Land- und Forstwirtschaft ist Teil der Lösung beim Klimaschutz

Der Bayerische Bauernverband hat zuletzt viele Mitglieder eingebüßt. Dennoch bleibt sein großer Einfluss auch in den kommenden Jahren unzweifelhaft bestehen, auch wenn sich in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Landwirte vom Verband losgesagt haben und andere Verbände um die Gunst der Landwirte buhlen.

Wie kam es eigentlich zum Bauernverband in Bayern? Direkt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erhofften sich einige Landwirte etwas zu erschaffen, was es bis zum damaligen Zeitpunkt nicht gab; ein gemeinsamer Verband, der die Interessen aller Bauern im Freistaat vetreten sollte. Am 7. September 1945 war es dann soweit; 22 Bauern gründeten im Amt für Landwirtschaft und Ernährung in München den Bayerischen Bauernverband.

Denn; in der Weimarer Republik war die Landwirtschaft gespalten. Es gab zahlreiche Verbände und Organisationen, die untereinander stark konkurrierten und auch forsch um Mitglieder warben, um damit Einfluss zu gewinnen – querbeet durch Konfessionen und Parteien. Dem allem setzten die Nationalsozialisten schließlich ein Ende und zwangen die Bauern in den sogenannten „Reichsnährstand“.

Heute ist der Bauernverband nicht mehr der einzige Verband, der von sich selbst behaupten kann, die Interessen der Landwirtschaft zu vertreten: der Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) ist 1998 u.a. dazugekommen, wie auch ein Landesverband der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) drei Jahre später. So fühlten sich viele Milchviehhalter, Ökobauern und weitere Landwirte eben nicht mehr vertreten im Bayerischen Bauernverband, der – so im Kern, wie es die meisten Gegner sehen – stets darauf bedacht sei, die Nähe und die Verbindung zur Großindustrie zu suchen, um sich am Weltmarkt zu behaupten und mit seinem stetigen Willen, immer weiter zu wachsen und noch größer zu werden.

Auch in absehbarer Zukunft wird es weitere Abspaltungen vom Bayerischen Bauernverband geben, darin besteht kein Zweifel. Sind es doch vor allem die jüngeren Bauern, die die Politik des BBVs kritisieren.

Dennoch und unabhängig von weiter konkurrierenden Verbänden und schrumpfenden Mitgliederzahlen: an Einfluss wird der Bayerische Bauernverband nicht verlieren, denn schon bei der Gründung erhielt der Verband eine einzigartige (rechtliche) und privilegierte Stellung.

„Im Gegensatz zu allen anderen Bauern- und Landwirtschaftsverbänden in Deutschland ist er eine atypische Körperschaft des öffentlichen Rechts. In dieser Eigenschaft nimmt der BBV im Auftrag des Staates folgende Aufgaben im Interesse der gesamten Landwirtschaft wahr (öffentliche Aufgaben ohne Hoheitscharakter): Mitwirkung bei der Entwicklung und Umsetzung von Gesetzen, Verordnungen, Bekanntmachungen und Richtlinien der Europäischen Union, der Bundesrepublik Deutschland und des Freistaates Bayern durch Auskünfte, Vorschläge, Stellungnahmen und Gutachten.“

(aus der Webseite des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums)

Oder um es so zu formulieren: Ohne den Bayerischen Bauerverband läuft nicht viel in der Agrarpolitik.

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