Dr. Peter Gahbauer plant und koordiniert die ärztlichen Leistungen im Landkreis

„Der vom Bayerischen Gesundheitsministerium erarbeitete ‚Notfallplan Corona-Pandemie‘ stellt die ambulante Arztversorgung in Bayern im aktuellen Katastrophenfall sicher“. Darauf hat Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml letzte Woche hingewiesen. Der Plan sieht vor, dass in jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt ein Versorgungsarzt eingesetzt wird. Für den Landkreis Freyung- Grafenau hat Landrat Sebastian Gruber Herrn Dr. Peter Gahbauer ernannt. Dr. Gahbauer ist Facharzt für Allgemeinmedizin und Notfallmedizin sowie Master of Health Business Administration und führt in Grafenau zusammen mit einem Kollegen eine Hausarztpraxis.

„Der Versorgungsarzt hat insbesondere die Aufgabe, eine ausreichende Versorgung im jeweiligen Zuständigkeitsbereich mit ärztlichen Leistungen und entsprechender Schutzausrüstung zu planen und zu koordinieren. Er ist unmittelbar an die örtliche Katastrophenschutzbehörde angebunden,“ so Landrat Gruber. Dazu bündelt er entsprechende Ressourcen und koordiniert die ambulante Versorgung im Landkreis. Auch die Information der niedergelassenen Ärzte im Bereich des Landkreises Freyung-Grafenau erfolgt durch den Versorgungsarzt. Er soll seine Aufgaben – soweit möglich – im Konsens mit den niedergelassenen Ärzten vor Ort und den ärztlichen Standesorganisationen sowie im Einvernehmen mit der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns bzw. der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns erfüllen, so Landrat Gruber. Die gegebenenfalls notwendigen Anordnungen zur Umsetzung der Planung und Koordinierung durch den Versorgungsarzt trifft der Landrat als Leiter der örtlichen Katastrophenschutzbehörde.

Zuletzt wurde von ihm der Aufbau einer zentralen Behandlungseinrichtung koordiniert, in der seit Montag in Zusammenarbeit von Landkreis, Bundeswehr, BRK, Feuerwehr und niedergelassenen Ärzten Patienten mit Verdacht auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus (Sars-CoV-2) untersucht werden. Zielgruppe sind Patienten mit Atemwegsinfekten mit leichten bis mittleren Symptomen. Damit sollen die niedergelassenen Kollegen vor allem hinsichtlich Materialaufwand entlastet werden, betont Dr. Gahbauer. Die Hausärzte überweisen ihre Patienten mit Verdacht auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus an die Infektpraxis Freyung. Gleichzeitig ist es niedergelassenen Kollegen möglich, betroffene Personen nur für die Abstrichnahme ins Testzentrum zu schicken. Diese kann unkompliziert im angegliederten Drive-In erfolgen. Der Kontakt von möglicherweise an Covid-19 erkrankten Patienten zu medizinischem Personal wird durch diese Struktur minimiert und damit der besonders kritische Bereich der Versorgung damit besser vor möglichen Ansteckungen geschützt. Auch für die Patienten ist das Ansteckungsrisiko kleiner als im regulären Praxisbetrieb. Denn ein Wartezimmer gibt es nicht. Die Patienten verbleiben bis zum Aufruf in ihrem Auto. In der Praxis kann dann in zwei Sprechzimmern jeweils eines aufbereitet werden, während im anderen die Untersuchung läuft. Wichtig ist, Patienten mit Grippesymptomen weiterhin eine gute medizinische Versorgung von erfahrenen Fachärzten zu ermöglichen und dabei möglichst wenige Kollegen dem Infektionsrisiko auszusetzen, erklärt Dr. Gahbauer.

(Foto: Landratsamt FRG)

Auch er selbst war dort in den ersten Tagen zusammen mit seinen Kollegen im Einsatz um sich ein Bild von den Abläufen zu machen und zieht eine durchwegs positive Bilanz: „Von Montag bis Mittwoch haben wir ca. 30 Patienten für rund 10 verschiedene Kollegen untersucht. Die Befunde werden unmittelbar im Anschluss an den zuständigen Hausarzt übermittelt um die Weiterbehandlung zu ermöglichen“.

Nun gilt es, die aufgebauten Strukturen in Kooperation mit Landratsamt, Bundeswehr, BRK, Feuerwehr und niedergelassenen Ärzten weiter zu optimieren und der künftigen Lageentwicklung anzupassen.

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