Vor einer Woche war es die Mehrheit der US-amerikanischen Wähler, die sich für eine erfahrene und fähige Politikerin entschieden haben, die in vielen politischen Fragen und Weltanschauung für Konsens statt für Spaltung steht. Doch es war nicht Hillary Clinton, die als Siegerin aus dem US-Präsidentschaftswahlkampf hervorging – der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika heißt Donald Trump. Denn das Wahlsystem aus dem 18. Jahrhundert wollte es so. Wieder einmal ist es kaum das, was die Gründerväter der amerikanischen Demokratie mit dem undurchsichtigen und obskuren Präsidentschaft-Wahlsystem bezweckt haben dürften.

Die Präsidentschaftswahl 2016 stand ganz im Zeichen zwischen Regen oder Traufe, vielleicht sogar zwischen Cholera und Pest. Hoffen wir jetzt, dass es bei diesen Aussagen bleiben wird und wir nicht in einer nahen oder fernen Zukunft sagen müssen, die Welt hat mit dieser Wahl einen inoperablen Hirntumor erhalten.

Donald Trump bringt nichts mit, was ein Präsident eigentlich mitbringen sollte. Trump ist ein absoluter Polit-Neuling. Das könnte man ihm zwar noch verzeihen, doch seine notirischen Lügen während seines Wahlkampfes, seine kindischen, sexistischen und rassistischen Äußerungen wird die Welt nicht so schnell vergessen und ihn bei all seinen jetzigen und zukünftigen Handlungen – zu Recht – vorgeworfen werden; mögen seine Taten noch so gut gemeint und rechtsschaffend sein. Dieser Dunkle Schatten wird ihn und seine (politischen) Weggefährten stets begleiten und auch im Weg stehen – das ist aber auch gut so.

Doch ist es nicht das Phänomen Trump, das uns schlaflose Nächte bereiten sollte. Es ist die Trump-Welle, die auch bei uns in Europa unaufhaltsam auf uns zukommt. Denn spätestens jetzt sollten wir die Parallelen doch erkennen; das Erstarken der AfD in Deutschland, der Schweizer Volkspartei (SVP), dem Front National in Frankreich oder der FPÖ in Österreich. Kollektives und verächtliches Kopfschütteln ist jetzt nicht mehr angebracht, wenn wir über den großen Teich sehen und uns dabei nicht mehr selbst in die Pflicht nehmen. Denn ob nun Politiker, Journalist oder Bürger; wer die Trump-Welle immer noch nicht sieht oder zumindest spürt, verschweigt oder sogar schönredet, unterstützt damit einen weltweiten Prozess, den wir eines Tages nicht mehr aufhalten können und die Welt – einmal mehr – in den Abgrund stürzen lässt.

Doch, um zum Anfang zurückzukehren, wissen wir eben auch; Die Volksmehrheit der US-Amerikaner hat vor einer Woche gegen Donald Trump gestimmt. Das dürfen wir nicht vergessen – und lässt weiterhin hoffen.