Hutthurm. Der Auftrag des Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration sieht vor, dass Flüchtlinge und Asylbewerber neu in zentral gelegene Unterbringungen aufteilt werden sollen – dezentrale Einrichtungen werden aufgrund Kostengründen gestrichen.
Zu diesem Zweck wurden auch in Hutthurm zwei Asylbewerberheime (Unterkünfte) neu gebaut und sollen noch im Dezember der Gemeinde offiziell übergeben werden. Diese bieten Platz für 165 Personen.

Um die zukünftigen Herausforderungen bestmöglich angehen zu können, ist die Gründung eines ‚Helferkreises Hutthurm‘ vorgesehen. Die Gemeinde lud zu diesem Zweck am 7. Dezember Beate Heindl von der Caritas, Perdita Wingerter von “Gemeinsam leben und lernen in Europa e.V.“ sowie Michael Walch von den Maltesern in die Mensa der Grund- und Mittelschule Hutthurm ein, um zusammen mit Interessierten aus dem Gemeindegebiet ein weiterer Workshop mit dem Thema “Kompetenz im Ehrenamt“ durchzuführen.

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Hutthurms Oberbürgermeister Hermann Baumann mit der Begrüßung aller Teilnehmenden sowie dem Statement “auch ich stehe Asylanten positiv gegenüber“. Schließlich würden Menschen kommen; und die christliche Nächstenliebe gebiete es, sie hier bei uns gut aufzunehmen.
Daher dankte er bereits jetzt allen Anwesenden, die sich für die Flüchtlinge und Asylsuchende engagieren wollen.

Beate Heindl stellte sich und ihre Koordinierungsstelle Ehrenamt/Asyl der Caritas für den nördlichen Landkreis vor. Ihre Aufgabe ist es, eine Schnittstelle zwischen eines Netzwerks aus Behörden und Haupt-/ehrenamtliche Organisation zu bilden, Informationen zu verteilen und miteinander Veranstaltungen abzustimmen. Darüber hinaus stellte sie, aus bereits bestehenden Helferkreisen, Erfahrungswerte vor:

  • Motivation der Ehrenamtler klären
  • Flüchtlinge wollen Normalität – keine Vollbringung von Wundern notwendig
  • Wichtiger kultureller Austausch das Begegnen auf Augenhöhe
  • Änderungen am (oder ggf. Beenden des) eigenen Ehrenamts vornehmen, falls Freude an der Arbeit ausbleibt respektive eine Überforderung eintreffen sollte

Im Anschluss stellte Michael Walch (Malteser) das Projekt “Wegbegleiter für Flüchtlinge“ sowie die Kompetenzen der Malteser in der Notfallvorsorge vor. So bieten die Malteser u.a. an:

  • Möglichkeit der Bereitstellung von Schulungsräumen
  • Hilfe bei logistischen Problemen
  • bieten selbst Schulungen an, beispielsweise 1. Hilfe-Kurs sowie sexuelle Prävention
  • Unterstützung bei Beschaffung von Alltagsbedarf
  • Vernetzung im Landkreis

Der Verein “Gemeinsam leben und lernen in Europa“ bietet neben Sprachpatenprojekte auch Schulungen für ehrenamtliche Helfer an. In diesem Zusammenhang organisierte Perdita Wingerter bereits im November in Kooperation mit der Gemeinde Hutthurm und einigen Haupt- und Ehrenamtlichen einen ersten Workshop, der vom BAMF finanziert wird. Sie stellte den Anwesenden nun die Ergebnisse dieses ersten Treffens vor; u.a. ein erster Entwurf für ein Leitbild für den neu zu gründenden ‚Helferkreis Hutthurm‘, erste Einsatzgebiete für ehrenamtliche Helfer sowie eine Netzwerkkarte mit bestehenden Angeboten für die Flüchtlingsarbeit.

Intensiv wurde jetzt in den einzelnen Arbeitsgruppen gearbeitet, um dem gemeinsamen Ziel (noch) näher zu kommen; einer bestmöglichen Integration der ankommenden Asylsuchenden und Flüchtlinge und ein friedliches ‚Nebeneinander‘ und ‚Zusammensein‘.

(Bild: Was kann der Verein “Gemeinsam leben und lernen in Europa“ alles anbieten? Perdita Wingerter informiert die Teilnehmenden in der Mensa der Grund- und Mittelschule Hutthurm – Foto: H. Schoppa)