„Grenzen sind da, um sie zu brechen“ – Unter diesem Motto möchte der “Passauer Kultur Jam” Menschen unterschiedlicher Kulturen zusammenbringen. Die Organisator*innen sind sich einig: Das geht am besten mit Musik, Tanz, Theater und Co. Das Programm beginnt am Freitag, 25. Mai mit einer Theaterpremiere im Zauberberg. Außerdem sind über 170 internationale Künstlerinnen und Künstler eingeladen, die am Samstag, 25. Mai und Sonntag, 27. Mai im Klostergarten und anderen lokalen Veranstaltungsorten ihr Können unter Beweis stellen. Dazu werden die Gäste mit internationalen Spezialitäten versorgt, außerdem wird am Samstag in der Innenstadt für ein buntes und vielfältiges Passau demonstriert.

Passau. Afrikanische Trommeln, indischer Ausdruckstanz, kurdische Volksmusik und kulinarische Spezialitäten aus aller Welt – wenn Ende Mai wieder internationale Klänge und Gerüche über den Passauer Klostergarten wehen, ist klar: der Passauer Kultur Jam findet statt. Bereits zum dritten Mal bietet das interkulturelle Open-Air-Festival einen einzigartigen Begegnungsort für Bürger*innen, Geflüchtete und Menschen aus aller Welt. „Auf eines können sich alle Kulturen einigen: Liebe geht durch den Magen. Außerdem sind gemeinsames Musizieren und Tanz die besten Vermittler zwischen verschiedenen gesellschaftlichen oder kulturellen Gruppen”, finden die Organisator*innen des Projekts. Das Benefizfestival soll besonders Migrant*innen und Geflüchteten die Möglichkeit geben, ihre Kultur zu präsentieren.

Trommeln gegen Rassismus und Intoleranz: Gründungsmitglied Yassine Tessier (g.l.) musiziert mit Trommlern aus Nigeria und Deutschland (Foto: Kultur Jam Passau)

Das Programm reicht von kurdischer Volksmusik, Reggae, russischem Gesang und lateinamerikanischen Klängen bis hin zu indischen Ausdruckstanz, Capoeira und afrikanischen Trommelbeats. Außerdem wird es Fotoausstellungen, Lesungen, Kurzfilme und einen Arabisch-Crashkurs geben. In diesem Jahr gibt es sogar eine Modenschau mit Dirndl, die aus traditionellen afrikanischen Stoffen gefertigt wurden. Die Designerin Gloria Cudjo ist in Ghana geboren und in Deutschland aufgewachsen und möchte zeigen, dass beide Kulturen vereinbar sind. Insgesamt sind rund 170 lokale wie internationale Künstlerinnen und Künstler verschiedener Genres eingeladen und werden unter anderem im Passauer Klostergarten auftreten. Außerdem gibt es weitere Programmpunkte in den umliegenden Veranstaltungsorten Zauberberg und Nikolaikloster.

Als Auftakt der Veranstaltungsreihe dient am Freitagabend die Premiere des Theaters „Mitten in Niederbayern 2“. Das Theaterensemble aus Geflüchteten und Deutschen aus Rottal beginnt um 20 Uhr im Zauberberg, danach gibt es eine Lesebühne und Livemusik. Am Samstagmorgen beginnt um 11 Uhr am Ludwigsplatz eine Demonstration unter dem Motto “Einheit in Vielfalt – Für ein buntes Passau” durch die Innenstadt. Diese endet gegen 13 Uhr im Klostergarten, auf dem die lokale Reggae-Größe Uwe Ka das Bühnenprogramm eröffnet. Wer dann noch nicht genug hat, kann auf der Afterparty im Zauberberg mit Beats von Django S. weitertanzen. Am Sonntag geht es wie am Vortag weiter mit Musik, Tanz, und buntem Treiben.
Während dem gesamten Festival ist selbstverständlich auch für das leibliche Wohl gesorgt. Auf die Besucher*innen warten frisch zubereitete Speisen aus Persien, Westafrika und Lateinamerika. Im orientalischen Teezelt kann man eine Tasse der frisch gebrühten Köstlichkeit genießen. Für die kleinen Gäste gibt es ein buntes Kinderprogramm mit Märchenstunden, Kinderschminken, Spielzeugen und einer Bastelecke.

Tanzen verbindet: Besucher*innen des Kultur Jams versuchen sich an griechischen Volkstanzschritten angeleitet durch die Gruppe Ipirotiki (Foto: Khira Nesik)

„Wir möchten künstlerische Talente in all ihrer Vielfalt einen öffentlichen Raum geben und damit zeigen, dass sie unsere Gesellschaft bereichern”, erklärt Charlotte Lonitz, Kulturwirtschaftsstudentin der Universität Passau und Mitglied des Organisationsteams. Das Projekt wurde 2015 von Masterstudierenden der Universität Passau ins Leben gerufen und ist mittlerweile ein fester Bestandteil der Passauer Kulturagenda geworden.

Gemeinsam mit verschiedenen Kooperationspartnern, wie dem Asylcafé, dem Refugee Programme Passau, Gemeinsam Leben und Lernen in Europa, dem Netzwerk Politische Bildung Bayern und Amnesty International wird ein zusätzliches Rahmenprogramm zu den Themen Flucht, Migration, Integration und kulturelle Diversität geboten. Dabei gibt es unter anderen Informationsstände, ein Argumentationstraining gegen Stammtischparolen und Vorträge von Geflüchteten über ihre Herkunftsländer.

Tanzen verbindet: egal ob von nah oder fern, bei den kurdischen Rhythmen der Zara Band kann niemand still sitzen bleiben (Foto: Dildar Hamo)

Alle Veranstaltungen im Klostergarten sind kostenlos, denn das Festival finanziert sich ausschließlich über Spenden und gibt jegliche Überschüsse an die geflüchteten Künstler*innen und gemeinnützige Projekte weiter. Weitere Informationen und der genaue Programmablauf sind demnächst im Internet auf der Facebookseite www.facebook.com/PassauerKulturJam und auf der Homepage passauerkulturjam.wixsite.com/home (wird zeitnah aktualisiert) zu finden.