Unterwegs im Auftrag des Auerhuhns

Starkregen, Schneeregen, Wind und Nebel. Trotz dieser widrigen Wetterbedingungen machten sich am vergangenen Samstag über 35 Ehrenamtliche vom Rathaus Bodenmais mit Schneeschuhen und Skitourenausrüstung auf in die Arberregion. Ausgestattet mit grüner Weste, kleinen Studentenfutterpackungen, Infomaterial, Flyern und Handzetteln zum Auerhuhn. Ihr Auftrag: Skitouren- und Schneeschuhgehern im Gelände über das Auerhuhn als besonders schützenswerte Art, die verschiedenen Schutzgebiete, wie das Wildschutzgebiet fürs Auerwild, die Naturschutzgebiete und Natura 2000- Gebiete zu informieren und Wintersportlern umweltverträgliche Tourenmöglichkeiten aufzuzeigen. Ziel war es mit den Wintersportlern ins Gespräch zu kommen und offene Diskussionen zu führen.

Im Rahmen der Kampagne „Natürlich auf Tour“ – Skibergsteigen umweltfreundlich des Deutschen Alpenvereins (DAV) findet der Aktionstag bereits seit fünf Jahren in fünf bayerischen Alpenregionen statt. Dieses Jahr beteiligte sich erstmalig die Arberregion daran. Gebietsbetreuer für die Arberregion Johannes Matt vom Naturpark Bayerischer Wald hat den Aktionstag gemeinsam mit vielen Unterstützern organisiert. Es beteiligten sich zum einen Mitglieder der Sektionen des Deutschen Alpenvereins Deggendorf und Straubing. Zum anderen schlossen sich viele Mitglieder der Bergwacht- Bereitschaften Arnbruck, Ruhmannsfelden und Zwiesel an. Vom Forstbetrieb Bodenmais der4 Bayerischen Staatsforsten waren zwei Revierförster unterwegs. Des Weiteren waren Mitglieder des Landesbund für Vogelschutz der Kreisgruppe Regen beteiligt. Abgerundet wurde die große Gruppe von Mitarbeitern des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, sowie Naturschutzwächter des Landkreises Regen.

Mehrere Teilnehmer bauten einen Infostand auf der Berghütte Scharbeben auf. Einige zogen von dort selbstverständlich ausschließlich auf den markierten Wegen Richtung Schwarzeck, Heugstatt, Enzian und Kleiner Arber los. Ebenfalls von der Klause und vom Wanderparkplatz Riesloch wurde gestartet. Viele Teilnehmer stiegen vorbildhaft in den öffentlichen Regionalbus und fuhren zur Hochstraße, Großer Arbersee und Talstation der Arber-Bergbahn und begannen dort ihre Touren. Der Großteil der Teilnehmer kam mittags auf der Chamer Hütte zusammen, um sich einerseits aufzuwärmen und zu trocknen, aber um weiter viele Wintersportler an diesem zentralen Ort zu informieren. Insgesamt wurden trotz des schlechten Wetters mehr als 270 Wintersportler im Gelände angesprochen und aufgeklärt.

„Über den direkten Dialog mit den Wintersportlern bekommen wir ein umfassendes Bild inwiefern diese über Schutzgebiete und Schutzbedürftigkeit des Auerhuhns informiert sind“ so Gebietsbetreuer Johannes Matt und ergänzt. „Zudem kann mit diesem konzertiertem Aktionstag die Bekanntheit und Akzeptanz für das Auerwildschutzgebiet erhöht werden“.

Nach der Tourenabfahrt nach Bodenmais trafen sich alle Teilnehmer beim Adam’s Bräu auf einen wohl verdienten Kaffee und Kuchen, welcher vom DAV übernommen wurde. Ziel des anschließenden Treffens war es das Stimmungsbild der Wintersportler als auch der Beteiligten in einer Nachbesprechung einzufangen. Neben den durchwegs positiven Reaktionen der Wintersportler auf diesen Aktionstag, kam dabei vor allem die unzureichende Beschilderung im Winter zur Sprache. Auch eine mögliche Anpassung des Besucherlenkungskonzeptes wurde angesprochen. Der Gruppe ganz gespannt zuhörten Willi Killinger, stellvertretende Landrat und Joachim Haller, 1. Bürgermeister des Marktes Bodenmais, welcher sich gleich nützliche Infos zur Beschilderung notierte.

Abschließend bedankte sich Gebietsbetreuer Matt bei allen Unterstützern für den großartigen Erfolg des Aktionstages, und auch Herr Killinger und Herr Haller würdigten neben dem Durchhaltevermögen der Beteiligten, vor allem das außerordentliche Engagement der Ehrenamtlichen. Dem Ziel Naturschutz und Wintersport bestmöglich in Einklang zu bringen, ist man durch diesen Aktionstag ein gutes Stück näher gekommen.