Der durchschnittliche Flächenverbrauch 2019 betrug 10,8 Hektar pro Tag

Mit 46,3 Prozent wurde Ende 2019 etwa die Hälfte der Gesamtfläche Bayerns landwirtschaftlich genutzt, ein gutes Drittel bestand aus Wald (35,3 Prozent). Mit 855 190 Hektar wurden 12,1 Prozent der Fläche Bayerns für Siedlungs- und Verkehrszwecke genutzt. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik weiter mitteilt, bedeutet dies binnen Jahresfrist eine Zunahme um 3 948 Hektar bzw. 0,5 Prozent. Der Flächenverbrauch lag damit im Jahr 2019 bei durchschnittlich 10,8 Hektar pro Tag. 36,3 Prozent der Siedlungs- und Verkehrsfläche entfielen auf Wohnbau- sowie Industrie- und Gewerbeflächen, 38,9 Prozent auf Verkehrsflächen und 6,5 Prozent auf Sport-, Freizeit- und Erholungsflächen. Da die Siedlungs- und Verkehrsfläche in beachtlichem Umfang auch Grün- und Freiflächen umfasst, ist der Flächenverbrauch nicht mit Versiegelung (Überbauung, Betonierung, Asphaltierung usw.) gleich zu setzen.

Wie die Auswertung des Amtlichen Liegenschaftskataster-Informationssystems (ALKIS) der Vermessungsverwaltung durch das Bayerische Landesamt für Statistik ergab, belief sich die Siedlungs- und Verkehrsfläche in Bayern zum Stichtag 31. Dezember 2019 auf 855 190 Hektar, das waren 12,1 Prozent der gesamten Landesfläche des Freistaats (rund 70 542 km²). Gegenüber Ende 2018 nahm die Siedlungs- und Verkehrsfläche um 3 948 Hektar bzw. 0,5 Prozent zu. Das bedeutet, dass in Bayern im Jahr 2019 im Durchschnitt jeden Tag eine Fläche von 10,8 Hektar – das entspricht in etwa der Fläche von 15 Fußballplätzen (70m x 100m) – zusätzlich für Siedlungs- und Verkehrszwecke in Anspruch genommen wurde. Da die Siedlungs- und Verkehrsfläche auch Grün- und Freiflächen
beinhaltet, kann dieser Flächenverbrauch allerdings nicht mit Versiegelung (Überbauung, Betonierung, Asphaltierung usw.) gleich gesetzt werden.

Mit 310 371 Hektar nahmen die Wohnbau- sowie die Industrie- und Gewerbeflächen Ende 2019 insgesamt 36,3 Prozent der Siedlungs- und Verkehrsfläche ein. Binnen Jahresfrist war dies eine Zunahme um 2 584 Hektar bzw. 0,8 Prozent. Damit waren 65,5 Prozent des Flächenverbrauchs auf diese Veränderung zurückzuführen. Die hierbei mitberücksichtigte Freifläche umfasst alle den Wohn-, Gewerbe- und Industriegebäuden zugehörenden unbebauten Flächen, wie z. B. Hofräume, Spielplätze, Grünflächen oder Stellplätze.

Weitere 38,9 Prozent (332 371 Hektar) entfielen auf die Verkehrsfläche, also auf Straßen, Wege, Plätze, Schienen- und Luftverkehrsflächen sowie Flächen, die an Land den Schiffsverkehr betreffen. Im Vorjahresvergleich nahm die Verkehrsfläche nur geringfügig um 0,1 Prozent bzw. 398 Hektar zu. Ihr Ausbau trug 10,1 Prozent zum Flächenverbrauch im Jahr 2019 bei.

6,5 Prozent der Siedlungs- und Verkehrsfläche Bayerns (55 828 Hektar) waren als Sport-, Freizeit und Erholungsflächen – insbesondere Grünanlagen – ausgewiesen. Gegenüber Ende 2018 erhöhte sich diese Fläche um 46 Hektar bzw. 0,1 Prozent.

In den einzelnen Regierungsbezirken lag der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche an der Gesamtfläche zwischen 13,8 Prozent in Mittelfranken und 10,9 Prozent in der Oberpfalz. Der höchste Flächenverbrauch binnen Jahresfrist erfolgte in Oberbayern mit 1 231 Hektar, der geringste in Mittelfranken mit 99 Hektar.

Bei der Flächenstatistik handelt es sich um eine Sekundärstatistik. Erhebungsgrundlage ist seit 2016 bundesweit das Amtliche Liegenschaftskataster-Informationssystem (ALKIS).
Mit der neuen Erhebungsgrundlage änderte sich auch der bisherige Nutzungsartenkatalog (Nomenklatur). Vor 2016 basierte die Erhebung auf der Systematik der Automatisierten Liegenschaftsbücher (ALB). Für die Berechnung von Vergleichswerten, insbesondere auch zur Berechnung des Flächenverbrauchs, wurden bayernweit ALKIS-Daten auch zu den Ständen 31.12.2015 und 31.12.2014 nach der neuen Nomenklatur ausgewertet.

Der Flächenverbrauch, definiert als Veränderung der Siedlungs- und Verkehrsfläche zum Stichtag 31. Dezember eines jeden Jahres, wird in Hektar pro Tag angegeben. Die Siedlungs- und Verkehrsfläche errechnet sich aus den Nutzungsartenkategorien „Siedlungsfläche“ und „Verkehrsfläche“ abzüglich „Bergbau“ und „Tagebau/Grube/Steinbruch“.

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