Der Kulturkreis Freyung-Grafenau ehrte die Brüder Probst und Resi Schandra

Freyung. Nach der Einstimmung auf die Veranstaltung durch die Stadtkapelle Waldkirchen mit ihrem Dirigenten Christoph Metten mit einem Konzertmarsch, konnte der Vorsitzende des Kulturkreises Dr. Claus Kappl im vollbesetzten Saal des Freyunger Kurhauses wieder zahlreiche Gäste aus Wirtschaft, Politik, Kunst und Kultur begrüßen.

Dr. Claus Kappl, Resi Schandra und Ursula Diepolder bei der Kulturpreisverleihung (Foto: MuW/r.demont)

Erstmalig hatte sogar Staatssekretär Bernd Sibler den Weg nach Freyung gefunden. In seiner Begrüßung wies Dr. Kappl auf ein für den Kulturkreis wichtiges Thema hin. Wie kann ich Kinder und Jugendliche für Kultur begeistern. Vom Kulturkreis angeregte fünf Kulturkonferenzen in den letzten zwei Jahren beschäftigten sich vor allem mit der Frage, wie Kulturarbeit besser koordiniert werden kann. Der noch nicht vollkommene Landkreis-Kulturkalender ist ein Ergebnis der Konferenzen. Eine sechste Konferenz sei bereits geplant. Da wird es speziell um die kulturelle Jugendarbeit gehen. Antworten für die Zukunft sind zu finden, damit es auch in der nächsten Generation wieder Kultur- und Förderpreisträger gibt.

Dr. Claus Kappl bei der Förderpreisverleihung an die drei Probst-Brüder (Foto: MuW/r.demont)

Nach Dr. Kappl ergriff als Moderatorin des Nachmittags die zweite Vorsitzende des Kulturkreises Dr. Ursula Diepolder das Wort. Sie leitete über zu den folgenden Grußworten von Bürgermeister Dr.Olaf Heinrich, Landrat Sebastian Gruber und Staatssekretär Bernd Sibler. Heinrich meinte, dass der Kulturverein am Puls der Zeit sei. Der Begriff Heimat mit seiner festen Verwurzelung in der Region habe große Bedeutung. Landrat Gruber meinte selbstbewusst: „Das kulturelle Leben spielt sich im ländlichen Raum ab“. Er wies auf seine Verbundenheit mit der Kulturpreisträgerin Resi Schandra hin, die wie er aus dem kleinen Ort Falkenbach stammt. In seiner Kinderzeit habe sie öfters auf ihn aufgepasst, wenn seine Eltern unterwegs waren. Bernd Sibler meinte mit einem Schmunzeln: „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit. Außerdem kommt Kunst von Können.“ Er betonte, dass Bayern ein Kulturstaat sei, dies sogar in der Verfassung stehe und rund 1 Milliarde Euro jährlich in die Kultur fließe.

Konrad Probst mit dem Waldhorn (Foto: MuW/r.demont)

Ursula Diepolder wies anschließend auf die Bedingungen für die Preise hin. Der Förderpreis geht an Personen, die am Beginn einer künstlerischen Laufbahn stehen und die durch die Auszeichnung und die damit verbundene Öffentlichkeit zusätzliche motivierende Impulse bekommen. Der Kulturpreis geht an Personen, die sich mit überregionaler Bedeutung um die Kulturszene des Landkreises in besonderer Weise verdient machen oder gemacht haben.

Alois Seidl, Organisator der Veranstaltung (Foto: MuW/r.demont)

Der diesjährige mit 3.000 Euro dotierte Förderpreis wurde anschließend an die drei Brüder Gabriel, Moritz und Konrad Probst verliehen. Die Laudatio hielt Christoph Lorenz, ein ehemaliger langjähriger Dirigent der Stadtkapelle Waldkirchen, der den Werdegang der drei Brüder begleitet hat. Studiendirektor a.D. Gerhard Ruhland hielt die Laudatio auf Resi Schandra. Gemeinsam mit ihr an einem Tisch sitzend, ergänzt Schandra seine Darlegungen mit eigenen Gedanken dazu. Erst mit 40 Jahren begann sie zu schreiben. 1984 bis 1989 veröffentlichte sie fünf Gedichtbände in Mundart und stieß bei den Lesern auf Begeisterung. Später kamen eine Erzählung und Aphorismen dazu. In jüngster Zeit verlegte sich Schandra auch auf das Hochdeutsche. Einige Kostproben von Resis Schaffen würzten die Laudatio, bevor es zur Preisverleihung kam für die sie sich anschließend mit bewegenden Worten bedankte. In seinem Schlusswort der Veranstaltung warb Claus Kappl noch um neue Mitglieder für den Kulturkreis. Trotz derzeit 826 Mitglieder, benötige man auch jüngere Mitglieder.

Resi Schandra mit Gerhard Ruhland bei der Laudatio (Foto: MuW/r.demont)

Büchertisch mit Resi Schandras Werken (Foto: MuW/r.demont)