Bezirkskrankenhaus Passau und Ambulanz in Waldkirchen

Passau. Der Bezirk Niederbayern wird die psychiatrische Versorgung weiter ausbauen. Dazu gehören das Bezirkskrankenhaus (BKH) Passau und die vorgesehene Psychiatrische Institutsambulanz (PIA) in Waldkirchen, letztere, weil insbesondere in Gebieten ohne niedergelassene Kinder- und Jugendpsychiater die Angebote verbessert werden sollen. „Wir werden uns voll für Waldkirchen und den weiteren Ausbau in Passau einsetzen“, erklären die Bezirksräte Cornelia Wasner-Sommer und Josef Heisl.

Der Bezirksausschuss hat sich für PIA in Waldkirchen entschieden, weil in den dortigen Krankenhäusern geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung stehen und die neuen Standorte in den unterversorgten Regionen als Außenstellen der bereits bestehenden PIA in Passau und Deggendorf betrieben werden können. Jetzt hängt alles von der Rekrutierbarkeit des Fachpersonals und der Zustimmung des Zulassungsausschusses der kassenärztlichen Vereinigung ab.

Derzeit hat der Bezirk Niederbayern in Passau 15 Plätze im BKH und zusätzlich eine PIA. Alles ist, wie im übrigen Niederbayern, voll ausgelastet, berichten die beiden Bezirksräte. Deshalb wird auch Passau ausgebaut. Unter anderem soll bis spätestens 2023 eine stationäre Kinder- und Jugendpsychiatrie am BKH Passau entstehen. So werde die Marschrichtung zur Dezentralität des Angebots weiter verfolgt. Gerade für Kinder sei eine heimatnahme Versorgung besonders wichtig, betonten die Bezirksräte Wasner-Sommer und Heisl, die darauf hinweisen, dass der Bedarf für psychiatrische Hilfe bei Kindern und Jugendlichen ständig steige, in den letzten vier Jahren beispielsweise um 25 Prozent. Mit Waldkirchen und Zwiesel werde also ab 2019 eine große Versorgungslücke geschlossen, eine weitere PIA soll im Rottal folgen, sobald die Erfahrungen mit den neuen Außenstellen vorliegen, berichtet Cornelia Wasner-Sommer.

Auch für den fachärztlichen Nachwuchs macht sich der Bezirk star, erklärt Josef Heisl und verweist auf die bis zu fünf Stipendien jährlich, die Medizinstudenten bekommen, wenn sie sich verpflichten, nach dem Studium in einem Krankenhaus des Bezirks Niederbayern tätig zu werden. So wollen wir künftig mehr Fachärzte und Psychiater an unsere Einrichtungen bekommen, schließt der Bezirksrat, der auch darauf verweist, dass der Ausbau der Psychiatrie in Passau entscheidend mit dem Namen Anton Jahrstorfer verbunden ist, der als Bezirksrat und Bezirkstagsvizepräsident hier nicht locker ließ.
Jetzt wollen die beiden Bezirksräte am Ball bleiben und ohne Populismus, stets das Machbare im Auge, beharrlich diese Ziel verfolgen und sie umsetzen helfen.