Jährliches Abschiednehmen im Seniorenwohnen Grafenau 

In der Kapelle des Seniorenwohnen Grafenau ist es still. Am Ende des Raums stehen 37 Holzengel mit Kerzen. Einer für jeden Bewohner, der im zurückliegenden Jahr verstorben ist. 

Grafenau. „Jedes Jahr im November machen wir eine Andacht für unsere Bewohner, die gestorben sind“, so Daniela Angerer, Einrichtungsleiterin des Seniorenwohnen in der Spitalstraße 20. Doch auch bei der jährlichen Andacht macht die Pandemie einen Strich durch die Rechnung. „Wir wollten die schöne Tradition aber einhalten – jedoch ohne Senioren zu gefährden.“ Die Kapelle der Einrichtung bleibt so dieses Jahr leer – stattdessen findet die Andacht per Live-Stream statt. 

Auf ihren Zimmern oder in einem der drei Wohnbereiche können die Bewohner die Andacht mitverfolgen. „Für jeden Namen, der vorgelesen wurde, zündet unser Betreuungsteam in der Kapelle eine Kerze an und stellt sie zum zugehörigen Engel“, so Angerer. „Engel“ ist auch das Thema, das sich das Betreuungsteam im Voraus ausgesucht hat, und das sich durch die gesamte Veranstaltung zieht. „37 Bewohner verabschiedeten wir in der Zeremonie.“ Auch einer an Silvester verstorbenen Pflegefachkraft gedenken die Bewohner und Mitarbeiter der Einrichtung in der 45-minütigen Andacht.  

Im Anschluss finden die mit Namen versehenen Engel im jeweiligen Wohnbereich der Verstorbenen einen Ehrenplatz in der Gedenkecke. „Es ist schön zu sehen, wie diese Anlaufstelle unseren Senioren Platz zum Trauern gibt“, sagt die Einrichtungsleiterin. Doch es wird nicht nur getrauert: in der Gedenkecke tauschen die Senioren auch Anekdoten und gemeinsame Erlebnisse über die ehemaligen Mitbewohner aus. „Wir vermissen die Verstorbenen sehr und sind dankbar für die Zeit, die wir mit ihnen erleben durften“, schließt Angerer ab.  

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