Eine Herausforderung für das Gesundheitsamt Freyung-Grafenau

Lkr. Freyung-Grafenau. In den vergangenen Wochen und Tagen sind die Zahlen der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 im Landkreis Freyung-Grafenau kontinuierlich und deutlich gestiegen. In der Bewältigung der Corona-Pandemie steht das Gesundheitsamt des Landratsamtes Freyung-Grafenau zusammen mit allen Ärzten und Pflegekräften aus der Akutmedizin an vorderster Front. Seit fast neun Monaten ist das Gesundheitsamt, genauer gesagt die Abteilung Gesundheitswesen des Landratsamtes Freyung-Grafenau in Waldkirchen, gefordert. Die Unterbrechung der Infektionsketten ist eines der vorrangigen Ziele. Es werden Kontaktpersonen ermittelt und in Quarantäne geschickt sowie labordiagnostische Untersuchungen auf Covid-19 veranlasst.

Daneben werden sämtliche Einrichtungen des Gesundheitswesens im Landkreis mit und ohne Ausbruchssituation betreut und beraten, Hygienekonzepte geprüft, Einzelanfragen beantwortet und nicht zuletzt die Umsetzung der sich stetig und rasch ändernden Empfehlungen und Gesetze mitgetragen, wie z.B. die Testpflicht für Grenzpendler.

Das Aufgabengebiet im Rahmen der Pandemiebekämpfung ist damit nicht nur arbeits- sondern auch zeitintensiv, gerade bei steigenden Infektionszahlen. Das zeigen die Zahlen der letzten fünf Wochen, die sowohl vom Robert Koch Institut als auch vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit täglich veröffentlicht werden.

Landrat Sebastian Gruber führt aus: „Natürlich bringt auch die Lage unseres Landkreises im Dreiländereck zusätzlichen Arbeitsaufwand mit sich. Kontaktnachverfolgung findet in diesen Fällen über die Grenzen hinweg statt. Das geschieht dann, wenn von einem Grenzpendler mit positivem Befund die Kontakte auf bayerischer Seite ermittelt werden. Aufgrund der Sprachbarriere ist das bei den tschechischen Grenzpendlern ein nicht unerheblicher Aufwand. Wichtig ist aber hier zu wissen, dass bei der Berechnung des Inzidenzwertes für den Landkreis Freyung-Grafenau nur die Fallzahlen von Personen berücksichtigt werden, die auch hier im Landkreis mit Hauptwohnsitz gemeldet sind.“ Alle positiv getesteten Landkreisbürger und deren enge Kontaktpersonen werden über die Dauer der häuslichen Quarantäne von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gesundheitsamtes in unregelmäßigen Abständen kontaktiert.

Wie im Frühjahr ist es nun wiederum notwendig, dass zusätzliche Kräfte das Gesundheitsamt unterstützen. Hierunter befinden sich Mitarbeiter von der Polizei, dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regen, der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald, der Straßenmeisterei Freyung, dem Amtsgericht Freyung, dem Finanzamt Grafenau und der Justizvollzugsanstalt Straubing. Zusammen mit der Stammbelegschaft und den zusätzlichen Kräften arbeiten aktuell 59 Personen (entsprechen 40 Vollzeitstellen) an der Bewältigung der Corona-Pandemie.

Dr. Sonja Kandlbinder, Leiterin der Abteilung Gesundheitswesen, wirbt dabei um Verständnis: „Es ist eine Herausforderung alle neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in relativ kurzer Zeit fachlich einzuarbeiten. Etliche betreten Neuland und Arbeitsabläufe müssen sich auch erst einspielen. Alle Kolleginnen und Kollegen bringen sich engagiert in diese Ausnahmesituation ein. Auch wenn nicht alles sofort fehlerfrei und augenblicklich funktioniert, sind wir im Gesundheitsamt sehr froh um diese Unterstützung.“

Das Gesundheitsamt erhält auch durch sogenannte Verwaltungshelfer Hilfestellung. Das können z.B. Lehrer sein, die Kontakt mit Eltern und Schülern aufnehmen und eine Erstinformation geben sowie zum Teil auch Quarantäne-Anordnungen weiterleiten. Eltern und Schüler sollen sich auch in erster Linie mit sämtlichen Fragen an diese Verwaltungshelfer wenden. Diese Verwaltungshelfer tragen ebenso dazu bei, dass das Gesundheitsamt in dieser angespannten Situation entlastet wird. „Ein herzliches Dankeschön an diese wertvollen Helfer“, so Dr. Kandlbinder.

Die Amtsärztin und Leiterin der Abteilung 7 Gesundheitswesen, Dr. Sonja Kandlbinder, wird zusätzlich und vorübergehend von Stefanie Anetzberger-Peter und Gunter Endres unterstützt. Im normalen Dienstbetrieb ist Herr Endres im Sachgebiet Öffentliche Sicherheit und Ordnung tätig. Frau Anetzberger-Peter gehört bereits zum Stammpersonal des Gesundheitsamtes. Beide übernehmen in der Funktion als Verwaltungsleiter administrative Aufgaben und entlasten damit die Abteilungsleitung. Diese kann sich damit verstärkt den medizinischen Herausforderungen der Pandemiebekämpfung im Landkreis zuwenden.
Landrat Sebastian Gruber betont ausdrücklich: „Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich aktuell mit großem Engagement in der Bekämpfung der Pandemie einbringen, leisten Herausragendes. Sowohl den Hauptamtlichen als auch den Ehrenamtlichen gilt mein herzlichster Dank.“

Wichtig ist es dem Gesundheitsamt auch, auf die Eigenverantwortung hinzuweisen. Personen mit einem positiven Testergebnis werden natürlich vom Gesundheitsamt kontaktiert, aber aufgrund der hohen Fallzahlen kann es zu Zeitverzögerungen bei der Kontaktpersonenermittlung kommen. Deswegen sollen Betroffene sobald ein positives Testergebnis vorliegt enge Kontaktpersonen darüber informieren, damit diese den Kontakt zu anderen Menschen auf ein absolut nötiges Minimum reduzieren können.

Da Kindergärten und Schulen offenbleiben ist das Auftreten einer Corona-Infektion und der damit einhergehenden Quarantäne auch in diesem Setting möglich. Das bedeutet, dass eine Kindergartengruppe bzw. eine Schulklassen komplett von einer Quarantäne betroffen sein kann. Das Gesundheitsamt handelt in diesem Fall nach den rechtlichen Vorgaben des Bayerischen Gesundheitsministeriums und hat keinen eigenen Spielraum.

In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Kinder in diesem Fall nicht von den Großeltern betreut werden sollen. Menschen, die wegen ihres Alters oder bestimmter Vorerkrankungen stärker gefährdet sind, schwer zu erkranken, sollten das Risiko für eine Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 so gut wie möglich mindern. Von zentraler Bedeutung ist dabei – wie für alle anderen auch – das Einhalten
allgemeiner Verhaltensregeln, zu denen Abstand halten und gründliches Händewaschen zählen. Auch Besuche dieser Risikopatienten soll freiwillig auf ein Minimum beschränkt werden.

Im günstigsten Fall soll die Betreuung von den Eltern des Kindes übernommen werden. Es gibt für Erziehungsberechtigte sowohl die Möglichkeit das sogenannte Kinderkrankengeld zu bekommen als auch eine Entschädigung bei der Kinderbetreuung. Das Krankengeld bei Erkrankung des Kindes kann von Versicherten, die in der gesetzlichen Krankenversicherung sind, in Anspruch genommen werden. Die Entschädigung bei der Kinderbetreuung kann von Arbeitnehmern und Selbständigen bei der Regierung von Niederbayern beantragt werden.

Informationen zu den Bedingungen können über die Hotline 08 71/8 08-28
11 bzw. per Mail verdienstausfall-ifsg@reg-nb.bayern.de erfragt werden.

×

(Anzeige)

 

×