Perlesreut. Auf Einladung von Gerhard Falter, Projektmanager in der Ökomodellregion, informierte Franz Elender vom Landschaftspflegeverband Passau die Bürgermeister der Ökomodellregion und deren fachliche Mitarbeiter über bienen- und insektenfreundliche Pflegemöglichkeiten von Grünflächen in der Kommune.

Falter freute sich neben Herrn Elender auch den Vorsitzenden des Landschaftspflegeverbandes und Bürgermeister von Hutthurm, Herrmann Baumann zum Thema „Biologische Vielfalt in der Kommune“ begrüßen zu können. Ziel sei es, so Falter, die vorhandenen kommunalen Flächen noch mehr als bisher blüten- und insektenfreundlich zu pflegen und somit auch neue Lebensräume zu schaffen.

Franz Elender bei seinem engagierten Vortrag vor den Bürgermeistern der Ökomodellregion (Foto: Ökomodellregion Ilzer Land)

Franz Elender erklärte, es gehe insbesondere darum, das Blütenangebot übers ganze Jahr zu steigern, die Bestäubung unserer Wild- und Kulturpflanzen sicherzustellen, Nahrungs- und Nisthabitate für Insekten, Schmetterlinge und Käfer zu schaffen, sowie blütenreiche Flächen über Straßenrandbiotope miteinander zu vernetzen. 

Kilometerlange Blühflächen

Straßenränder, so der Referent, sind nicht nur Abstandsflächen zwischen Verkehr und angrenzenden Nutzungen sondern Grasstreifen auf denen es blüht und eine Vielzahl von Insekten fliegen, und das auf hunderten von Kilometern. Inmitten intensiv genutzter Wiesen- und Feldflur bieten sie oft über viele Wochen wesentliche Blühaspekte. Manche ehemals typische Wiesenblumen wachsen heute vorwiegend entlang von Straßen, etwa die Pechnelke. In Abstimmung mit den Bauhöfen sollten die Kommunen den Blütenreichtum entlang von Straßen fördern. Wo möglich soll die Pflege der Straßenrandflächen so erfolgen, dass sich von Frühjahr bis Herbst durchgängig Blühaspekte entwickeln können und bereits artenreiche Pflanzenbestände erhalten werden, denn bunt blühende Wiesen, Grabensäume, Böschungen und Wegränder bereichern auch die Lebensqualität für uns Menschen, so Franz Elender.

Blüten- und bienenfreundliche Pflege am Straßenrand

Dann gab der Geschäftsführer konkrete Hinweise zur Pflege der Straßenränder. Dabei gehe es nicht um den unmittelbaren Streifen an der Straße, sondern um den Bereich vom Graben hin zur Böschung. Diesen Extensivbereich sollte man nur ein bis zweimal im Jahr, frühestens Mitte bis Ende Juni pflegen und nicht jedes Jahr bis zum Gehölzrand hin, falls vorhanden, abmähen. Das Schnittgut sollte möglichst abgeräumt werden. Auf schmalen Böschungen sollten bis zwei Mulch- bzw. Mähbreiten hoch wechselnde Abschnitte stehen gelassen und jeweils erst im nächsten Jahr gepflegt werden.

Auf die richtige Pflege kommt es an

Bei Pflanzenbeständen mit Mähdesüß, Blut- und Gilbweiderich oder Brennessel genüge eine zweijährige Pflege. Ränder an schmalen Straßen- und Wegsäumen in der Feldflur sollten so spät wie möglich im Jahr, also im Herbst, gepflegt werden und abschnittsweise nicht jährlich gemäht werden. Extensiv bzw. nicht genutzte Grünflächen in Siedlungen sollten möglichst nur ein bis zweimal mal im Jahr gepflegt werden, frühestens Mitte bis Ende Juni. Das Schnittgut sollte möglichst abgeräumt und auf großen Wiesen immer ein Streifen stehen gelassen werden. Dieser Streifen sollte jährlich gewechselt werden.

Diese und noch viele andere Tipps und Hinweise hatte Franz Elender den Vertretern der Kommunen in der Ökomodellregion mitgebracht. Er, so Elender zum Schluss, wünsche sich, dass möglichst viele Bürgermeister in der Ökomodellregion die Informationen und Anregungen im Sinne der Biodiversität annehmen und umsetzen. Falter bedankte sich für den engagierten Vortrag und meinte: nun sei es wichtig, dass die Kommunen die Bewirtschaftung ihrer Flächen überprüfen und wo möglich mit entsprechenden Pflegemaßnahmen reagieren.