Passauer Eishockey-Oberligist benötigt dringend Klarheit und Planungssicherheit für die neue Saison

Passau. „26 Eishockey-Drittligisten stehen vor dem Aus und damit ca. 1.400 Mitarbeiter der Vereine vor einer ungewissen beruflichen Zukunft“, heißt es in einem aktuellen Statement der betroffenen Vereine der deutschen Eishockey-Oberliga, welcher auch der örtliche EHF Passau Black Hawks angehört. Über die bestehenden Unklarheiten sowie mögliche politische Perspektiven für den (semi-)professionellen Eishockey-Sport tauschten sich die Landtagsabgeordneten Walter Taubeneder und Prof. Dr. Gerhard Waschler mit dem Vorsitzenden des EHF Passau Black Hawks, Christian Eder, aus.

„Im Gegensatz zu derzeit etablierten Betrachtungsweise seitens der Politik, wonach nur innerhalb der beiden höchsten Spielklassen einer Sportart Profisport betrieben wird, handelt es sich auch in der drittklassigen Eishockey-Oberliga – analog dem Fußball – zum überwiegenden Teil um Profisport“, wie Eder gegenüber den Abgeordneten erläutert. Im Umfeld der Oberliga bestehen mehr als 1.400 Beschäftigungsverhältnisse und eine Wirtschaftskraft von fast 25 Millionen Euro. Daher sei es unverständlich, dass die Vereine der Eishockey-Oberligen – anders als die unter ähnlichen Rahmenbedingungen arbeitenden Fußball-Drittligisten – zunächst nicht in das 200-Millionen-Euro-Hilfspaket des Bundes für den Profisport aufgenommen wur-den, beklagt Eder. Ebenso wird der Nachwuchssport mit über 6.000 Kindern ein Ende finden, wenn die Interessen und Nöte des Sports politisch weiterhin nicht hinreichend berücksichtigt werden, so die Kernaussage der derzeitigen Kampagne #hörtunsoderverliertuns.

Bereits im Juli hatte die Große Koalition ein Hilfspaket im Umfang von 200 Millionen Euro für Sportvereine, die vor allem von wegbrechenden Zuschauereinnahmen betroffen sind, auf den Weg gebracht. Mit Beschluss vom 09. September wurde nun der Adressatenkreis möglicher Empfänger der Überbrückungshilfen auch auf alle 3. Ligen der olympischen, nicht-olympischen und paralympischen (semi-)professionellen Sportvereine, Verbände und Unternehmen erweitert, wie Prof. Dr. Gerhard Waschler aufzeigt. „Damit sendet die Große Koalition ein starkes Signal an den Sport in Deutschland und stellt sich klar hinter das Ziel einer umfänglichen Bewahrung der Sportlandschaft in Deutschland“, zeigt sich der Abgeordnete erfreut. Auch die Black Hawks benötigen diese Kompensation für die fehlenden Zuschauereinnahmen dringend.

„Ohne den Spielbetrieb der ersten Mannschaft ist auch die gesamte Nachwuchsarbeit extrem gefährdet“, wie Christian Eder darstellt. Ein großer Teil der Einnahmen aus diesem Bereich, insb. durch Ticketing, Catering und Fanshop, fließt als Subvention in die Nachwuchsarbeit. „Und gerade die ist uns sehr wichtig!“, betont der Black Hawks-Vorstand. „Das funktioniert alles nur dann, wenn entweder Volllast in puncto Zuschauer gefahren werden kann – was nach aktueller Lage nicht darstellbar ist – oder eben eine Kompensation der durch die Zuschauerbegrenzung fehlenden Einnahmen sowie der zusätzliche Kosten durch die Hygienemaßnahmen von dritter Seite erfolgt“, so Eder weiter.

Angesichts der im Rahmen der Corona-Auflagen wegbrechenden Einnahmen ist eine offizielle Anerkennung der Eisarena als Freiluftsportstätte und damit eine zumindest vergleichsweise höhere Zuschauerzahl gleichermaßen von zentraler Bedeutung, sind sich Eder und die Abgeordneten einig. „Da die Passauer Halle nicht vollumfänglich geschlossen ist, kann eine Einstufung als Freisportfläche – und daher mit Wirkung zum 19. September eine Erhöhung der Zuschauerzahl von 200 auf 400 – durchaus als realistisch betrachtet werden“, zeigt sich MdL Walter Taubeneder mit seinem Landtagskollegen an dieser Stelle optimistisch. MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler brachte zudem die Möglichkeit ins Spiel, im Rahmen eines Pilotversuches analog der Münchner Philharmonie – dort sind 500 Zuschauer möglich – Abweichungen von den geltenden Höchstzahlen erreichen zu können.

Christian Eder versicherte den Abgeordneten, die sich nun dahingehend erkundigen und einsetzen wollen, dass die Black Hawks über ein realistisches, für 800 Zuschauer detailliert ausgearbeitetes Hygienekonzept verfügen würden. „Durch personalisierte Eintrittskarten, Abstandsregelungen, Maskenpflicht und eine klare sektorale Aufteilung in vier Blöcke könnten wir die geforderten Schutz- und Hygienestandards sowie die Kontaktnachverfolgung auch bei bis zu 800 Zuschauern nachvollziehbar sicherstellen“, so Eder. Die Abgeordneten sicherten zu, diese Anliegen in einem Schreiben an den Corona-Beauftragten der Staatsregierung und Leiter der Staatskanzlei Dr. Florian Herrmann sowie Sportminister Joachim Herrmann heranzutragen. Zudem werde man die unmittelbar bevorstehende Klausurtagung der Landtagsfraktion für persönliche Gespräche mit den Ministern in vorliegender Sache nutzen.

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