinderat, als Vorsitzende des Vereins „Perlesreut gestalten“ habe sie die Gemeindeentwicklung beobachtet und mitgestaltet. Zudem konnte sie an der Seite von Manfred Eibl viel lernen.
Gerhard Poschinger hingegen wies nach seiner persönlichen Vorstellung darauf hin, dass er zwar mit Unterstützung des CSU-Ortsverbandes nominiert wurde, aber er selbst parteilos sei und es auch bleiben werde. „Ich bin für jeden Bürger empfänglich und lasse mich nicht in eine Schublade zwängen.“

Weiter ging es mit der Frage: „Perlesreut wurde im Wettbewerb – Unser Dorf soll schöner werden – mit Gold ausgezeichnet. Was bleibt dann noch Steigerungsfähiges für die Zukunft?“ Dazu meinte Diana Scheibelberger, dass man sich nicht auf dem Erreichten ausruhen dürfe. Man müsse zukunftsfähig bleiben. Poschinger lobte die Entwicklung, blickte aber auf das Tempo und meinte, es könne nicht immer in der gleichen Schnelligkeit weitergehen. Um zukunftsfähig zu bleiben, bräuchte man einen Weg, „auf dem das Rad läuft“. Er zielte damit auf die Infrastruktur. Bei diesem Thema hakte dann gleich Max König, der erste Fragesteller aus dem Publikum, ein. Ihm ging es um die überalterte und sanierungsbedürftige Wasserversorgung. Beide Kandidaten gaben ihm Recht, dass hier Handlungsbedarf bestünde. Der nächste Fragesteller, Christian Brandl aus Kirchleiten, wies auf die Situation am Sportplatz hin. Immerhin sei dort der größte Verein des Marktes mit ca. 600 Mitgliedern aktiv. Dort gäbe es teilweise unwürdige Bedingungen. Auch hier stimmten beide Kandidaten zu, dass etwas getan werden müsse. Diana Scheibelberger und Gerhard Poschinger gaben aber keine konkreten Maßnahmen an.

Diskrepanz zwischen Markt und Dorf

Marco Sterr, dem nächsten Fragesteller aus dem Publikum, ging es um neue Baugebiete. Diana Scheibelberger sprach sich für kleinere Baugebiete aus, während Poschinger vorschlug, vor allem alte Gebäude zu sanieren. Ein weiterer Punkt, der sich durch mehrere Bürgerfragen zog, war die Diskrepanz „Markt-Dörfer“. Alois Liebl aus Eisenbernreut fragte in diesem Zusammenhang, ob durch die Förderung der Projekte im Markt die Dörfer nicht hinten liegen bleiben. Beide Kandidaten meinten hier, dass man die Dörfer nicht vergessen dürfe. Poschinger sprach sogar davon, dass es möglicherweise auch Fördermittel für Dorfprojekte gäbe. Diana Scheibelberger bezeichnete den Markt als „Herz“ und die Dörfer als „Arme und Beine“. Ohne Herz sterbe der Körper. Bestimmte Sanierungen im Markt seien ohne Förderungen nicht möglich. Die 80 Prozent Förderung beim Inklusionsbad sahen beide Kandidaten positiv. „Nur weil es Förderung gibt, muss man nicht automatisch zugreifen. Schließlich bleibt immer ein Eigenanteil“, diesen Standpunkt vertrat Poschinger mehrmals im Laufe der Diskussion.

Der Tourismus war ein weiteres Thema. Das in diesem Zusammenhang angesprochene „große Hotel“ sei nicht realisierbar, erklärten beide Kandidaten. Handlungsbedarf erkannten sowohl Scheibelberger als auch Poschinger beim Einzelhandel und beim Thema Wohnungsnotstand. Wichtig wäre es hier, dass die Menschen im Markt einkaufen und nicht woanders.

Ein Café oder Ähnliches als Treffpunkt im Ort war ein Aspekt, der viele Zuhörer bewegte, was durch den Applaus für Fragesteller Kurt Seubert ersichtlich wurde. Beide Kandidaten mussten hier allerdings passen. Bedarf ja, aber da müsste sich ein Wirt finden. Natürlich durfte an einem solchen Abend auch das Thema ÖPNV nicht fehlen. Diana Scheibelberger erinnerte an die bereits bekannte Idee eines Bürgerbusses. Handlungsbedarf sah hier auch Gerhard Poschinger. Beide waren sich einig, dass Gespräche mit Landrat Sebastian Gruber erforderlich seien. Der Zustand der Kinderspielplätze, die Barrierefreiheit und die unbefriedigende Breitbandversorgung waren weitere Pukte. Verbesserungen müssten hier erreicht werden. Poschinger wies darauf hin, dass man beim Thema Barrierefreiheit erstmal mit den Senioren reden müsse, was sich diese genau wünschen. Viel Ärger verspürte Scheibelberger beim Thema Breitband, da der aktuelle Anbieter „ständig seine Termine verschiebe“.

Das Interesse der Perlesreuter Bürger war groß. Bis zum letzten Platz war die Aula der Schule gefüllt (Foto: MuW/r.demont)

Warum sollen wir Sie wählen?

Die Abschlussstatements auf die alles entscheidende Frage lauteten wie folgt: Gerhard Poschinger verwies auf die Wichtigkeit der Menschen und bezeichnete sich in der Bürgermeisterrolle als Bindeglied zwischen allen. Diana Scheibelberger meinte: „Ich kann ein Team leiten und führen.“ Ihre Erfahrung als Praxismanagerin, Qualitätsmanagerin und BMW-Markenbotschafterin befähige sie dafür. „Wollt ihr modern und zukunftsfähig sein? Dann wählt bitte mich“, waren ihre abschließenden Worte.