Blick in die Schweiz: Öffnungsschritt ab 1. März

Öffnungsstrategie: Risikobasiert und schrittweise

Die Zahl der coronabedingten Neuansteckungen, Hospitalisationen und Todesfälle ist in den letzten Wochen in der Schweiz weiter gesunken – der Druck auf das Gesundheitssystem nimmt ab. Die epidemiologische Lage bleibt aber weiterhin unsicher, da sich die neuen Virusvarianten weiter in der Schweiz ausbreiten; ihr Anteil an den Neuansteckungen verdoppelt sich laut der COVID-19 Science Task Force im Moment rund alle 10 bis 14 Tage. Nach dessen Berechnungen dürfte sich in den nächsten Wochen die Reduktion der Fallzahlen verlangsamen. Auch ein Wiederanstieg der Ansteckungen ist nicht ausgeschlossen. Die Anzahl der geimpften Personen in der Schweiz ist noch zu gering, um die epidemiologische Situation zu beeinflussen.

Öffnungsstrategie

Der Bundesrat der Schweiz hat an seiner heutigen Sitzung die Situation analysiert. Er schälgt eine vorsichtige, schrittweise Öffnung vor, um dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben wieder mehr Raum zu geben. Gleichzeitig soll eine dritte Erkrankungswelle möglichst verhindert werden.

In einem ersten Schritt sollen nur Aktivitäten mit geringem Infektionsrisiko wieder zugelassen werden. Ab dem 1. März sollen Läden, Museen und Lesesäle von Bibliotheken wieder öffnen können, ebenso die Außenbereiche von Zoos, botanischen Gärten sowie Sport- und Freizeitanlagen. Private Veranstaltungen im Freien sollen mit bis zu 15 Personen wieder erlaubt sein. Weiter sollen Jugendliche bis 18 Jahre wieder den meisten sportlichen und kulturellen Aktivitäten nachgehen können. Der Bundesrat wird nach Konsultation der Kantone am 24. Februar definitiv über den ersten Öffnungsschritt entscheiden.

So wird das Risiko beurteilt

Die Öffnungsschritte sollen national einheitlich aufgrund einfacher Prinzipien erfolgen. Ausschlaggebend für eine frühe Öffnung ist zum einen, ob bei einer bestimmten Aktivität einie Maske getragen werden kann und Abstandhalten möglich ist. Zum anderen zählen situationsspezifische Aspekte wie die Anzahl der Personen sowie ob eine Aktivität drinnen oder draußen stattfindet und wie stark man sich dabei bewegt. Berücksichtigt werden auch, welche Maßnahmen aus gesellschaftlicher oder wirtschaftlicher Perspektive besonders belastend sind, etwa für junge Menschen.

Zweiter Öffnungsschritt vor Ostern

Ein zweiter Öffnungsschritt soll am 1. April erfolgen. Vorgesehen wäre beispielsweise, Kultur- und Sportveranstaltungen mit Publikum in eng begrenztem Rahmen wieder zuzulassen, ebenso die Öffnung von Restaurantterrassen. Voraussetzung dafür ist, dass es die epidemiologische Lage überhaupt zulässt. Dabei will sich der Bundesrat an Richtwerten orientieren: Die Positivitätsrate soll unter fünf Prozent, die Auslastung der Intensivplätze mit Covid-19-Patienten unter 25 Prozent und die durchschnittliche Reproduktionszahl über die letzten 7 Tage unter 1 liegen, und die 14-Tages-Inzidenz am 24. März soll nicht höher sein als bei der Öffnung am 1. März.

Inzidenzwert – so schaut’s in den einzelnen Kantonen aus

(7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner)

Neuenburg: 180
Genf: 157
Obwalden: 134
Waadt: 131
Wallis: 117
Jura: 109
Freiburg: 88
Uri: 84
Graubünden: 78
Thurgau: 77
Basel-Land: 75
St. Gallen. 74
Glarus: 74
Zug: 74
Zürich: 73
Solothurn: 73
Aargau: 71
Tessin: 71
Schwyz: 70
Bern: 65
Appenzell-Ausserrhoden: 63
Luzern: 61
Nidwalden: 53
Schaffhausen: 52
Basel-Stadt: 47
Appenzell-Inerrhoden: 43

SCHWEIZ/Durchschnitt: 86

(Stand: 17.02.2021)