‚Saldenburger Granit‘ ist nicht vom Tisch

(von Nic Niggli)

Nach dem verheerenden Atomunglück im japanischen Fukushima im Jahr 2011 beschloss Merkels Bundesregierung praktisch über Nacht, beinahe die Hälfte aller deutschen Atomkraftwerke sofort vom Netz zu nehmen. Den übrig gebliebenen Atommeilern wurden per Gesetz feste Abschaltdaten bis Ende 2022 zugewiesen. Eine parteiübergreifende Expertengruppe beschäftigte sich mehr als zwei Jahre mit den Kriterien für die Auswahl eines geeigneten Endlagerstandortes für den Atommüll. Die Endlagerkommission war sich schlussendlich einig; in Deutschland gibt es grundsätzlich drei mögliche Gesteinsarten, in denen man radioaktiven Müll einlagern kann: Tongestein, Salzgestein und vulgo Granit (kristallines Gestein). Dabei wird dem Salz und dem Ton die größte Fähigkeit beigemessen, radioaktives Material, übrigens nicht die Behälter selbst sondern die sogenannten radioaktiven Nuklide, über mehr als eine Million Jahre von der Atmosphäre abzuschirmen.
Granit hat zwar den Nachteil, viel zu oft von Spalten und Rissen durchzogen zu sein, durch die Wasser eindringen kann, doch sprechen auch hier fachliche Gründe dafür, warum eine solche Gesteinsart durchaus noch im Spiel bleiben sollte (Anmerkung: Im gesamten Freistaat gibt es eigentlich nichts anderes als Granit im Boden).

60 mögliche Standorte im Fokus

Zum damals bevorstehenden Bericht der Endlagerkommission wollte der Freistaat Bayern noch schnell ein Sondervotum einreichen mit dem Ziel, Granit als Gesteinsart von der Liste zu streichen. Doch daraus wurde nichts. Die Endlagerkommission des Bundestages hat es Ende Juni abgelehnt, ein Endlager in Granit auszuschließen. Und so rückt auch wieder der ‚Saldenburger Granit‘ (Landkreis Freyung-Grafenau) in den Fokus eines möglichen Atommüllendlagers – zusammen mit 59 anderen Standorten in ganz Deutschland.

Der ‚Saldenburger Granit‘ war auch Thema der letzten Dienstversammlung der Bürgermeister des Landkreis Freyung-Grafenau, die Ende November in Schöfweg stattfand. Martin Behringer, Bürgermeister von Thurmansbang und gleichzeitig 1. Vorstand der Bürgerinitiative ‚Gegen ein Atommüllendlager im Saldenburger Granit‘ informierte seine Amtskollegen über das weitere Vorgehen der Bundesregierung und somit den aktuellen Stand. So wird die Suche nach einem Endlager in vier Phasen ablaufen. In Phase I werden auf der Basis vorhandener geologischer Daten bis 2019 vier mögliche Standortgebiete ausgewählt. Phase II sieht vor, diese Standorte mit Bohrungen näher zu untersuchen. Diese Arbeiten sollen bis spätestens 2024 abgeschlossen werden, wobei dann zwei von den ursprünglich vier Standorten wegfallen würden. Mit weiteren und notwendigen Untersuchungen unter Tage (Phase III) erfolgt 2030/31 die definitive Auswahl des Atommüllendlagerstandortes. Behringer führte weiter aus, dass ab dem Jahr 2040 mit den Bauarbeiten, auf einer Fläche in der Größenordnung von 3,6 km2, begonnen werden würde und die Inbetriebnahme für 2050 geplant sei.

(Die ganze Story zum Nachlesen in der ‚Neuen Woche‘ (PDF), Ausgabe KW 50/16)

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