(von Josef Heisl)

Hutthurm. 14 Malerinnen und Maler der Künstlergruppe „Freunde der Malerei Hauzenberg“ stellen vom 11. Mai bis 26. Juli 2018 im Rathaus aus. Thema ist die schwarze Perle, der Fluss des Jahres, die Ilz von der Quelle bis zur Mündung. Die einzigartige Flusslandschaft inspirierte schon viele Künstler, Schriftsteller und Dichter. Auf drei Stockwerken und im Treppenhaus sind die Gedanken zu sehen, die sich die Künstlergruppe zu diesem Thema gemacht hat.

Mit dem 150 Jahre alten Lied „O du Ilzertal“, das in Gazereit entstanden ist, eröffnete die Künstlergruppe selbst stimmungsvoll die Vernissage im Rathaussaal, begleitet von Tobias Möckl auf seiner Steirischen. Albert Lehner begrüßte im Namen der Akteure die recht zahlreichen Kunstfreunde und Mäzene.

Wasseramseln (Foto: Heisl)

„Wenn mich was ärgert, gehe ich runter an die Ilz, dann ist mir gleich wohler“, meinte Bürgermeister Hermann Baumann und schwärmte von der Arten-, Blumen- und Farbenvielfalt des Flusstales. „Unsere Ilz wird von den 14 Künstlerinnen und Künstlern in den verschiedensten Maltechniken dargestellt“, so Baumann weiter. Das Rathaus werde so wieder einmal bunter. „Mia g’foid’s guad“ war des Bürgermeisters Wertung, als er die Ehrengäste begrüßte. Neben den Grußwortrednern waren die Bürgermeister Helmut Willmerdinger, Tittling, Manfred Eibl, Perlesreut und Max Niedermeier, Grafenau gekommen, sowie Pfarrer Wolfgang Keller.

Mit Peter Auer hatten die Hauzenberger gleich ihren eigenen Bürgermeister mitgebracht, der die 14 vorstellte. Die Freunde der Malerei seien ein Juwel, ein Kleinod des Kulturlebens der Stadt, so Auer überschwänglich. Sie feiern ebenso ihren 40. Geburtstag wie Hauzenberg, das im gleichen Jahr die Stadtrechte erhielt. Mit Hermine Stöckle, Konrad Krügl und Albert Lehner seien noch drei Gründungsmitglieder dabei. Zur Ilz merkte Auer an, sie schlängle sich durch romantische Schluchten, durch Felsformationen aber auch entspannende Plätze am Ufer mit interessanten Menschen. Alles sei im Fluss, wie das Leben selbst.

Winterabend (Foto: Heisl)

„Mein Lieblingsfluss von den Dreien in Passau ist die Ilz“, outete sich Vizelandrat Raimund Kneidinger. Das Ilztal sei ein wunderbares Naherholungsgebiet, eine lebenswerte Gegend. Er wünsche den Ausstellern, dass viele dieser ausdrucksvollen Bilder auch mitgenommen werden.

Dem Kreisheimatpfleger Karl-Heinz Reimeier fiel dann die Aufgabe zu, die Laudatio zu halten. Es sei keine Lobrede, sondern eine Einführung, stellte Reimeier klar. Vom Rachelsee komme die Ilz, gespeist von vielen weiteren kleinen Gewässern. Über das Lied „O du Ilzertal“ komme man gleich zum Thema. Er freue sich, dass er als Grafenauer hier die Hauzenberger vorstellen dürfe, die mit ihren Projekten längst über die Heimatgrenzen hinweg strahlen. Kreativ zu arbeiten heiße mit den unterschiedlichsten Techniken und Stilrichtungen wie Aquarell, Pastell, Kohle, Kreide oder Öl den Betrachter einzufangen.

Idylle (Foto: Heisl)

Es sei schon etwas Besonderes, dass in unserer unsteten schnelllebigen, von Individualisten und Populisten geprägten Zeit 14 sensible und empfindsame Menschen zusammengebracht wurden. Bei den Freunden der Malerei seien nicht nur etablierte Künstler. Im Vordergrund stehe, Hilfe anzubieten und Anregungen zu geben und das mit professioneller Unterstützung. Und deswegen fühlen sich die Leute in dieser Gruppe wohl, in der keiner vorrangig denke, möglichst schnell in den Olymp der Kunst aufzusteigen. Jeder wolle sich in die Gemeinschaft einbringen auf seine eigene künstlerische Art. „Und das glaube ich, tut allen gut, den Künstlern wie dem Publikum, uns allen halt“, stellte der Laudator fest.

Reimeier lobte diesen Zusammenschluss von Individualisten, mit dem es gelinge, immer wieder Ausstellungen zu organisieren, was einzeln wohl kaum möglich wäre. Ziel der Gruppe sei es auch, Heimat zu bieten, Heimat zu sein, ein Begriff der heute viel gebraucht, aber auch nicht selten missbraucht werde. In der Gruppe bemühe man sich ständig, Technik, Stil und Können anzuheben, was mit Malkursen bei bekannten Bayerwaldmalern wie beispielsweise Kurt Lehner, Rupert Berndl oder Gertrud Nöttges gelinge. Mit dieser Ausstellung outen sich gleichsam die Teilnehmer und stellen sich der öffentlichen Meinung.

Eisvögel (Foto: Heisl)

Nach den Ausstellungen „Donau“ und „Afrika“ sei es nun eben die Ilz, die als Thema angegangen worden sei. Der Fluss habe Maler wie Dichter immer wieder inspiriert, so Hans Carossa, Emerenz Meier, Josef Fruth, Max Peinkofer und Rupert Schützbach, um nur einige zu nennen. Hier im Hutthurmer Rathaus sei eine spannende, abwechslungsreiche und interessante Ausstellung entstanden. Dafür danke er den Künstlern und wünsche ihnen einen guten Besuch und dass auch das eine oder andere Bild gekauft werde.
Gemeinsam wurde dann in dieser familiären Atmosphäre Gleichgesinnter das Lied „Mir san vom Woid dahoam“ angestimmt, auf der Steirischen unterstützt von Tobias Möckl. Anschließend wurden von den Besuchern die Bilder unter die Lupe genommen. Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten des Rathauses besucht werden, Info Tel. 08505 9001 0.

Bachläufe (Foto: Heisl)

Die ausstellenden Künstler
Albert Lehner, Eilika Schütt, Christa Auer, Hermine Stöckle, Konrad Krügl, Christine Dicklhuber, Katalin Deak, Gerlind Kurzbeck, Rosmarie Nodes, Margot Schuster, Eva Kecskes, Josef Hofmann, Elisabeth Reischl und Brigitte Schaufler.

Ilz (Foto: Heisl)