ÖPNV: Steigende Nachfrage nach Dauerfahrkarten — Mobilitätszentrale ab 3. August erreichbar — Ab neuem Schuljahr kommt der Rufbus

Passau. Bei Anruf Bus heißt es zum Start des neuen Schuljahres: Die Rufbus-Schilder werden zurzeit an 160 zusätzlichen Haltestellen montiert. Dann gibt es rund 1200 Haltestellen im ganzen Landkreis, die mit dem Rufbus bedient werden. „Damit rückt der ÖPNV näher an die Menschen“, so Manfred Süß, Fachbereichsleiter für ÖPNV im Landratsamt. Schon am 3. August wird die Mobilitätszentrale in Passau (Bahnhofstraße 30) eröffnet. Künftig kann hier auch der Rufbus bestellt werden, bis dahin zeigen sich die Mitarbeiter hier als Fahrplan-Berater.

Bereits im Zuge der ÖPNV-Offensive 2010 wurden sieben Hauptkorridore von und nach Passau eingerichtet, auf denen nun ein Stundentakt gilt. Damit die Bewohner in Orten, die eben nicht an diesen Hauptstrecken liegen, ebenfalls schnellen Anschluss bekommen, andererseits aber auch keine Geisterbusse durch die Gegend fahren, werden Ruf-Busse geschickt. Aber nur, wenn sie bestellt sind. Dabei, betont Manfred Süß, muss eine Fahrt mindestens eine Stunde vorher angemeldet werden — das geht per Anruf (0851/21370606) oder im Internet unter www.immermobil-passau.de.
Der Kunde bekommt dann telefonisch, per E-Mail oder per SMS Bescheid, wann der Rufbus an der Haltestelle in der Nähe vorfährt, um ihn zum Hauptkorridor zu bringen. „Man kann den Rufbus auch abonnieren“, erklärt Manfred Süß. Das hat sich bei der Testlinie Untergriesbach-Thyrnau bewährt, „hier verzeichnen wir bereits über 500 Fahrten“, berichtet Süß.

Mit der Mobilitätszentrale kommt die Verkehrsgemeinschaft Landkreis Passau (VLP) dem Wunsch nach einem persönlichen Ansprechpartner nach: Vier Mitarbeiter sind ab August in der Bahnhofstraße 30 (neben dem Reisebüro Niedermayer) im Einsatz, um am Telefon oder persönlich nicht nur die Rufbusbestellung entgegenzunehmen, sondern auch Fragen rund um den Fahrplan zu beantworten. „Die Mobilitätszentrale ist ein persönlicher Fahrplanassistent“, beschreibt Manfred Süß diesen Service. Dieser ist ein Ergebnis der groß angelegten Befragung, mit der 2014 die Aktion „immerMobil im Landkreis Passau“ startete.

Aus dieser Befragung resultiert der Abend- und Nachtbus, der ab September ebenfalls auf Bestellung von montags bis samstags um 20.30 und um 22.30 Uhr ab Passau zu den Haltestellen auf den sieben Hauptkorridoren startet, an Sonn- und Feiertagen um 21 Uhr. Dieser Service wurde vor allem für Berufstätige in Geschäften eingerichtet, aber auch für Kino- oder Theaterbesucher. Der Abend- und Nachtbus kommt aber nur auf Bestellung, „und hier ist eine längere Anmeldefrist erforderlich“, betont Manfred Süß, der zusammen mit Maximilian Sommer die neuen Einrichtungen vorbereitet.

Eine ÖPNV-Bilanz

Rund neun Millionen Euro investiert der Landkreis jährlich in den ÖPNV, wobei 6,5 Millionen Euro allein für die Schülerbeförderung ausgegeben werden, so Süß. Mit zweieinhalb Millionen Euro wird der restliche ÖPNV im Landkreishaushalt geführt.

Doch erste Erfolge stellen sich ein, freut sich Manfred Süß über mittlerweile mehr als 12 000 Stammgäste. Rund 7000 davon sind Schüler. Weitere 2300 haben einen Umweltfahrausweis, darunter auch die Schüler, die ab der 11. Klasse ihr Monatsticket selbst vorfinanzieren müssen. Ausdrücklich für erwachsene Berufstätige, die täglich eine Strecke nutzen, wurde die Umweltsuperkarte kreiert. „Sechs Monate zahlen, zwölf Monate fahren“, fasst Manfred Süß den Vorteil zusammen. Der ÖPNV-Fachmann im Landratsamt ist selbst Nutzer dieser Karte und empfiehlt sie wärmstens weiter. Mit der Umweltsuperkarte werden für seine Strecke sechsmal 72,70 Euro pro Monat vom Bankkonto eingezogen. Ab dem siebten Monat fährt er gratis, denn die nächsten vier Monate übernehmen der Landkreis, weitere zwei Monate die Verkehrsgemeinschaft Landkreis Passau (VLP) die Kosten, die damit für die Fahrt zur Arbeit und zurück statt 872,40 Euro jährlich auf 436,20 Euro sinken (36,35 Euro/Monat). Außerdem ist das ÖkoNetzticket ebenfalls im Preis inklusive, das heißt: Freie Fahrt im ganzen Landkreis zu bestimmten Zeiten.
Die Inhaber der Jahreskarten bekommen ab September noch ein Plus, denn dann ist auch das RufbusTicket im Preis inklusive. „Damit kann dieser Personenkreis so ziemlich alle ÖPNV-Angebote im Landkreis Passau nutzen“, so Fachbereichsleiter Süß.

Immer mehr Pendler entdecken die Vorteile. 480 Umweltfahrkarten waren noch 2014 verkauft worden, zurzeit sind es schon 596, „das ist ein Plus von fast 25 Prozent“, freut sich Manfred Süß und betont, dass diese Jahreskarte jederzeit bei der Geschäftsstelle der VLP in der Bahnhofstraße und dann auch in der neuen Mobilitätszentrale gekauft werden kann.

Ebenso wie das ÖkoNetzTicket für Jedermann. Auch dieses Ticket, das zu verkehrsärmeren Zeiten gilt, erweist sich als Renner. Der Inhaber hat damit freie Fahrt auf allen Strecken im Landkreis täglich ab 14 Uhr, in den Ferien und an Wochenenden ab 9 Uhr. Weil der Landkreis 33 Euro der Kosten übernimmt, reduziert sich der Preis für den Fahrgast auf 45 Euro im Jahr. „Das sind zwölf Cent am Tag, das ist schon ein besonderes Angebot“, betont Manfred Süß. Die Botschaft kam an. Die Zahl der ÖkoNetztickets ist von 3446 im Jahr 2014 auf derzeit 3788 gestiegen.

Neu ist ab September das RufbusTicket, das für voraussichtlich nur 45 Euro im Jahr die Fahrt mit allen Rufbussen im Landkreis ermöglicht.

Rufbus und Mobilitätszentrale sind Teil zwei der Initiative „immerMobil im Landkreis Passau“. Nächstes Ziel ist, dass die komplette Reise in der Mobilitätszentrale gebucht und bezahlt werden kann. — red/ek

(Bild oben: 160 neue Haltestellen erhalten das Rufbus-Schild, das Landrat Franz Meyer zusammen mit Fachbereichsleiter Manfred Süß (r.) und dessen Kollegen Maximilian Sommer (l.) präsentiert. Damit steigt die Zahl der Bus-Stopps im Landkreis auf rund 1200)

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