Umfangreiche Ermittlungen und Durchsuchungsaktion der Passauer Kripo

PASSAU, PERLESREUT, LKR. FREYUNG-GRAFENAU, ARNSTORF, PFARRKIRCHEN, LKR. ROTTAL-INN. Von Mittwoch (08.07.2020) bis Freitag (10.07.2020) haben Rauschgiftermittler der Passauer Kripo mit Unterstützung der Operativen Ergänzungsdienste Passau nach umfangreichen Ermittlungen insgesamt 13 Durchsuchungsbeschlüsse der Staatsanwaltschaft Passau bzw. der Staatsanwaltschaft Landshut bei zehn Tatverdächtigen vollzogen.

Bereits seit Anfang März 2020 ermittelten Beamte des Passauer Rauschgiftkommissariats wegen verschiedenster Verstöße nach dem Betäubungsmittelgesetz. Hierbei handelt es sich um Abnehmer von Crystal, Kokain und Cannabis, aber auch um illegalen Handel mit diesen Drogen. Ins Visier der Ermittler gerieten dabei nach der Auswertung von sichergestellten Datenträgern fünf Passauer im Alter zwischen 21 und 35 Jahren. Sie stehen u. a. im Verdacht, Crystal, Kokain und Marihuana nicht nur zum Eigengebrauch erworben, sondern auch zum Verkauf angeboten zu haben.

Ebenfalls im Fokus der Ermittlungen standen ein 28-jähriger Mann aus Perlesreut sowie drei Männer im Alter zwischen 37 und 42 Jahren aus Pfarrkirchen bzw. Arnstorf. Der 28-Jährige steht im Verdacht, seit mindestens Anfang Februar 2020 Crystal, GBL (sog. „K.O. Tropfen“) und Cannabis zum Verkauf angeboten zu haben. Dem 37-jährigen Mann aus Pfarrkirchen wird vorgeworfen, seit mindestens Ende Juni 2020 Cannabis zusammen mit einem ebenfalls 37-Jährigen aus dem südlichen Landkreis Rottal-Inn in den Raum Passau geliefert und verkauft zu haben. Auch die 41- und 42-jährigen Männer aus Arnstorf sollen seit Ende Juni mit Cannabis gehandelt haben.

Im Rahmen der Durchsuchungsaktion wurden rund 110 g Cannabis (Haschisch und Marihuana), knapp 20 g Speed, mehrere Gramm Crystal und eine geringe Menge Kokain sichergestellt. Bei zwei 21-jährigen Passauern fanden die Ermittler zudem „Drogengeld“, Verpackungsmaterial zum Weiterverkauf der Drogen, mehrere Schreckschusswaffen, verbotene Einhandmesser sowie ein manipuliertes E-Bike, dass der 21-Jährige offensichtlich für seine Drogengeschäfte nutzte.

Rauschgiftkriminalität im Bereich des Polizeipräsidiums Niederbayern

Im Vergleich der letzten zehn Jahre erreichte das Fallaufkommen im vergangenen Jahr mit 4.421 Fällen einen Höchststand. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass es sich hierbei um sog. Kontrolldelikte handelt, also Straftaten, die durch polizeiliche Ermittlungen und Kontrolltätigkeit erst aufgedeckt werden.

Cannabisprodukte spielen bei den Betäubungsmittelarten nach wie vor eine erhebliche Rolle. Hier war ein Anstieg von 467 Delikten auf 2.325 Straftaten zu verzeichnen (2018: 1.858). Weitere Zunahmen gab es bei Kokain (+13 auf 76 Fälle), Crystal (+32 auf 135 Fälle) sowie bei Ecstasy (+45 auf 108 Fälle). Bei Heroin war hingegen ein Rückgang um 11 auf 67 Fälle (2018: 78) festzustellen.

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