MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler informiert sich über Erweiterungspläne der Firma Moser Naturstein und Fliesen – Schwierigkeiten bei Platz und Personal

Breitenberg. Glücklich schätzen kann sich derjenige Unternehmer, der über engagierte und bestens qualifizierte Nachfolger verfügt, die den Betrieb und seine Philosophie nicht nur bestens kennen, sondern auch einen klaren Plan für die Zukunft haben. All dies sei im Falle des Breitenberger Familienunternehmens „Moser Naturstein und Fliesen“ vollumfänglich gegeben, wie MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler anlässlich eines Betriebsbesuches feststellen konnte.

Mit Geschäftsführer Erwin Moser sowie seinen Söhnen Alexander und Michael, die die Führung des Unternehmens in näherer Zukunft übernehmen sollen, tauschte sich der Abgeordnete über die Pläne und Herausforderung des Mittelständlers aus.

Das im Jahre 1970 von Erwin Moser sen. gegründete Familienunternehmen war zunächst insbesondere im Treppenbau sowie in der Produktion von Fensterbänken mit dem selbst entwickelten Material „Ermopal“, das auch als „Kunstmarmor“ bekannt wurde, tätig. Nach der Übernahme der Geschäftsleitung durch Erwin Moser jun. im Jahr 1996 wurde die Produktpalette um die Materialien Granit und Marmor für Treppen, Fensterbänke, Küchenarbeitsplatten usw. erweitert und der Betrieb mit neuen Maschinen ausgestattet. Seit dem Jahr 2009 wurde die Sparte Keramik- und Feinsteinzeugfliesen mit aufgenommen und 2013 eine Ausstellung für Fliesen und Naturstein in Salzweg eröffnet. „Bei Moser Naturstein und Fliesen bekommt der gewerbliche und private Kunde von der Planung und persönlichen Beratung, über die eigene Herstellung bis zur fachmännischen Montage alles aus einer Hand“, erläutert Erwin Moser sein auf individuelle Wünsche und Anforderungen ausgelegtes Geschäftsmodell.

Im Zuge der Corona-Pandemie erwies sich das Geschäftsfeld des Unternehmens weitestgehend als stabil, wie der Geschäftsleiter gegenüber dem Abgeordneten berichtet. „In der gegenwärtigen Krise würde uns in erster Linie eine Schließung der Grenzen zwischen Bayern und Österreich bzw. zwischen Österreich und Italien beeinträchtigen“, so Moser, der seine Natursteinpalette aus Italien und viele Fliesen aus weiten Teilen Südeuropas bezieht und dessen Lieferkette dahingehend auf zwei LKW-Fahrten pro Woche basiert. Derzeit stehe eine Grenzschließung im europäischen Binnenmarkt jedoch nicht zur Debatte, konnte MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler beruhigen. Weitere Herausforderungen bestehen im leergefegten Fachkräftemarkt sowie in der geplanten Expansion des Unternehmens im Zuge der nahenden Geschäftsübergabe an die Söhne von Erwin Moser.

In dem mittelständischen Unternehmen sind – inkl. der im Betrieb tätigen Familienmitglieder – derzeit 12 Personen beschäftigt. Auf Grundlage der angedachten Betriebsvergrößerung, die angesichts der Geschäftslage möglich wäre, könnte die Firma Moser aber auch 15 bis 20 Mitarbeiter beschäftigen, erläutert der Geschäftsführer. Dabei zeigen sich aber sowohl auf dem Arbeitsmarkt als auch im Bereich der Besetzung von Lehrstellen enorme Schwierigkeiten. MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler nahm diese Schilderungen einmal mehr zum Anlass, sich für eine Attraktivitäts- und Imagesteigerung bei der dualen Berufsausbildung auszusprechen. „Unsere Wirtschaft und unser Land benötigen ein deutliches Mehr an qualifizierten Fachkräften jenseits der akademischen Berufe“, so der Abgeordnete, der gerade in der Gewinnung von Auszubildenden in den Handwerksberufen eine zentrale politische Aufgabe unserer Zeit sieht.

Auch stehe das auf Wachstum ausgerichtete Unternehmen derzeit räumlich an einem kritischen Punkt. Durch seine Lage im Außenbereich der Gemeinde sei eine Betriebserweiterung an Ort und Stelle nur schwer möglich, wie Michael Moser herausstellt. Dennoch wolle man dem Standort Breitenberg nach Möglichkeit treu bleiben. Landtagsabgeordneter Waschler stellte in diesem Bereich klar, dass es eine zentrale Herausforderung der Politik sei, den lokalen Betrieben im ländlichen Raum Entwicklungs- und Wachstumspotenziale zu eröffnen und einer dahingehenden Abwanderung in die Ballungsräume entgegenwirken. „Wir müssen einen verträglichen Ausgleich zwischen Naturschutz und Flächenverbrauch einerseits und der wirtschaftlichen Entwicklung andererseits finden“, wie Waschler festhält.

Die künftigen Verantwortlichen des Familienbetriebes zeigten sich hierbei zuversichtlich und vorwärtsblickend. Man müsse aktiv nach Lösungen suchen und eben jene auch finden, so die Maxime von Alexander und Michael Moser.

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