Auftaktveranstaltung zum Projekt „Industrie 4.0 – Werkstatt Bayerischer Wald“

Grafenau. Der Technologiecampus Grafenau lud ein zur Auftaktveranstaltung des Projektes „Industrie 4.0 – Werkstatt Bayerischer Wald“, zu deren Beginn Campuschefin Prof. Diane Ahrens kurz den Campus vorstellte. Dieser verfügt derzeit über 43 Mitarbeiter und hat so das ursprüngliche Ziel von 20 Mitarbeitern bereits weit übertroffen. Aus dem ursprünglichen Arbeitsgebiet „Logistik“ haben sich viele weitere Forschungsgebiete entwickelt. Projektleiter Johannes Grindinger ging auf die Einzelheiten ein. Das Programm, das bis Ende 2021 läuft, richtet sich an Firmen mit maximal 250 Beschäftigten oder maximal 50 Millionen Umsatz. Für Betriebe, die sich beteiligen, entstehen keine Kosten. Dr. Robert Hable erläuterte den Begriff „Industrie 4.0“. Nach Mechanisierung mit Wasser- und Dampfkraft, der Massenfertigung mit Fließband und elektrischer Energie, dem Einsatz von Elektronik und EDV zur Automatisierung ist nun mit Industrie 4.0 die Vernetzung das Thema. „Basis ist die Verfügbarkeit aller relevanten Informationen in Echtzeit durch Vernetzung aller an der Wertschöpfung beteiligten Instanzen sowie die Fähigkeit, aus den Daten den zu jedem Zeitpunkt optimalen Wertschöpfungsfluss abzuleiten. Durch die Verbindung von Menschen, Objekten und Systemen entstehen dynamische, echtzeitoptimierte und selbst organisierende, unternehmensübergreifende Wertschöpfungsnetzwerke, die sich nach unterschiedlichen Kriterien wie bspw. Kosten, Verfügbarkeit und Ressourcenverbrauch optimieren lassen.“ (Quelle Plattform Industrie 4.0). Im Vergleich zu großen Konzernen stellt sich für kleine und mittelgroße Unternehmen die Frage, was wirtschaftlich sinnvoll ist.

Ziele von „Industrie 4.0“
Seminare, Workshops und Netzwerktreffen zum Erfahrungsaustausch sollen im Rahmen des Projektes stattfinden – Ziele sind: Konkretisierung des Mehrwertes für die Unternehmen, Entwicklung einfacher, praxistauglicher Verfahren, Technologietransfer zwischen Hochschule und Unternehmen sowie die Vernetzung zwischen Beiden. Eines der im folgenden vorgestellten Projekte präsentierte Campusmitarbeiter Bernhard Bauer. Hier ging es um die Optimierung der Intralogistik in der fertigenden Industrie. Das Unternehmen Rhode & Schwarz aus Teisnach stellte beispielsweise dem Campus sämtliche Daten der Staplerfahrten in seinem Werk zur Verfügung. Zielsetzung der Firma war, dass 95 Prozent aller Fahraufträge innerhalb zwei Stunden erledigt sind.
Die Analyse fand dabei folgende Ansatzpunkte: Verteilung der Fahrten nach örtlichen und zeitlichen Gegebenheiten, Auslastung, Weiterverteilung, Mittagsspitze sowie die Auftragsvergabe im „Paket“. Mit der Datenanalyse konnte die Grundlage für ein Konzept gelegt werden, das mit relativ geringem Aufwand die Zielsetzung der Firma erreichen konnte. Die umfangreichen Gespräche der Teilnehmer in der Pause und die Diskussionsbereitschaft am Ende zeigten deutlich den Bedarf an dem neuen Projekt.         rd

Bild oben: Campuschefin Prof. Diane Ahrens eröffnete die Veranstaltung. Foto: Demont