CSU-Landtagsabgeordnete besuchen mit der Brauerei Hacklberg einen Vorzeigebetrieb im Bereich Industrie 4.0

München/Passau. “Wir sind den Weg der Digitalisierung erfolgreich gegangen, ohne die traditionellen Werte aufzugeben“, zieht Stephan Marold, Direktor der Brauerei Hacklberg sein Fazit nach den Sanierungsmaßnahmen der vergangenen fünf Jahre. Bei einem Besuch der CSU-Abgeordneten Walter Taubeneder und Dr. Gerhard Waschler gibt der Brauereichef Einblick in die Neuerungen und überzeugt bei einer abschließenden Bierverkostung mit höchster Qualität und bestem Geschmack.

In den letzten Jahren hat die Brauerei rund 7,5 Millionen Euro in Sanierungsmaßnahmen investiert. “Wenn wir das anpacken, dann richtig. Deswegen wird auch der kleinste Abstellraum entsprechend hergerichtet – sozusagen eine rundum Erneuerung vom Keller bis zum Dach“, erklärt Marold bei einem Rundgang über die traditionelle Anlage, die nun in neuem Glanz erscheint.

Im Jahr 2018 feiert die Brauerei Hacklberg ihr 400-jähriges Jubiläum, auch deswegen wurden einige Maßnahmen vorgezogen. Neben dem neuen Gär- und Lagerkeller wurden allein 200.000 Euro in eine neue System-Software gesteckt. “Nun profitieren wir von einem EDV-System, das alle Abteilungen, wie beispielsweise Sudhaus, Gärkeller, Filtration und die Kühlung kompatibel macht und gemeinsam steuert“, so Marold weiter. Damit gelte die Brauerei mit dem Topstandard im Bereich Industrie 4.0 als absolute Vorzeigeeinrichtung. “Die Leistungsdaten sind für uns nun schnell und einfach mit dem Handy oder Pad abrufbar – das ist wirklich toll.“ Natürlich sei die Übergangsphase auf die neue Steuerung nicht ganz unproblematisch verlaufen, nach einigen Nachbesserungen sei eine reibungslose Produktion nun aber wieder gewährleistet. “Es dauert einfach, bis alles wieder läuft, wie es laufen soll. Für uns ist letztlich wichtig, dass die Produktqualität nicht darunter litt und das haben wir hinbekommen.“ Der Brauereichef setzt bei seiner betrieblichen Führung vor allem auf das Thema Nachhaltigkeit. “Es geht nicht um Gewinnmaximierung. Vor allem als Betrieb unserer Größenordnung müssen wir entsprechende Nischen besetzen, um im Wettbewerb bestehen zu können“, betont Marold. Die Brauerei konzentriere sich daher vor allem auf ihre Spezialitäten. Ein Highlight in der Produktion: Die verschiedenen Biersorten werden mit Quellwasser der brauereieigenen Brunnen gebraut. “An unser Brauwasser stellen wir höhere Anforderungen als an jedes Trinkwasser gestellt werden“, erklärt Braumeister Reinhard Obermeier bei seinen Erläuterungen zum Brauprozess. Außerdem werden für das Hacklberger Bier überwiegend regionale Zutaten verwendet.

Beeindruckt zeigten sich die Abgeordneten auch vom Weißbierkeller, in dem noch das traditionelle Verfahren der offenen Gärung angewandt wird. “Damit bieten wir auch unseren Lehrlingen in der Ausbildung eine spannende Mischung aus traditionellen und modernen Brauverfahren“, so Braumeister Obermeier.

Durch die Modernisierungsmaßnahmen ergeben sich für den Betrieb zahlreiche Vorzüge, unter anderem Energieeinsparungen in Höhe von knapp 40 Prozent. “Wir gewinnen Energie über  die Abwärme unserer Kühlung und letztlich gilt für uns: Alles was wir nicht verbrauchen, brauchen wir nicht bezahlen.“ Ebenso konnte bereits die Effektivität in der Produktion gesteigert werden. Nun sei jedoch erst mal Schluss mit bauen. Mit ihren insgesamt knapp 140 Beschäftigten nutze die Brauerei das Jahr 2017, um weitere Weichen zu stellen und kleine Nachbesserungen vorzunehmen. “Wir stehen gut da und vor allem die Qualität unserer Biere macht uns stolz“, so der Brauereichef. Davon konnten sich die Abgeordneten bei einer Bierverkostung schließlich persönlich überzeugen. “Unseren großen Respekt vor den tollen Leistungen, aber vor allem dem unternehmerischen Mut, der Grundvoraussetzung für die hervorragende Entwicklung der Brauerei Hacklberg ist“, sind sich die Abgeordneten nach dem Rundgang einig.

(Bild: Bei der Besichtigung der neuen Anlage: (v.l.) MdL Walter Taubeneder, Brauerdirektor Stephan Marold, MdL Dr. Gerhard Waschler und Braumeister Reinhard Obermeier – Foto: Stefanie Starke)