Nicht nur auf dem Oktoberfest, auch bei der Ernährung gilt für die Bayern: Maß halten. Die Menschen im Freistaat liegen in puncto Diät bundesweit vorn. 34 Prozent der Bayern geben in der aktuellen Ernährungsstudie 2017 der Techniker Krankenkasse an, dass sie schon oft Diäten ausprobiert haben. Davon ist jeder Dritte mindestens ein Mal im Jahr auf Diät, jeder zehnte fängt sogar mehrmals im Jahr neue Abnehmerprogramme an. Am wenigsten zu begeistern von Diäten sind Hessen, Rheinland-Pfälzer und Saarländer, nur 14 Prozent geben an, regelmäßig auf ihr Gewicht zu achten.

Mehr als nur gute Vorsätze: Bayern achten auf gesunde Ernährung

Gute Vorsätze am Jahresbeginn und keifende Jeans: Eine Diät ist schnell begonnen, schwer fällt den meisten das konsequente Dranbleiben. Doch auch hier zeigen sich die Bayern im Bundesvergleich diszipliniert. Während im Bund jeder Zweite erfolglos auf seinen Kilos sitzen bleibt, geben 60 Prozent der Diäterfahrenen im Freistaat an, dass sie ihr Gewicht langfristig reduzieren konnten. Erfolgreich waren besonders diejenigen, die auf eine nachhaltige Ernährungsumstellung setzten.

Es geht ein Riss durch Bayern

“Wir beobachten, dass sich ein Teil der Bevölkerung bereits intensiv um die eigene Gesundheit kümmert und Ernährung als wesentlichen Baustein dazu begreift“, sagt Christian Bredl, Leiter der TK in Bayern. “Auf der anderen Seite haben wir jedoch ein massives Problem mit steigendem Übergewicht und ernährungsbedingten Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes Typ 2.“ Die Schere der Gesund- und Ungesundesser in Bayern geht weit auseinander.

Die Ernährungsstudie zeigt nämlich auch: Viele Menschen im Freistaat scheitern an den guten Vorsätzen. So geben 60 Prozent der Befragten an, häufig zu Fertiggerichten zu greifen. Jeder Fünfte isst jeden Tag Süßigkeiten, und bei fast jedem Zehnten ersetzt die Tüte Chips schon mal das Abendessen. “Es ist offensichtlich, dass Wunsch und Wirklichkeit bei der Ernährung sehr oft weit auseinander liegen“, rsümmiert Christian Bredl. Gesunde Ernährung sei nicht nur eine Frage der bewussten Entscheidung, sondern habe immer auch etwas mit Bequemlichkeit zu tun. Deshalb sei es wichtig, dass es den Menschen leicht gemacht werde, sich ausgewogen zu ernähren.

Das beginnt bei verständlichen und leserlichen Zutatenlisten auf Produkten und der eindeutigen Deklaration der Zucker- und Fettmengen. “Der Verbraucher muss auch ohne Chemiestudium verstehen können, was in seinem Einkaufswagen landet“, fordert Bredl.