Aus der Mitgliederversammlung des Trägervereins Europaregion Donau-Moldau – Projektstelle ÖPNV genehmigt 

Dingolfing. Wenn sich der ein oder andere Freyunger vielleicht fragt, was im Europahaus, das im sanierten ehemaligen Ortingerhaus untergebracht ist, so alles gemacht wird, der hätte bei der Mitgliederversammlung des Trägervereins der Europaregion Donau-Moldau in Dingolfing am Mittwoch Mäuschen spielen sollen.

Denn es wurden dabei nicht nur die Vorstandschaft turnusgemäß alle vier Jahre neu gewählt – Dr. Olaf Heinrich bleibt Vorsitzender, der neue Passauer Landrat Raimund Kneidinger ist sein neuer Stellvertreter – sondern auch die Tätigkeitsberichte der hauptamtlichen Mitarbeiter vorgetragen. Diese nahmen den Großteil der Sitzung in Anspruch, denn es hat sich in den vergangenen Monaten einiges in Sachen grenzüberschreitender Zusammenarbeit getan, auch wenn viele Veranstaltungen abgesagt oder ins Internet übertragen werden mussten.

Den Anfang machte Barbara Daferner, die das „Projektmanagement“ skizzierte. Darunter fallen etwa Themen wie Industrie 4.0, Gesundheit oder Tourismus. Zusammen mit Vendula Maihorn kümmert sie sich um den Ausbau eines Hochschul- und Forschungsnetzwerkes in den drei Ländern, wobei man mittlerweile 60 Einrichtungen betreue. Durch eine konkrete Befragung von gut 30 Teilnehmern wollte man noch besser herausfinden, worin genau sie Unterstützung brauchen. „Aufbauend darauf werden wir nun zu diesen Themen runde Tische einrichten“, so Maihorn. Mittlerweile gebe es auch eine Webseite, auf der man sich über ein Studium in der EDM informieren kann (www.studieren-in-der-europaregion.org). Neben   kulturellen Aktionen im Grenzraum (Themenflyer, Sprachkurse, Exkursionen), für die Barbara Daferner ebenso verantwortlich ist, seien gerade die Kooperationen von Hochschulen so interessant, weil diese von der Europäischen Kommission hochgefördert werden.

Dass viele Millionen Euro an Fördermitteln bereits in die Region geflossen sind, stellte Verena Pfeffer dar. Sie unterstützt und begleitet Antragsteller in verschiedenen Förderprogrammen, betreut bereits bewilligte Projekte auch weiterhin, stellt Kontakte zu internationalen Projektpartnern her und vieles mehr. Allein aus dem Interreg B-Mitteleuropaprogramm seien seit 2016 über 20 Projekte bewilligt worden und dadurch rund 4,7 Millionen Euro in die Region geflossen. Ab dem nächsten Jahr kommt zu den bestehenden Förderprojekten noch ein neues hinzu: Das Alpenraum-Programm war bisher nur auf die Bezirke Oberbayern und Schwaben begrenzt, wird in 2021 aber auf ganz Bayern ausgedehnt. „Das könnte interessant werden“, meinte Pfeffer mit Blick auf die Zukunft.

Interessant war es heuer auch für Jaroslava Pongratz, die Netzwerkmanagerin Bayern-Böhmen. Sie hatte „großartige Arbeit geleistet, als im Frühjahr von einen auf den anderen Tag die Grenze geschlossen wurde“, lobte EDM-Geschäftsführer Kaspar Sammer. So half sie Unternehmen dabei, Anträge zu stellen, die notwendigen Dokumente zur Grenzüberschreitung zu bekommen und stand in regelmäßigem Kontakt zu den Fachstellen, um die aktuellen Informationen an die Firmen dies- und jenseits der Grenze weiterzugeben. Die eigentlich geplanten Veranstaltungen hingegen, etwa der Bayerisch-Tschechische Unternehmertag, mussten wegen der Pandemie abgesagt werden. Stattdessen fand erstmals ein Business-Talk als Online-Konferenz statt.

Für Dr. Jan Gregor, der wegen häuslicher Quarantäne leider nicht persönlich teilnehmen konnte, stellte Kaspar Sammer kurz vor, was in Sachen ÖPNV im Grenzgebiet im letzten Jahr passiert war. Ihm wurde von Sammer hervorragende Arbeit und beste Kontakte vor allem auch zu den tschechischen Entscheidungsträgern bescheinigt, so dass es dem Trägerverein leichtfiel, die Projektstelle für drei Jahre zu verlängern. Auch für Olaf Heinrich waren die bisher bereits sichtbaren Erfolge Argument genug, der Verlängerung zuzustimmen. „Wir müssen weitere Schritte gehen, um den grenzüberschreitenden ÖPNV voranzubringen“, zeigte sich Heinrich überzeugt. Auch Peter Schmid, Wirtschaftsbereichsleiter der Regierung von Niederbayern, hob hervor, wie wichtig das Thema sei und wie groß der Nachholbedarf. Deshalb stelle der Freistaat die Förderung in Höhe von 90 Prozent dafür gerne zur Verfügung.

Wegen der Vielfalt an Themen ist es schwierig, ganz genau zu sagen, woran im Europahaus gerade gearbeitet wird. Feststeht aber, dass es nicht nur Freyung, sondern der gesamten Region dies- und jenseits der Grenzen zugutekommt und dass dadurch das Zusammenwachsen in Europa weiter praktisch vorangetrieben wird.

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