Als „Jürgen I.“ wird der Oberbürgermeister symbolisch in den Adelsstand erhoben – rund 700 Gäste feiern den Auftakt mit Starkbier, Musik und Satire
Passau. Mit dem traditionellen Anzapfen des ersten Fasses Starkbier sind am Donnerstagabend die Passauer Starkbiertage eröffnet worden. In der gut gefüllten x-Point-Halle übernahm Bürgermeister Andreas Rother diese Aufgabe – und bewies dabei eine sichere Hand: Bereits nach zwei Schlägen floss das Starkbier in die Krüge der Gäste.
Moderator Florian Kopp erinnerte augenzwinkernd daran, dass Flüssiges das Fasten nicht breche – ein Hinweis, den die Besucher gerne beherzigten. Rund 700 Gäste waren in die ausverkaufte Halle gekommen, darunter zahlreiche Kommunalpolitiker aus Stadt und Landkreis sowie viele Stadträte und Kandidaten. Für die passende Atmosphäre sorgten neben dem Humorator-Doppelbock auch die „Wirtshausmusi“.
Einen schwungvollen Programmpunkt lieferten die Salzweger Schuhplattler, die gemeinsam mit ihrer Tanzlmusi auftraten. Mit lautem Goaßlschnalzen begleiteten sie den Einzug von Peter Götz in seiner Rolle als „Kini“.
Adelstitel für den Oberbürgermeister
Der Auftritt des „Kini“ stand ganz im Zeichen der Lokalpolitik. Peter Götz präsentierte sich bestens über die Kandidaten informiert und nahm sie humorvoll aufs Korn. Zunächst jedoch widmete er sich dem amtierenden Oberbürgermeister Jürgen Dupper: In dessen Abwesenheit wurde er symbolisch zum „Jürgen I., Prinz von Passau, zu Haibach und Hacklberg“ erhoben.
Da Dupper selbst nicht anwesend war, übernahm Andreas Rother mit aufgesetzter Dupper-Maske die Rolle des Geehrten und kniete zur scherzhaften Adelung nieder. Musikalisch begleitet wurde die Szene von Mario Götz, der mit „Wir sagen Dankeschön“ für zusätzliche Stimmung sorgte.
Anschließend nahm der „Kini“ die Oberbürgermeisterkandidaten humorvoll unter die Lupe. Auch weitere bekannte Gesichter aus der Kommunalpolitik wurden in Liedform und Wortbeiträgen karikiert. Brauereidirektor Stephan Marold bezeichnete den Humorator-Doppelbock zuvor als eine Art „flüssige Diplomatie“ – ein Getränk, das Mut zur Wahrheit mache. Ein gutes Starkbier erkenne man nicht am Etikett, meinte er, sondern daran, wie schnell das Glas leer sei.
Satire und Musik als Höhepunkte
Für musikalische Unterhaltung sorgte der Münchner Liedermacher Roland Hefter, der mit Gitarre und viel Charme alltägliche Eigenheiten aufs Korn nahm. Seine humorvollen Lieder handelten von kleinen Lebensrätseln ebenso wie von modernen Sprachgewohnheiten und gesellschaftlichen Trends. Seine Botschaft: das Leben mit Gelassenheit und Humor nehmen.
Den Schlusspunkt setzte Parodist Wolfgang Krebs. Eine Woche nach dem Politischen Aschermittwoch zeigte er erneut seine Parodien bekannter Landespolitiker. In verschiedenen Rollen – von Markus Söder bis Hubert Aiwanger – kommentierte er aktuelle Themen und nahm besonders die Welt der sozialen Medien ins Visier. Auch frühere politische Größen ließ er in seinen Darbietungen wieder aufleben.
Die Starkbiertage gehen am Freitag und Samstag mit weiteren Kabarettabenden weiter. Zum Abschluss folgt am Sonntag die Benefiz-Schafkopf-Stadtmeisterschaft. Restkarten sind noch erhältlich.













