(30. März 2017) München. Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner wird sich bei der Agrarministerkonferenz in Hannover dafür stark machen, die Agrarpolitik gezielt auf bäuerliche Familienbetriebe auszurichten. „Wir brauchen eine viel stärkere Umverteilung der Agrarzahlungen zugunsten kleinerer und mittlerer Betriebe“, sagte der Minister vor Beginn der Beratungen.
Brunner fordert dafür höhere Zuschläge für die ersten Hektare eines Betriebs sowie eine Agrarstrukturkomponente, um kleinteilige Flächenstrukturen fördern zu können. Denkbar sei zudem die Einführung von Obergrenzen in der Agrarförderung. „Von einer Besserstellung kleinerer Strukturen profitieren unsere Familienbetriebe und die Gesellschaft gleichermaßen“, so der Minister. Denn die Zusatzförderung sei nicht nur ein notwendiger Ausgleich für die verglichen mit Großbetrieben höheren Produktionskosten, sondern zudem ein wertvoller Beitrag, um die Kulturlandschaften attraktiv und die ländlichen Räume vielfältig und vital zu halten.

Darüber hinaus will sich Brunner bei seinen Länderkollegen auch für eine bessere Krisenvorsorge auf dem Milchmarkt einsetzen. „Wir haben nach wie vor keine wirksamen Instrumente, um im Krisenfall den Milchmarkt schnell und effektiv entlasten zu können“, sagte der Minister. Gerade die Milchwirtschaft sei bislang ihrer Verantwortung nicht gerecht geworden. „Wir brauchen in den Verträgen zwischen Molkereien und Landwirten eine fairere Lastenverteilung“, so Brunner. Bislang liege im Krisenfall das Risiko einseitig bei den Bauern. Zudem drängt der Minister darauf, dass auf EU-Ebene unverzüglich die rechtlichen Grundlagen für verpflichtende mengenwirksame Eingriffe geschaffen werden. Nur dann sei man in der Lage, bei künftigen Verwerfungen den Milchmarkt rasch und wirksam zu entlasten – ohne zuvor wieder monatelang diskutieren zu müssen. Brunner erhofft sich hier einen einmütigen Beschluss der Länder als Signal an Brüssel.

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