Regionalkonferenz von Ehrenamtlichen in der Asyl- und Migrationsarbeit. Thema: Ausbildung und Beschäftigung

(von Tobias Schmidt)

Fragt man Menschen, die haupt- wie ehrenamtlich mit Migranten und Flüchtlingen arbeiten, dann hört man heute oft: ‚Die Aufbruchstimmung ist verflogen, aber die Arbeit geht uns ganz gewiss nicht aus.‘ Verbindungen stiften und von den Erfahrungen anderer lernen, ist deshalb wichtig. Und weil sich das Arbeitsgebiet Asyl und Migration mit starker Dynamik entwickelt, ist es auch durchaus sinnvoll, auch die zuständigen Staatsministerien und Landesämter an dieser Lernerfahrung teilhaben zu lassen. Davon haben alle etwas: Politik, Verwaltung, und die Helferbasis obendrein. Genau deshalb gibt es die Bayerischen Asylgipfel.

Das sind von Ehrenamtlichen für Ehrenamtliche jeweils mehrerer Bayerischer Regierungsbezirke organisierte Regionalkonferenzen zu einem thematischen Erfahrungsaustausch. Bei dem auch Inhalte festgelegt werden, die „in München mitunter noch nicht bekannt sind“. Denn auch ehrenamtliche Helfer brauchen eine Stimme, um sich zu Wort zu melden, wenn es irgendwo klemmt. Die Ostbayerischen Asylgipfel werden von Petra Nordling (Vilsbiburg) und Julia von Seiche (Regensburg) veranstaltet. Am Samstag, 9. November findet der 4. Ostbayerische Asylgipfel im Saal St. Valentin am Domplatz 7 in Passau statt. Als Mitveranstalter sind unserVeto Bayern – Verband der ehrenamtlichen FlüchtlingshelferInnen Bayern und vor Ort Integrationshilfe Passau e.V. involviert; AsylCafé Passau n.e.V., Passau verbindet und KaffeeWerk unterstützen die Veranstaltung, die sich einen Tag lang dem Thema Zugang zu Ausbildung und Arbeit für geflüchtete Menschen widmen wird.

Das im August vom Deutschen Bundestag verabschiedete Migrationspaket rund um Beschäftigungsförderung, die Duldung bei Ausbildung und Beschäftigung sowie Klärung von Identität oder gegebenenfalls Rückkehr ins Herkunftsland bringt hier für alle Beteiligten viel Neues ins Spiel. Welche juristischen Neuerungen gibt es? Hierzu wird Rechtsanwältin Petra Haubner berichten. Und welche Erfahrungen gibt es bei der Umsetzung? Wie stellt sich die Lage aus der Warte der Fachleute des vor einem Jahr neu geschaffenen Landesamtes für Asyl und Rückführungen dar? Martin Panten, Abteilungsleiter Rückführungen in dieser Behörde und Claudia Keller, Sachgebietsleiterin Passersatzbeschaffung stellen sich den Fragen der Teilnehmer. Was zum Beispiel sind zumutbare Mitwirkungspflichten bei der Identitätsklärung? Und wenn nichts mehr geht im Asylverfahren?

4. Ostbayerischer Asylgipfel am 9. November in Passau (Quelle: Peter Nordling)

Markus Fiebiger von der Zentralen Rückkehrberatung Süd-Ostbayern wird zu den sich dann noch bietenden Möglichkeiten berichten. Zwischen den Vorträgen ist Zeit für persönlichen Austausch. Ein Büchertisch zum Thema, die Präsentation haupt- und ehrenamtlicher Angebote in der Region, eine Fotorückblick von Rudolf Klaffenböck auf die Flüchtlingssituation des Jahres 2015 und ein musikalischer Trommelausklang runden den 4. Ostbayerischen Asylgipfel ab.

Ein Unkostenbeitrag u.a. für die kulinarische Versorgung in Höhe von EUR 15,- ist am Veranstaltungstag zu zahlen. Das ganze Programm sowie die Online-Anmeldung sind zu finden unter: www.asylgipfel-bayern.de.